Innerhalb eines Jahres wurden nach einem aktuellen Bericht des WWF in der Mekong-Region über 200 bisher unbekannte Spezies entdeckt. Darunter sind skurril anmutende Arten wie eine sich selbst klonende Eidechse (Leiolepis ngovantrii), eine weiß-orange blühende Orchidee (Dendrobium daklakense) und ein in psychedelisch anmutenden Mustern gefärbter Gecko (Cnemaspis psychedelica). Die größte Sensation ist die wissenschaftliche Erstbeschreibung einer neuen Primatenart.
Bild: Burmesischer Stupsnasen-AffeDie so genannten
burmesischen Stupsnasen-Affen (Rhinopithecus strykeri) kommen nur in einer entlegenen Bergwaldregion Myanmars vor. Diese Affen würde man vor allem bei Regenwetter hören, berichteten Einheimische den Forschern. Durch die nach oben geöffneten Nasenlöcher gelangt nämlich immer wieder Wasser in das Riechorgan der Affen und zwingt sie zu niesen. Aufgrund einer charakteristischen Haarlocke erhielten diese Affen, von denen bisher nur Zeichnungen existieren, den Spitznamen
„Elvis-Affen“. Der Gesamtbestand liegt vermutlich nur bei 260 bis 330 Individuen. Zudem ist im Verbreitungsgebiet der Stupsnasen-Affen die Jagd allgegenwärtig. Die Art gilt daher bereits jetzt als
vom Aussterben bedroht.
Bild: Sich selbst klonende EidechsenartArtenvielfalt in Gefahr
„Die Artenvielfalt des Mekong ist fast so gewaltig wie die des Amazonas. Durchschnittlich werden drei neue Arten pro Woche entdeckt. Wir können nur erahnen wie viele Tiere und Pflanzen noch darauf warten, entdeckt zu werden.
Doch wir laufen Gefahr, dass zahlreiche Arten verschwinden, bevor sie überhaupt beschrieben werden”, sagt WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin. Nicht nur die Stupsnasen-Affen sondern auch viele weitere, nur in der Mekong-Region vorkommende Tiere und Pflanzen sind durch den Bau von Straßen, Dämmen und schnell wachsenden Städten bedroht. Bereits heute befinden sich 70 Prozent der endemischen Säugetierarten aus der Region auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN, darunter der Indochinesische Tiger oder der Asiatische Elefant. Die Festlandpopulation des Java-Nashorns gilt in Vietnam seit 2011 gar als ausgestorben.
Bild: Neu entdeckte Gecko-Art in psychedelischen FarbenDer aktuelle WWF-Bericht „Wild Mekong“ ist der vierte WWF-Report zu neu entdeckten Arten seit 2008.
Insgesamt wurden seit 1999 über 1.500 neue Tier- und Pflanzenarten in der „Greater Mekong“-Region erstmalig wissenschaftlich beschrieben. Neu hinzugekommen sind in der Bilanz nun 145 Pflanzen, 28 Reptilien, 25 Fische, sieben Amphibien, zwei Säugetiere und eine Vogelart.
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