Umweltschutz und Entwicklungshilfe können sich perfekt zum Vorteil für die Menschen und die Natur ergänzen. Das beweist ein Projekt der Umweltorganisation WWF und der Entwicklungshilfeorganisation CARE am Polochic-Fluss in Guatemala, das durch die Österreichische Entwicklungs- zusammenarbeit (ADA) unterstützt wurde. Fast 8.000 Hektar an Laubwäldern wurden dort durch ein gemeinsames Projekt der beiden Organisationen geschützt.
Der Kampf gegen die Armut wurde so mit den Zielen des Naturschutzes verknüpft, dass 108 Familien jetzt besser leben können und nicht gezwungen sind weitere Wälder abzuholzen. Auch die Trinkwassersituation wurde deutlich verbessert.
Der Polochic Fluss fließt ins karibische Meer und trifft dort auf das Mesoamerikanische Riff, dem größten Riff der westlichen Hemisphäre, das von Honduras bis zur Halbinsel Yucatan in Mexiko reicht. Leider führt der Fluss auch zahlreiche Schadstoffe und Sedimente mit sich, die von wirtschaftlichen Aktivitäten herrühren und schädigt so das empfindliche Ökosystem des Riffs.
Der Klimawandel wirkt sich dort bereits spürbar aus und die Regenfälle konzentrieren sich immer mehr auf Starkregen, die die Pflanzen fortspülen.
Mit dem Projekt von WWF und CARE, das von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt wurde, gelang es, die
Bodenerosion dauerhaft zu vermindern und die
Belastungen für das Riff zu reduzieren. Die lokale Bevölkerung muss nun auch nicht mehr die Wälder roden, um neue Anbauflächen zu gewinnen. Entwicklung und der Schutz natürlicher Ressourcen müssen unbedingt Hand in Hand gehen. Dieses Projekt zeigt auf, dass das möglich ist.
Resultate des Projekts:
- Je ein Unternehmen wurden in 3 Maya-Gemeinden gegründet.
- Rio Chiquito Community: Aufbau einer Imkerei und Vermarktung von Honig.
- Cancoy Community: Kardamonproduktion durch Wegfall langer Transportwege rentabler gemacht.
- Pueblo Viejo Community: Verbesserung der Produktion und Vermarktung von Kaffee durch die Frauen der Gemeinde durch zB ein verbessertes Verpackungssystem.
- Insgesamt wurde das Einkommen von 108 Familien um 20 Prozent gesteigert.
- Die drei Unternehmen, die von den Maya-Familien selbst geführt werden, produzieren nachhaltige Landwirtschaftsprodukte im Waldfeldbau wie Kardamon, Kaffee und Honig. Mit dem höheren Standards bei der Verarbeitung (z.B. Trocknen von Kaffee), der besseren Qualität der Produkte, höheren Erträgen (etwa bei der Honigproduktion) und einer verbesserten Vermarktungsstrategie können die Familien so bessere Preise für ihre Ware erzielen.
- Durch die nachhaltige Produktion und das verbesserte Wissen im Umgang mit den Wasserressourcen werden ca. 14.000 Hektar an produktivem Land geschützt, davon fast 8.000 Hektar an reinem Laubwald. Im gesamten Wassereinzugsgebiet konnte durch die nachhaltigen Landwirtschaft die Bodenerosion um zwölf Prozent vermindert werden.
"Mit diesem Projekt haben wir die Menschen in diesem Gebiet als langfristige Partner für den Naturschutz gewonnen“, freut sich die WWF-Wasserexpertin María Amalia Porta.