„Die Klimakonferenz von Kopenhagen ist eine politische Klimakatastrophe, die uns weit zurückwirft“, reagierte WWF-Klimaexperte Markus Niedermair angesichts des Minimalkompromisses. Die Hoffnungen des WWF liegen jetzt bei der Nachfolgekonferenz, der COP 16, Ende nächsten Jahres in Mexiko.
Der WWF betrachtet das Kopenhagen-Abkommen als reine Willenserklärung, die nicht rechtlich verbindlich und daher nicht durchsetzbar ist. „Es ist eine Schande, dass die Führer dieser Welt nach zwei Wochen der Verhandlungen zu keinem rechtsverbindlichen Vertrag gekommen sind“, so der WWF. Positiv sieht der WWF hingegen das Zusammenrücken der Zivilgesellschaft. „Noch nie kamen so viele Organisationen, Umweltgruppen und Menschenrechtsaktivisten zu einer internationalen Konferenz. Dieses Potenzial, das in Kopenhagen entstanden ist, muss sich im nächsten Jahr auf das Ziel eines weltweiten Klimavertrags konzentrieren“, so Niedermair. Nach der Anti-Atom-, der Friedens- und der Umweltbewegung bedeutet Kopenhagen die Geburtsstunde einer globalen Klimabewegung.
„Wir leben politisch in einer Welt, die sich zwar zum Zwei-Grad-Ziel bekennt, aber was praktisch verhandelt wurde, ist eine Temperaturerhöhung um mindestens drei Grad bis zum Ende des Jahrhunderts“, so Niedermair. „Dieser Spalt zwischen den Reden der Politiker und der Wirklichkeit kann nun Millionen von Menschenleben und mehrere Milliarden Dollar an Klimafolgeschäden kosten.“ Dennoch hofft der WWF auf einen Klimavertrag in den weiteren Verhandlungen und appelliert an die reichen und armen Länder, die Verhandlungen sofort nach Ende der COP 15 wieder aufzunehmen.
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