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Thunfisch-Kommission versagt – Konsumenten und Industrie müssen jetzt handeln!

WWF enttäuscht über schwache Entscheidung der ICCAT auf Konferenz in Marroko

  • Fischerei / Roter Tun
Wien/Marrakesch, 25. November 2008 – Gestern ging in Marrakesch die einwöchige Tagung der Internationalen Kommission für die Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) zu Ende. Der WWF hatte an die 46 Vertragsstaaten appelliert, entschieden für einen sofortigen Fangstopp des vor dem unmittelbaren Kollaps stehenden Roten Thunfisches einzutreten. „Statt in letzter Minute die notwendigen Rettungsmaßnahmen für die Erhaltung dieser Art zu beschließen, hat die ICCAT nun Fangquoten festgelegt, die weit höher sind als das wissenschaftliche Gremium der Kommission selbst empfohlen hat!“, ist Georg Scattolin, Fischexperte des WWF, empört.
 
Im nächsten Jahr dürfen demnach 22.000 Tonnen des stark bedrohten Roten Tun gefangen werden, um auf den Tellern von Luxusrestaurants in Japan, Europa und Amerika zu landen. Außerdem wurde von den ICCAT-Wissenschaftlern eine saisonale Schließung der Fischerei während der heiklen Laichmonate Mai und Juni gefordert. Dieser Rat wurde ebenfalls ignoriert und die industrielle Fischerei auf Roten Thunfisch bis zum 20. Juni jeden Jahres erlaubt.

Der WWF ruft nun Handel und Konsumenten auf, auf den Einkauf und den Verzehr von Rotem Thunfisch aus dem Mittelmeer zu verzichten. „Wenn das Fischereimanagement versagt, muss sich die Industrie gezielt gegen den Verkauf von Rotem Thunfisch entscheiden,“ erklärt Scattolin. „Auch die Endverbraucher können durch ihren Verzicht auf Roten Thunfisch direkt dazu beitragen, diese hoch gefährdete Art vor dem Aussterben zu bewahren.“

Angesichts der dramatischen Situation des Roten Thunfisches hatten Wissenschaftler Fangquoten von 8.500 bis 15.000 Tonnen pro Jahr empfohlen. Dennoch wurden die zulässigen Fangmengen von den ICCAT-Staaten immer etwa doppelt so hoch angesetzt. Allein im letzten Jahr lag der tatsächliche Fang – auch aufgrund der massiven illegalen Fischerei - bei etwa 60.000 Tonnen. Vor allem die Türkei, Italien, Kroatien, Libyen, Frankreich und Spanien überschritten immer wieder die Fangquoten. „Das Ergebnis dieser Tagung ist eine internationale Schande!“ ist Scattolin vom WWF entrüstet. „Eine nachhaltige Fischerei auf Roten Thunfisch ist nun in noch weitere Ferne gerückt.“

Rückfragehinweis:
Georg Scattolin, WWF-Fischereiexperte, Tel. 01/488 17-265
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250

Weitere Infos (englisch):
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