Geografische Verbreitung: China, Russlands ferner Osten, indischer Subkontinent, Sumatra, kontinentales Südostasien (von Myanmar über Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha bis nach Malaysia). Java (†), Bali (†), Zentralasien und Türkei (†)
Gefährdungsstatus:
- IUCN:
„Ausgestorben“: Bali-Tiger P. t. balica, Kaspischer Tiger P. t. virgata, Java-Tiger P. t. sondaica
„Vom Aussterben bedroht“: Südchinesischer Tiger P. t. amoyensis, Sumatra-Tiger P. t. sumatrae)
„Stark gefährdet“: (Amur-Tiger P. t. altaica, Bengaltiger P. t. tigris, Indochinesischer Tiger P. t. corbetti, Malaysia-Tiger P.t. jacksoni) - CITES: alle Tiger sind in Anhang I - der strengsten Schutzkategorie - gelistet, der internationale kommerzielle Handel ist somit verboten
Bestandsgröße:laut aktuellen wissenschaftlichen Schätzungen möglicherweise nur mehr 3.200 wild lebende Tiger weltweit
(Bengaltiger: 1.850; Sumatra-Tiger: < 400; Südchin.Tiger: 0?; Malaysia Tiger: < 500; Indochin.Tiger: 350; Amur-Tiger: 450)
Trend: abnehmend
Steckbrief:
WWF-Factsheet: Tiger allgemein Die größte Wildkatzenart der Erde hat eine ungewisse ZukunftStreiften vor 100 Jahren noch etwa 100.000 Tiger durch die Wälder zwischen Anatolien und dem russischen fernen Osten, sind es heute möglicherweise nur noch 3.200 Tiere. Nur sechs von einst neun Unterarten des Tigers haben das vergangene Jahrhundert überlebt - wobei auch der Südchinesische Tiger in freier Wildbahn vermutlich bereits ausgerottet wurde.
Damit die Tiger auch das begonnene Jahrhundert überleben, setzt sich der WWF bereits seit 1966 in nahezu allen Tiger-Verbreitungsstaaten aktiv für die Sicherung ihrer Lebensräume und den Schutz vor Wilderern ein.
Der Respekt des Menschen vor den Großkatzen ist nicht ohne Grund: Ausgewachsene Männchen etwa des Amurtigers, der größten Unterart, werden bis zu 300 Kilogramm schwer und von Nasen- bis Schwanzspitze über drei Meter lang. Bereits die kleinste Unterart, der Sumatra-Tiger, wiegt 100 bis 150 Kilogramm.
Tiger besiedeln die tropischen, immergrünen Wälder Südostasiens genauso wie die Laubwälder Südasiens oder die Nadel- und Birkenwälder des russischen fernen Ostens. Selbst in Sumpf- und Mangrovenwäldern fühlen sich Tiger heimisch. Tiger können in der Wildnis etwa 15 Jahre alt werden. Dazu benötigen sie einen Lebensraum mit dichter Vegetation, ausreichender Beute aus Hirschen, Wildschweinen oder Wildrindern sowie die Nähe zum Wasser.
Der Verlust des Lebensraumes, Wilderei und Rückgang ihrer Beutetiere sind die Hauptursachen für den massiven Bestandsrückgang der Tiger im 20. Jahrhundert. Große Waldgebiete wurden für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung gerodet. In den letzten 150 Jahren sind insgesamt 93 Prozent des Tigerlebensraums verschwunden. Tiger leben heute nur noch in etwa 7 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes.
Die fatale Folge: inselartig verteilte Habitate, die den Kontakt zwischen den Tiger-Populationen erschweren oder verhindern. Zudem macht die große Nachfrage nach Tigerprodukten in der traditionellen asiatischen Medizin das Wildern von Tigern zu einem lukrativen Geschäft. Mittlerweile haben Staaten wie China bei Androhung hoher Strafen den Einsatz von Tigerbestandteilen in Medikamenten verboten. Aber noch viel mehr bleibt zu tun. Neben der Bekämpfung des Handels mit Tigerprodukten kümmert sich der WWF bereits seit 1966 um den Schutz der Tiger in ihren letzten Verbreitungsgebieten.
Aktuelle Infos:
www.wwf.at/tiger