EU: Historischer Etappensieg im Kampf gegen Überfischung

Kampf gegen Beifang bedeutet Schutz der Fische und Fischer gleichzeitig
  • Blauflossen-Thunfisch, © by  Brian J. Skerry/National Geographic Image Collection
Straßburg/Wien, 6. 2. 2013 - Europas Meere und Fischbestände bekommen deutliche Unterstützung aus dem EU-Parlament. Die europäischen Abgeordneten haben sich heute entschlossen für eine starke Reform der gemeinsamen Fischereipolitik ausgesprochen „Das EU-Parlament will die Überfischung stoppen und stemmt sich gegen den jahrzehntelangen Kollaps-Kurs der Fischereiminister“, freut sich WWF-Fischereiexperte Axel Hein. „Die heutige Entscheidung ist ein historischer Etappensieg auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Fischerei und lebendigen Meeren“, so der WWF über das eindeutige Abstimmungsergebnis.

Mit starker Mehrheit von 502 zu 137 Stimmen hat das Parlament heute in Straßburg den Vorschlag des Fischereiausschusses für eine neue EU-Fischereipolitik angenommen. Damit spricht sich das Parlament u.a. für eine schnelle Einführung eines Rückwurfverbots aus, das die Verschwendung von Fisch auf See eindämmen soll. Bislang sind Fischer verpflichtet, den Beifang – darunter fallen Jungfische oder Fische, die nicht der Zielart entsprechen –meist tot oder sterbend über Bord zu kippen. Besonders begrüßt der WWF das Bekenntnis der Parlamentarier zu einem systematischen Wiederaufbau der europäischen Fischbestände, die unter zu hohem Fischereidruck geschrumpft sind. Das Parlament will die Fischerei so ausrichten, dass bereits 2015 auf Grundlage des „höchstmöglichen Dauerertrags“ (MSY) gefischt wird. Damit können die Bestände bis spätestens 2020 auf eine gesunde Größe anwachsen, um langfristig ertragreich zu sein. Nach Erholung der Bestände werden die Fischer mehr Fisch fangen können als bisher, ohne die Überfischung zu befeuern. „Damit werden die Volksvertreter ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgern gerecht, denn die Mehrheit der Europäer will nachhaltig gefangenen Fisch“, lobt WWF-Experte Hein. 88 Prozent der EU-Bürger wollen laut WWF-Umfrage nicht, dass ihr Fisch aus überfischten Beständen stammt. In europäischen Gewässern gelten derzeit zwei von drei Fischbeständen als überfischt.

„Nach 30 Jahren verfehlter Fischereipolitik durch die Minister hat das EU-Parlament mit einem Paukenschlag für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Fischerei gestimmt. Jetzt kommt es darauf an, dass dieser Kurswechsel in den folgenden Verhandlungen mit dem Fischereiministern nicht wieder verwässert wird“, so Hein.

Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231; Email: franko.petri@wwf.at.