Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
Aschermittwoch: Ihr Fischkonsum kann die Weltmeere gefährden
Wien, Dienstag, 8. März 2011 – Anlässlich des morgigen Aschermittwoch warnt der WWF, dass der Heringschmaus der Österreicher in der Fastenzeit die Weltmeere gefährden kann. Denn geschmaust werden längst nicht mehr nur Heringe sondern oft biegen sich die Tische mit Fischen und Meeresfrüchten wie Thunfisch, Lachs, Scholle, Seeteufel oder Hummer. Leider plündern wir weltweit unsere Meere so stark, dass sie sich nicht mehr erholen können. Weltweit gelten 80 Prozent der Bestände als überfischt oder bis an die Grenzen ausgebeutet.
Der WWF fordert die Konsumenten heuer auf nur heimischen Fisch, Fisch aus Biozucht oder Fisch mit dem blauen Öko-Gütesiegel des „Marine Stewardship Council“ (MSC) zu kaufen. „Fast in jedem Supermarkt sind bereits Fischprodukte mit dem MSC-Gütesiegel erhältlich – vom Lachs bis zur Thunfischdose“, so WWF-Fischereiexperte Axel Hein. Für das ökologisch unbedenkliche Aschermittwoch-Menü empfiehlt der WWF morgen MSC-Hering, Hering gefangen im Nordost-Atlantik oder auch Fisch aus heimischer Zucht – wie Forelle, Saibling oder Hecht. Genuss ohne Reue ist damit garantiert.
Rund acht Kilogramm Fisch isst jeder Österreicher durchschnittlich im Jahr. Fische und Fischprodukte im Wert von etwa 350 Millionen Euro werden jährlich nach Österreich importiert. Typische Importfische sind Lachs, Thunfisch, Sardine und Makrele aber auch Shrimps, Muscheln und Tintenfisch. Sie stammen oft aus westafrikanischen Gewässern, wo die Fangflotten der Industriestaaten die Meere auf Kosten der einheimischen Bevölkerung ausbeuten. „Unser Hunger nach Fisch nimmt den Armen die wichtigste Nahrungsquelle“, kritisiert der WWF-Experte. Jährlich werden weltweit 110 Millionen Tonnen Fisch verzehrt. „Viele Fischereien plündern und zerstören die Meere“, so Hein. „Wir als Konsumenten können das bei unserem täglichen Einkauf ändern.“

Konsumenten sollten laut WWF auf Rotbarsch verzichten, da dessen Bestand stark bedroht ist. Beim Fang dieses Tiefseefisches werden auch Jahrtausende alte Kaltwasserkorallen zerstört. Tonnenschwere Grundschleppnetze zermalmen den wertvollen Lebensraum der Korallen. Der WWF kämpft seit langem gegen die zerstörerischen Fangmethoden in der Tiefsee-Fischerei.
Eine schlechte Öko-Bilanz haben auch tropische Shrimps. Für die Zuchtanlagen von Shrimps werden an der südamerikanischen Pazifikküste und in Südostasien hunderte Kilometer Mangrovenwälder abgeholzt. Beim Fang auf Jungtiere gehen pro Shrimp etwa Hundert weitere Fische in die engmaschigen Netze. Keine andere Fischerei produziert mehr Beifang. Wer beim Kauf von Shrimps jedoch auf Bio-Gütesiegel achtet, kann damit sichergehen, dass die Zucht nachhaltig und ökologisch verträglich durchgeführt wird und für die Zuchtanlagen keine Mangrovenwälder abgeholzt werden.
Auch in der Nordsee sind die Nebenwirkungen der Fischerei enorm. „Wer Scholle oder Seezunge isst, muss sich bewusst sein, dass in den Netzen ein Vielfaches an anderen Meerestieren verendet“, erläutert WWF-Experte Axel Hein. So gehen zum Beispiel pro Kilogramm Scholle auf dem Teller bis zu 15 Kilogramm Beifang wie Müll wieder über Bord. Auch der arg dezimierte Kabeljau-Bestand im Nordost-Atlantik leidet unter den seit Jahren zu hohen Fangquoten.

Wegen des Konsums von „Schillerlocken“, die aus den Bauchlappen des Dornhais gewonnen werden, steht diese Art am Rand des Aussterbens. Die Fangmenge in der Nordsee ist aufgrund der massiven Ausbeutung seit 30 Jahren um 96 Prozent zurückgegangen. „Wer heute Dornhai kauft, vergreift sich an den letzten seiner Art“, so Hein. Auch die Gier am asiatischen Markt nach der beliebten Haifischflossensuppe hat bereits zahlreiche Haiarten daramtisch reduziert.
Wer sichergehen will, nachhaltig gefangenen Fisch auf seinem Teller zu haben, kann unter www.wwf.at/meere den aktuellen Fischratgeber herunterladen und so beim Einkauf den „richtigen“ Fisch auswählen.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231
Mag. Axel Hein, WWF Fischereiexperte, Tel. 01-48817-230
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