Die Studie „Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012“ erhebt bereits das dritte Jahr in Folge die Meinung österreichischer Unternehmen zur internationalen Klimapolitik, deren Umsetzung auf EU- sowie nationaler Ebene und zu unternehmensinterner Nachhaltigkeit. Befragt wurden 137 Unternehmen aller Branchen und Größen in ganz Österreich.
„Das ‚Wirtschaftsbarometer Klimaschutz 2012‘ belegt den dringenden Handlungsbedarf seitens der Politik. Österreichs Unternehmen vermissen klare Vorgaben zum Klimaschutz. Gefragt sind dringend verbindliche CO
2-Reduktionsziele, klare Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und effektive politische Maßnahmen“, betont Gerald Steindlegger, Geschäftsführer des WWF Österreich.
Ökologische Nachhaltigkeit rentiert sich für 80 Prozent der UnternehmenInsgesamt 80 Prozent der Studienteilnehmer sind davon überzeugt, dass sich gelebte ökologische Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen auch wirtschaftlich rentiert – u.a. durch neue Marktchancen, Ressourcen- und Energieeinsparungen. Allerdings erst 37 Prozent der befragten Unternehmen verfolgen interne Nachhaltigkeitsprogramme mit quantitativen Zielen und klaren Verantwortungsbereichen. „In diesen Firmen ist Nachhaltigkeit ein Teil der Unternehmensstrategie. Das Nachhaltigkeitscontrolling erfolgt bereits auf hohem Standard mittels Key Performance Indicators, regelmäßiger Updates an die Geschäftsführung und externer oder interner Datenprüfungen“, erklärt KPMG-Partner Gert Weidinger.
In der Mehrheit der Unternehmen ist das Nachhaltigkeitsprogramm noch nicht so fortgeschritten, es gibt vorwiegend qualitative Ziele. Sieben Prozent der Unternehmen geben an, derzeit gar kein Nachhaltigkeitsprogramm umzusetzen. Was hingegen positiv auffällt: „Nachhaltigkeitsthemen gewinnen auf Geschäftsführungsebene einen zunehmenden Stellenwert. In 74 Prozent der befragten Unternehmen liegt die höchste Verantwortung für Nachhaltigkeit bei der gesamten oder einem Mitglied der Geschäftsführung“, so KPMG-Partner Peter Ertl.
Hauptanreiz für Nachhaltigkeitsprogramme: „Das Richtige zu tun“ Die drei wichtigsten Anreize für nachhaltiges Handeln im Unternehmen sind laut Studie die eigenen Unternehmenswerte und die Absicht „Das Richtige zu tun“ (57 Prozent), gefolgt von den positiven Auswirkungen auf die Mitarbeiter (41 Prozent) und den Interessen von Aufsichtsrat, Eigentümern oder Investoren (39 Prozent). Nicht börsennotierte Unternehmen beurteilen den Druck von Eigentümerseite fast doppelt so hoch (44 Prozent) als börsennotierte Unternehmen (22 Prozent). Für jeweils mehr als ein Drittel der Befragten zählen Reputations- und Brand-Management sowie Innovations- und Chancenmanagement zu den drei relevantesten internen Faktoren für nachhaltiges Handeln.
Wirtschaft will schärfere Klimaziele85 Prozent der Studienteilnehmer erachten es für sinnvoll, die Klimaschutzziele auf EU-Ebene zu verschärfen und die CO
2 -Reduktion von 20 auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020 anzuheben. Die Hälfte dieser Befragten allerdings nur unter der Voraussetzung, dass keine Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Staaten (USA, China, Indien etc.) entstehen. Die Erreichbarkeit der internationalen Klimaschutzziele wird von den heimischen Unternehmen allerdings auch im dritten Studienjahr pessimistisch eingeschätzt. Nur 20 Prozent halten es für realistisch, den Klimawandel unter der entscheidenden Zwei-Grad-Celsius-Grenze zu stabilisieren und so die schlimmsten Folgen für Menschen und Natur zu verhindern. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) stuft diese Begrenzung des durchschnittlichen globalen Temperaturanstiegs um maximal zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2050 als schwer erreichbar ein.
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