Bis 2050 ist es möglich den gesamten Energiebedarf – auch bei Wirtschaftswachstum und steigenden Bevölkerungszahlen – aus sauberen, sicheren und erneuerbaren Energiequellen zu decken. Grüne Technik, Energieeffizienz und intelligente Stromnetze sollen helfen von Öl, Gas, Kohle und Atomenergie weg zukommen.
Das zentrale Ergebnis der neuen
WWF Energy Report lässt aufhorchen.
Atomstrom, Gentechnik und Energie aus nicht nachhaltig gewonnener Biomasse kann bis 2050 überflüssig sein. Stattdessen sind Elektromobilität, intelligente Netze, hohe Energieeffizienz, erneuerbare Energien und ein gerechter Ausgleich im Fleischkonsum die „grüne“ Lösung für den Energiebedarf.

Eine Umstellung der Energiegewinnung ist jedoch nicht nur aus Gründen des Naturschutzes notwendigen, sondern auch aufgrund von Ressourcenknappheit bei Öl und Gas.
Das Szenario der Studie besagt, dass die Energienachfrage bis 2050 um 15 Prozent sinken kann obwohl die globale Bevölkerungszahl auf neun Milliarden steigen wird. Begründet wird dieses Potential mit den bereits verfügbaren Technologien, welche in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden.
„Mit der globalen Energievision des WWF kann der Ausstoß von
Treibhausgasen um 80 Prozent reduziert werden. Dadurch könnte der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad gehalten werden“, sagt Annabella Musel, Klimaexpertin des WWF-Österreich.

Vor allem die grüne Technik, enorme Einsparungsmöglichkeiten bei Gebäuden, im Verkehr und der Industrie durch Energieeffizienz und intelligente Stromnetze sind wichtige Träger der neuen Energiesysteme. Auch
Kreislaufwirtschaftsprozesse wie Recycling und die Elektrifizierung des privaten und öffentlichen Verkehrs bzw. die Umstellung von Flug- und Schiffsverkehr auf flüssigen Biosprit sind notwendig um bis 2050 von „unsauberen“ Energiequellen abzukommen.
Die Kosten für die Umstellung betragen 1 bis 3,5 Billionen Euro jährlich in den kommenden 25 Jahren. Ab dem Jahr 2040 dreht sich jedoch die Kostenspirale um und der ökonomische Gewinn steigt bis 2050 auf vier Billionen Euro im Jahr.

Die Ausarbeitung eines Aktionsplans zur Umstellung auf erneuerbare Energien muss nun so rasch wie möglich erfolgen um das Ziel der
Unabhängigkeit von Öl und Gas bis 2050 zu erreichen. „Die Staats- und Regierungschefs müssen begreifen, dass der vorgeschlagene Weg in eine nachhaltige Zukunft für die Menschheit schon heute beschlossen werden muss, um die Weichen frühzeitig stellen zu können“, so Musel.