In den Nördlichen Kalkalpen kann erstmals seit 40 Jahren kein Braunbär mehr nachgewiesen werden! Die Bemühungen des WWF konzentrieren sich jetzt auf Kärnten, das Schlüsselgebiet für die Wiederbesiedelung des österreichischen Alpenraums. Hier halten sich etwa 5 bis 8 männliche Bären auf. Damit wir genauere Informationen über die Zahl und die Wanderrouten der Bären erhalten müssen wir sofort handeln.
Mit Ihrer Hilfe wollen wir "Meister Petz" eine Zukunft schenken: Unterstützen Sie uns mit einer Österreich-Patenschaft !Alle Infos zum Thema Braunbär finden Sie auf
www.wwf.at/braunbaer VIDEO: Bärenprojekt des WWF (4:10 min)
Bären in Österreich vor dem Aussterben
"Moritz" war der letzte lebende österreichische Braunbär im ehemaligen Kerngebiet der Nördlichen Kalkalpen im niederösterreichisch-steiermärkischen Grenzgebiet. Er war der letzte von insgesamt 35 Tieren, die in diesem Gebiet nachgewiesen wurden. Einzelne Tiere aus Slowenien und dem italienischen Trentino wandern von Zeit zu Zeit über die Grenze nach Österreich zu und wieder ab. Auch bei diesen Bären handelt es sich ausschließlich um Männchen - Bärennachwuchs ist also in naher Zukunft nicht zu erwarten.
Der Braunbär steht somit in Österreich vor seinem unmittelbaren Aussterben!
Wenn nicht rasch aktive Maßnahmen gesetzt werden, ist es zu spät - und der Bär, der wie kaum ein anderes Wildtier Symbol für unsere intakten Naturlandschaften ist, verschwindet wieder aus Österreich! Deshalb ist ein genetisches Monitoring in Kärnten, das Daten zu den genauen Bärenzahlen liefern würde oberstes Ziel. Erst dann kann Österreich beurteilen, wie es um den Alpenbären wirklich steht und wir wüssten, ob er sich aus eigener Kraft in Österreich erhalten kann oder ob Bestandesstützungen nötig sind.
Geben Sie den Bären ein Chance: Mit einer Österreich-Patenschaft helfen Sie uns, die Alpenbären vor dem Aussterben zu retten!
Friedliches Zusammenleben
Dass Bären in Österreich friedlich mit Menschen gemeinsam leben können, hat der Erfolg der ersten Jahre bewiesen. Der Lebensraum und das Nahrungsangebot in unseren Waldgebieten ist so gut, dass im Bärenprojekt innerhalb weniger Jahre
31 Junge geboren wurden - eine der größten Erfolgsgeschichten des Artenschutzes in Mitteleuropa. Auch das Bärenprojekt "Life Ursus" im italienischen Trentino hat sich Erfolg versprechend entwickelt: Die Trentiner Bärenfamilie beläuft sich - nach Bestandesstützungen in den 1990er Jahren - nun wieder 33-36 Tiere. Beide Projekte sind bzw. waren Teil des Vorhabens, den Bären im Alpenraum wieder dauerhaft Heimat zu geben.
Die Besiedlung soll zwar dünn, aber durchgehend sein, sodass die Bären im Zuge ihrer Wanderbewegungen zueinander finden können.
Ein effektiver Managementplan, der von den Behörden getragen wird, regelt alle Belange des Zusammenlebens zwischen Mensch und Bär und sorgt für finanzielle Abgeltung, wenn Bärenschäden auftreten.
Keine wilden Bestien
"Braunbären sind eindrucksvolle Wildtiere -
keine Teddies, aber auch keine wilden Bestien", so Christoph Walder vom WWF-Bärenprojekt. "Wenn wir Menschen ihnen mit Umsicht und Respekt begegnen, ist ein harmonisches Miteinander möglich." Für den Fall von problematischen Bären steht ein geschultes Team aus Wildbiologen und Bärenanwälten bereit, um Tieren, die - vom Menschen - zu Problembären verzogen werden, wieder ihre natürliche Scheu beizubringen.
Seit Beginn der Wiederansiedlungsprojekte in Österreich und dem Trentino in den letzten Jahrzehnten ist kein Übergriff eines Bären auf Menschen überliefert. Selbst verhaltensauffällige Tiere wie Bruno oder seine Mutter Jurka - sie wurde in Italien von Schaulustigen angefüttert und gab ihre Fehlprägung an die Jungen weiter - haben
niemals Menschen angegriffen, verletzt oder gar getötet.
Bären haben unterschiedlich große Streifgebiete. Junge Bären machen auf der Suche nach geeigneten Revieren oft sehr weite Wanderungen, wie der berühmte JJ1 alias Bruno eindrucksvoll gezeigt hat. Sobald sie sich schließlich "niedergelassen" haben, suchen sie auch Weibchen - in Österreich bislang leider vergeblich.