8. Juni - Tag der Meere: Raubbau am Meer muss gestoppt werden
WWF warnt vor der zunehmenden Industrialisierung der Meere
Wien, 7.Juni 2010 - Zum Welttag der Ozeane warnt der WWF vor der fortschreitenden Industrialisierung und Plünderung der Weltmeere. Die aktuelle Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verdeutliche welche Risiken mit der zunehmenden Förderung von Rohstoffen auf dem Meer verbunden sind. Verschmutzungen durch Industrieabwässer und Schifffahrt, Düngemitteleintrag aus der Landwirtschaft, sowie Überfischung durch industrielle, weltweit operierende Fangflotten bedrohen die Weltmeere zusätzlich. Der WWF fordert ein Netz aus Meeresschutzgebieten, um besonders sensible marine Ökosysteme zu schützen. Die Ozeane bedecken 70 Prozent der Erdoberfläche, bislang steht weniger als ein Prozent der Meere unter Naturschutz.
"Wir können die Schatztruhe der Meere nicht weiter rücksichtslos plündern", sagt Georg Scattolin, Meeresexperte des WWF Österreich. "Insbesondere für Offshore-Förderanlagen und Schifffahrt muss es Nutzungseinschränkungen und strengere Sicherheitsvorgaben geben, um Umweltkatastrophen vorzubeugen."
Die Rohstoffgewinnung aus dem Meer spielt angesichts zunehmend erschöpfter Quellen an Land eine wachsende Rolle in der Weltwirtschaft. Rund 30 Prozent des Rohöls stammt schon heute von Förderanlagen im Meer. Westlich der britischen Inseln, vor den Färöer Inseln und in der Barentsee sind zudem neue Förderanlagen geplant, die Öl aus bis zu 1000 Metern Tiefe gewinnen sollen. In diesen Tiefen wäre man im Notfall genau wie am Golf von Mexiko auf den Einsatz von Robotern bei den Reparaturarbeiten beschränkt.
Zu den größten Bedrohungen für die Meeresumwelt gehören die Überfischung und zerstörerische Fangmethoden wie der Einsatz von Bodenschleppnetzen. "Zum Schutz der Artenvielfalt in unseren Meeren sind auch fischereifreie Zonen und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände nötig " sagt Scattolin vom WWF. "Die Ressourcen der Meere sind endlich und das müssen wir bei ihrer Nutzung berücksichtigen."
Kontakt:
Mag. Georg Scattolin, WWF Meeres- und Fischereiexperte, Tel. 01/488 17 265