Essen retten, Vielfalt schützen

So schützt Lebensmittelrettung die Artenvielfalt und Lebensräume

Ein Drittel des weltweit produzierten Essens wandert in die Tonne – und mit ihm auch wertvolle Ressourcen. Das große Wegwerfen hat enorme Folgen für die biologische Vielfalt der Erde. Stoppen wir diese unnötige Verschwendung, sichern wir unsere Zukunft.

Allzu häufig sehen wir Lebensmittel als selbstverständlich an. Wir vergessen ihre lange Reise vom Feld auf unsere Teller und damit auch den großen Energie- und Flächenverbrauch, der dahintersteckt. Werfen wir Lebensmittel weg, anstatt sie zu essen, heizt das viele Umweltprobleme grundlos an.

Die Biodiversität unserer Erde gerät immer mehr an ihre Grenzen. Dabei brauchen wir diese außergewöhnliche Vielfalt der Natur. Sie sichert uns Menschen ein gutes Leben indem sie uns mit allem versorgt, was wir dafür brauchen.

Unsere Lebensgrundlage in Gefahr

Ohne Artenvielfalt gehen lebenswichtigen Funktionen der Natur verloren. Trotzdem sehen wir dabei zu, wie vielfältige Landschaften und bunte Tier- und Pflanzenwelten in rasendem Tempo verschwinden.

Hauptgrund dafür ist meist die Landwirtschaft und der damit verbundene Verlust des Lebensraums. Bereits jetzt wird weltweit etwa die Hälfte der fruchtbaren Flächen für die Herstellung von Nahrung genutzt. Seit 1970 ist die beobachtete Wildtier-Population weltweit im Schnitt um 68% zurückgegangen.

Durch die industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und intensivem Pestizid- und Düngemitteleinsatz, aber auch durch die Verbauung und die Lichtverschmutzung wird der Lebensraum für viele Arten unbewohnbar. Auch in Österreich ist das bereits deutlich spürbar: Fast die Hälfte der gelisteten Bestäuber – wie zum Beispiel der Tagfalter – sind als gefährdet eingestuft oder stehen auf der Vorwarn-Liste.

 

Werde Lebensmittelretter*in

Nutze den Tag der Lebensmittelrettung am 2. Mai 2021. Gehe ab sofort achtsam mit Lebensmittel um.

So geht’s:

Es zahlt sich aus: Retten wir Lebensmittel, dann schützen wir das Klima und die biologische Vielfalt.

Das Netzwerk des Lebens

Frische Luft, sauberes Wasser, reichhaltige Nahrung: Die Erde hat über Jahrmillionen ein komplexes Netzwerk entwickelt, welches uns mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. Durch menschliches Handeln droht dieses Netzwerk aus dem Gleichgewicht zu geraten. Werfen wir Lebensmittel weg, anstatt sie zu essen, steigt der Druck weiter. Völlig unnötig.

Lebensmittelrettung schützt den Boden

Der Boden ist ein vielfältiges, oft unterschätztes, Ökosystem. Werfen wir Lebensmittel weg, anstatt sie zu essen, laugen wir wertvolle Böden unnötig aus. Dabei können wir ohne ihn nicht leben, denn Boden versorgt uns mit Nahrung, liefert uns Wasser und reguliert das Klima. Außerdem beherbergt er ein Viertel der Biodiversität an Land. In einer Handvoll Boden leben so viele Bodenlebewesen wie Menschen auf der Erde.

Essen retten, Boden schützen, © by WWF Österreich
Essen retten, Boden schützen, © by WWF Österreich

Durch Verbauung und intensive Nutzung geht der Lebensraum der vielen Würmer, Spinnen und Asseln aber in hohem Tempo verloren. Etwa ein Viertel der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche ist bereits schwer geschädigt und zum Teil verwüstet und unbewohnbar.

Vor allem dort, wo Boden verbaut, Wälder abgeholzt und Landwirtschaft nicht nachhaltig betrieben wird, geht es dem Boden und seinen Bewohnern immer schlechter.

Lebensmittelrettung schützt die Artenvielfalt

Selbst die artenreichsten Gebiete des Planeten geraten durch die Nahrungsmittelproduktion unter Druck. Werfen wir Lebensmittel weg, anstatt sie zu essen, wird der Lebensraum vieler Arten unnötig zerstört. Dabei wiegt die Produktion von tierischen Produkten, wie Fleisch und Milchprodukten, besonders schwer. Mehr als Dreiviertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird dafür in Anspruch genommen.

Essen retten, Arten schützen, © by WWF Österreich
Essen retten, Arten schützen, © by WWF Österreich

85% der vom Aussterben bedrohten Wildtierarten stehen in direktem Zusammenhang mit der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Verlust des Lebensraums. Immer mehr Tropenwälder, Baumsavannen und weite Graslandschaften müssen Platz machen für unser Hunger nach mehr. Damit wird auch das Zuhause vieler Tierarten, wie dem Jaguar, zerstört.

Hinzu kommen die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Infrastruktur, sowie Umweltverschmutzung und Wilderei. Auch die Klimaerhitzung setzt den Arten und ihren Lebensräumen zunehmend zu.

Lebensmittelrettung sichert unsere Zukunft

In der Natur ist alles Leben über ein komplexes Netzwerk miteinander verbunden. Wenn wir Lebensmittel wegwerfen, anstatt sie zu essen, gefährden wir dieses Netzwerk und damit auch unsere Ernährungssicherheit.

Essen retten, Zukunft schützen, © by WWF Österreich
Essen retten, Zukunft schützen, © by WWF Österreich

Das zeigt sich ganz einfach am Beispiel mancher Kolibris. Diese gehen mit ihren Futterpflanzen eine ganz besondere Beziehung ein, von der sowohl Tier als auch Pflanze profitieren. Sie sind untrennbar miteinander verbunden. Werden Wälder gerodet, um Platz für Plantagen zu schaffen, dann geht die Blume verloren – und mit ihr der Kolibri.

Verbrauchen wir Menschen weiterhin mehr an natürlichen Ressourcen, als auf der Erde nachwachsen, gefährden wir die Lebensgrundlage für alle Lebewesen, auch für uns. Nicht nur die Zukunft des Kolibris steht dabei auf dem Spiel.

WWF CHECKLISTE

In 4 Schritte zu Deinem nachhaltigen Fonds.

Rückfragen

Weitere Inhalte

Wissenswertes zum Thema

Tipps: 20 Vorsätze für mehr Klimaschutz
Der beste Rest
Praktische Rezepte gegen Lebensmittelverschwendung
Lebensmittelverschwendung in österreichischen Haushalten
Bewusst konsumieren und investieren, Rohstoffe schonen und Abfall vermeiden
So können sie dazu einen Beitrag leisten

Schützen Sie Österreichs Natur
mit einer

Österreich-Patenschaft!

Gemeinsam können wir Österreich artenreichste Lebensräume und ihre Bewohner schützen. Ihre Patenschaft macht den Unterschied.