• Heringshai, © by naturepl.com/Doug Perrine/WWF-Canon
    Heringshai

Heringshai

Name:
Heringshai

Wissenschaftlicher Name:
Lamna nasus

Lebensraum:
Küstengewässer sowie Tiefwasserzonen temperierter und subtropischer Meere und Ozeane

Geografische Verbreitung:Nördliche und südliche Hemisphäre: Mittelmeer, Nordsee Nordwest-, Nordost- und Südatlantik sowie Südpazifik

Gefährdungsstatus:
  • IUCN: „gefährdet“
  • Nordost-Atlantik, Mittelmeerraum: „vom Aussterben bedroht“
  • Nordwest-Atlantik: „stark gefährdet“
Bestandsgröße:
  • Weltweite Bestandszahlen sind aufgrund mangelnder Datengrundlage nicht bekannt.
  • Bestandszahlen im Nordwest-Atlantik: schätzungsweise 190.000 Exemplare.
  • Trend: abnehmend.
Heringshai, © by naturepl.com/Doug Perrine/WWF-Canon Steckbrief: PDF-Dokument, 77,35 KB Heringshai


Gesellige Jäger

Heringshaie sind schnelle und ausdauernde Schwimmer – und sie haben Teamgeist. Sie schließen sich oft zu Trupps zusammen, um gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Auf ihren weiten Wanderungen folgen sie den großen Fischschwärmen und erbeuten hauptsächlich Makrelen, Heringe und Sardinen. Aber auch Tintenfische, Dornhaie oder Kabeljaue werden von ihnen gejagt.

Der Heringshai ist nicht nur aufgrund seiner Schnelligkeit ein beeindruckender Meeresbewohner. Sein massiver, spindelförmiger Körper kann bis zu dreieinhalb Meter lang werden. Dabei sind weibliche Heringshaie ihren männlichen Artgenossen immer ‚ein Stück voraus’: Generell sind sie bis zu ein Drittel größer als gleichaltrige Männchen. Ihre Schnauze ist leicht abgerundet und die Schwanzflosse halbmondförmig. Im Durchschnitt erreichen Heringshaie ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm.

Die temperierten bis subtropischen Gewässer des Nord- und Südatlantiks, des Mittelmeeres und des Südpazifiks bilden das große Verbreitungsgebiet der Heringshaie, die sich dort bevorzugt in Bereichen knapp unter der Wasseroberfläche bis zu 200 Metern Tiefe aufhalten. Heringshaie werden erst im Alter von 13 bis 20 Jahren geschlechtsreif und besitzen nur eine geringe Fortpflanzungsrate. Das macht die Tiere sehr anfällig gegen Überfischung. Sie stellt das Hauptproblem für die Heringshaie dar, deren Bestände dadurch in den letzten 50 Jahren stark zurückgegangen sind.

Die Bestände der Heringshaie sind größtenteils noch unerforscht. Im Nordwestatlantik geht man von einem Rückgang der Heringshaibestände auf ein knappes Viertel der ursprünglichen Populationsgröße durch Überfischung aus. Für andere Regionen, vor allem in der südlichen Hemisphäre, liegen keine Bestandsschätzungen vor. Doch die inzwischen stark sinkenden Fangquoten sprechen eine eindeutige Sprache: Hat zum Beispiel Norwegen im Nordostatlantik in den 1950er Jahren noch bis zu 2.000 Tonnen Heringshai jährlich gefangen, so sanken die Fangmengen dort auf ungefähr 20 Tonnen jährlich in der letzten Dekade.
Nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gilt der Heringshai als „gefährdet“. Die Populationen im Nordostatlantik und im Mittelmeer gelten sogar als „vom Aussterben bedroht“ und die Population im Nordwestatlantik als „stark gefährdet“.

Der WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm mit der Weltnaturschutzunion IUCN, setzen sich für einen nachhaltigen Handel mit Heringshaien sowie für die Entwicklung internationaler Schutzkonzepte ein. Die Erfassung der Bestände sowie die Kontrolle des internationalen Handels sind dabei von entscheidender Bedeutung. Der WWF fordert außerdem, dass weltweit zehn Prozent der Ozeane als Meeresschutzgebiete ausgewiesen werden, was auch den Beständen der Heringshaie zugute kommen würde.
Hellroter Ara, © by Andre Bärtschi/WWF-Canon
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