AC/DC-Konzert in Wels: Nicht absagen, sondern verlegen!
Gefährdete Vogelarten müssen geschützt werden
Am 22. Mai soll mitten in der Brutzeit gefährdeter Vogelarten auf den Wiesen und Rollbahnen des Kleinflugplatzes Wels das AC/DC-Konzert stattfinden. Da viele der Vögel Bodenbrüter sind, ihre Nester also am Boden sind, würden die Jungtiere zertrampelt werden. Deswegen kämpft der WWF für eine Verlegung des Konzerts!
80.000 Besucher plus tausende Autos werden am 22. Mai, dem "Internationalen Tag der Artenvielfalt", auf der Welser Heide erwartet. Dort finden sich zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, die in dieser Kombination für das gesamte Alpenvorland Österreichs, Süddeutschlands und der Schweiz einmalig sind.
Der Bürgermeister der Stadt Wels Peter Koits ignoriert, dass auf diesem Standort zu dieser Zeit 10% der österreichischen Population des vom Aussterben bedrohten Großen Brachvogels, eine der größten Kiebitzkolonien des Landes, ca. 100 Paare Feldlerchen und viele weitere gefährdete Bodenbrüter im gesamten Gelände verteilt auf ihren Nestern sitzen oder Küken groß ziehen. Durch die Konzertbesucher würden die Gelege zerstört und die Jungen zertrampelt.
Der WWF und die beiden Naturschutzorganisationen Naturschutzbund und BirdLife können nicht zulassen, dass eine der wichtigsten Vogelkolonien des Landes mutwillig ausgelöscht wird. Wir wollen aber das Konzert auch nicht verhindern oder ersatzlos streichen lassen. Da viele Naturschützer ja auch Rockfans sind, wollen wir eine Lösung, die für alle Beteiligten in Ordnung ist. Deshalb wurde von uns ein Alternativstandort vorgeschlagen. Leider wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Das Magistrat Wels hat schon angekündigt, dass das Konzert auf dem Welser Flugplatz stattfinden soll. Das erhärtet den Verdacht, das Konzert könnte auch dazu dienen, die Vögel los zu werden.
Die Stadt Wels hat der Landesregierung nämlich Pläne vorgelegt, wonach der Flugplatz als Industrie- und Wohnungsgebiet nach dem Konzert genutzt werden soll. Die Natur-Werte des Flugplatzes stellen aber eine ernste Bedrohung für diese Pläne dar. Sollten diese Natur-Werte durch das Konzert zerstört werden, dann nimmt Bürgermeister Koits den Naturschützern die Argumente gegen die von ihm gewünschte Verbauung eines großen Teils des Flugplatzes. Gegen diese Vorgangsweise protestieren wir schärfstens!
Statement von WWF-Ehrenpräsident Dr. Helmut Pechlaner: