Artenschutzhunde werden an internationalen Grenzen eingesetzt, um dort illegal eingeführte exotische Arten und Reisemitbringsel aufzugreifen.
Nur in wenigen Ländern der Welt wurden derartige Hunde bisher ausgebildet. Seit kurzem sind "Aiki" und "Berro" als 1. Artenspürhunde Österreichs vor allem am Flughafen Schwechat im Einsatz.
In Österreich kam die Idee dazu auf einer internationalen Konferenz des WWF, die Ausbildung erfolgte durch die erfahrenen Hundeausbilder des österreichischen Zoll direkt am Flughafen Schwechat.
Mit Geruchsproben von diversen Exoten aus dem Tiergarten Schönbrunn wurden die Hunde zunächst auf Reptilien und deren Häute trainiert. Auch mit lebenden Schlangen, Echsen und Schildkröten wurde hier gearbeitet. Im Zuge der weiteren Ausbildung lernen die beiden Artenschutzhunde, auch andere illegale Mitbringsel zu finden.

Der Schäferhund "Aiki" wurde vom WWF finanziert und mittels
Schenkung an das Zollamt des Flughafen Wien übergeben. "Aiki" und sein Labrador-Kollege "Berro" sind am Wiener Flughafen und an verschiedenen Grenzübergängen im Einsatz und sollen dort nun Schmuggler das Fürchten lehren.
Hauptabnehmer EU
Über 200.000 lebende geschützte Reptilien und etwa ebenso viele Papageien sowie 40.000 Amphibien werden jedes Jahr als Heimtiere in die EU importiert. Vor allem Schildkröten, Echsen und Schlangen werden zunehmend als exotische Mitbewohner geschätzt.
Auch für Produkte aus geschützten Arten wie Stör-Kaviar, Reptilleder oder Korallen ist Europa einer der wichtigsten Märkte.
"Für wildlebende Bestände ist der zunehmende Schmuggel eine ernsthafte Bedrohung, viele Arten stehen deshalb schon nahe an der Ausrottung", so WWF Artenschutzexpertin Jutta Jahrl.Ausbildung der Hunde
Es ist ein Spiel. Immer wenn die Artenschutzhunde etwas finden - also erschnüffeln - gibt es als Belohnung ihr begehrtes Spielzeug. Wichtig bei der Ausbildung ist es, dass die Vierbeiner nicht zubeißen oder am Koffer kratzen, wenn sie etwas finden - sondern sich nur vor das verdächtige Gepäckstück setzen. Es könnte ja immer sein, dass sich lebende Tiere darin befinden und diese sonst verletzt werden.

Internationale Erfahrungen zeigen, dass Hunde auf diese Art und Weise beinahe alles erschnüffeln können. Auch Produkte, die für Menschennasen sehr wenig Eigengeruch haben - wie zum Beispiel Elfenbein, Schlangenledertaschen oder in Glas verpackter Kaviar - stellen für einen gut ausgebildeten Spürhund überhaupt kein Problem dar.
"Im Kampf gegen Artenschmuggel sind die beiden Hunde eine Wunderwaffe. Der österreichische Zoll ist einer der ersten, der weltweit Artenschutzhunde einsetzt", so WWF Artenschutzexpertin Jutta Jahrl begeistert. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie den WWF im Einsatz gegen den illegalen Handel mit geschützten Arten! Der WWF dankt
- dem Bundesministerium für Finanzen und dem Zoll für die kompetente und kooperative Durchführung dieses Projekts
- dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft für die Unterstützung seiner CITES-Arbeit
- WWF Großspendern wie Hubert Pöcher aus für ihren wichtigen finanziellen Beitrag zum Projekt
- dem Tiergarten Schönbrunn, dem Verein Eulen- und Greifvogelschutz und anderen Tierparks für die Unterstützung beim Training der
Artenschutz-Spürhunde
- TRAFFIC, dem Netzwerk zur Überwachung des Handels von Wildarten, für die Vorarbeiten zu den Artenschutz-Spürhunden, ohne die es dieses Projekt nicht geben würde.