Im „Herzen Borneos“ wurden 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Das berichtet der aktuelle WWF-Report „Borneos neue Welt“. Zu den neuen Arten gehören unter anderem ein fliegender Frosch, der seine Haut- und Augenfarbe ändert, ein Frosch ohne Lungen und eine flammenfarbene Schlange. Auch eine mehr als einen halben Meter lange Stabschrecke wurde jetzt zum längsten Insekt der Welt gekürt. Insgesamt fanden die Forscher 67 Pflanzen, 17 Fische, fünf Frösche, drei Schlangen, einen Vogel, 29 Wirbellose und zwei Echsen.
Der
Mulu-Flugfrosch kann sowohl die Farbe seiner Haut als auch die Augenfarbe verändern. Der Frosch wechselt seine Farbe je nach Tageszeit von hellgrün in der Nacht zu braun am Tag. Er gehört zu den „fliegenden“ Fröschen Borneos. Diese sind zu kurzen Gleitflügen von Baum zu Baum in der Lage. Flughäute zwischen den Fingern und Zehen der Frösche machen dies möglich.

Auch die
Kopstein-Bronzerückennatter ist ein wahrer Farbenkünstler. Die flammenfarbige Schlange, die ein deutscher Forscher 2008 erstmals beschrieb, wurde nach dem Österreicher Felix Kopstein benannt. Der Arzt und Zoologe arbeitete in den 1920er Jahren mit dem Naturhistorischen Museum in Wien zusammen. Die Flanken der neuen Schlange sind mit leuchtenden blauen, grünen und braunen Schuppen gesprenkelt. Bei Gefahr „errötet“ der Nacken der Giftschlange und zeigt ein flammendes Rot.

Eine andere Froschart ist zwar keine neue Entdeckung, aber erst 2008 bemerkten Forscher eine außergewöhnliche Eigenschaft beim
Borneo Barbourfrosch - er hat keine Lungen. Dies wurde bislang bei keiner anderen Froschart festgestellt. Seine Atmung geschieht allein über die Haut. Sein Körperbau erscheint aufgrund der fehlenden Lungenorgane „flachgedrückt“. Die Flunderform erlaubt es dem Frosch sich in schnell fließenden Bächen gegen den Wasserstrom zu bewegen.
Video: Flammenfarbene Kopstein Bronzerückennatter beim Verschlingen einer Eidechse Mehr Infos: Zur Presseaussendung