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Naturschutz

 

Bedrohungsfaktoren


Lebensraumverlust
Die Zunahme der menschlichen Bevölkerung, die großräumige Entwaldung (Lebensraumverlust) und die Trennung einzelner Braunbär-Populationen durch Straßenbau und landwirtschaftliche Flächen haben den Braunbären in den größten Teilen seines einstigen Verbreitungsgebiets verschwinden lassen oder die Tierbestände voneinander isoliert.

Akzeptanz
Die fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung stellt in manchen Teilen Europas immer noch eine Bedrohung für den Bären dar. Für viele Braunbär - Populationen ist die weitere Entwicklung unsicher, da Konflikte mit zunehmenden menschlichen Nutzungsansprüchen (Viehhaltung, touristische Erschließung, Waldnutzung) vorprogrammiert sind.

Bedrohung für den Menschen?
Braunbären sind sehr scheue Tiere und wählen bei einer Begegnung mit dem Menschen den Rückzug. Dies ist auch der Grund, weshalb man so selten Bären zu Gesicht bekommt. Als intelligente Säugetiere sind Bären jedoch von Natur aus neugierig. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass sie – trotz ihrer angeborenen Scheu vor Menschen – ab und zu auch in der Nähe von Siedlungen beobachtet werden. Man darf nicht vergessen, dass es sich beim Bären um ein Wildtier handelt und man sollte ihnen deshalb - wie auch im Umgang mit allen anderen Wildtieren - mit Respekt und Umsicht begegnen.

WWF - Braunbärenprojekt


Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der WWF zusammen mit seinen Partnern an einem ehrgeizigen Ziel: Den Braunbären in den Alpen wieder heimisch zu machen. 1972 wanderte erstmals seit 150 Jahren wieder ein Braunbär nach Österreich ein. 1989 und 1993 wurden vom WWF drei weitere Bären aus Slowenien und Kroatien in Österreich freigelassen. Insgesamt wurden 31 Jungtiere in Österreich geboren, die größte Bärendichte wurde 1999 mit zwölf Individuen erreicht.

Um ein Zusammenleben zwischen Mensch und Bär zu ermöglichen, wurde 1996 ein Leitfaden zum Schutz der Bären entwickelt und ein Netzwerk zur Zusammenarbeit zwischen Behörden, Interessensvertretungen und dem WWF aufgebaut. Im Rahmen des ersten so genannten LIFE - Projekts (1995 bis 1998) der Europäischen Union konnten wesentliche Maßnahmen zum Schutz der Bären umgesetzt werden. Die Bevölkerung wurde durch eine breite Informationskampagne für das Projekt sensibilisiert und über den Braunbären aufgeklärt. Zudem lieferten kontinuierliche Beobachtungen und Dokumentationen der Bärenspuren wichtige Informationen zur Erforschung des Verhaltens und zum Schutz des Bärenbestandes. Der WWF wirkte auch an der Ausarbeitung eines Managementplans für Braunbären in Österreich mit. Dieser dient den zuständigen Stellen als Richtlinie für die Lösung von Konflikten zwischen Bären und Menschen. Ziel des Bärenmanagementplans ist der Schutz der ortsansässigen und zuwandernden Braunbären – und zugleich der Schutz der Bevölkerung.

Ab 1999 gab es jedoch fast jedes Jahr ungeklärte Abgänge von Bären, die meisten Tiere verschwanden 2000. Seit 2002 hat es keinen neuerlichen Aufschwung der Population gegeben. Parallel zur Aufklärung der Umstände des Bärenschwundes durch eine Initiative des WWF, des Bundeskriminalamtes und dem NÖ Landesjagdverband macht sich der WWF in der aktuellen Projektsphase für eine Bestandesstützung zur Rettung der heimischen Bären stark.

Ziel des WWF ist es, die Bärenpopulationen des Trentino, sowie von Österreich und Slowenien zu vernetzen. Österreich kommt hierbei eine große Verantwortung zu; nur wir können diese Vernetzung gewährleisten, weil diese Alpenanteile in unserem Land liegen. Dazu ist es notwendig, die Quellpopulation in den Nördlichen Kalkalpen wieder aufzubauen. Dabei soll langfristig ein günstiger Erhaltungszustand für den Braunbären in Österreich zum Beispiel durch Vernetzung von Populationen, die etwa durch die Errichtung von Grünbrücken über Autobahnen, gesichert werden.

Der WWF Österreich fordert:
Fortführung der Aufklärung und Beheben der Ursachen für das Verschwinden der Bären im Bereich der Nördlichen Kalkalpen
Parallel dazu Bestandesstützung in den Nördlichen Kalkalpen
Intensive Informations- und Kommunikationsarbeit
Lebensraumvernetzung als Wanderkorridore offen halten bzw. neu schaffen

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