Mindestens 23 Abschüsse allein im ersten Halbjahr 2026 – Von Jänner bis Juni schon mehr behördliche Tötungen als im gesamten Vorjahr – WWF kritisiert aggressives Vorgehen gegen geschützte Art
Besserer Schutz für die Urwälder Mitteleuropas!
Presseaussendung WWF Österreich
Wien, 13. Oktober 2015 – Nur mehr ein Promille der Landfläche Europas ist heute noch von Urwäldern bedeckt. Die größten dieser ursprünglichen Waldflächen liegen in den rumänischen Karpaten und in der Ukraine und sind akut von Raubbau bedroht. Die Schönheiten dieser Waldwildnis und deren Bedrohungen werden morgen Mittwoch um 19 Uhr im neuen Bildband „Unser Urwald. Die letzten wilden Wälder im Herzen Europas“ (Brandstätter Verlag) in der Wiener Hauptbücherei präsentiert. Mit dem Buch schlägt der Autor und Fotograf Matthias Schickhofer zusammen mit dem WWF Alarm zur Rettung der letzten Urwälder.
In Mitteleuropa existieren nur noch rund 170.000 Hektar an wissenschaftlich belegten Urwaldflächen – das entspricht etwa der vierfachen Fläche Wiens. Diese Paradiese für die Artenvielfalt und Kohlenstoffsenken gegen den Klimawandel haben sich allein in Rumänien in den letzten zehn Jahren halbiert. Korruption, Gier und kriminelle Netzwerke machten auch vor Nationalparks und Natura 2000 – Gebieten nicht Halt. In etlichen Schutzgebieten Rumäniens werden Urwälder noch immer zerstört.
Neben den vergleichsweise winzigen Urwaldresten befinden sich in Teilen Mitteleuropas noch ausgedehnte Naturwälder. Eine nachhaltige Forstwirtschaft muss auch die ökologische Säule, also Artenvielfalt und Klimaschutz, einschließen. „Es braucht mehr Naturwaldreservate und strengere Schutzbestimmungen für seltene Wald-Lebensräume im Rahmen des Natura 2000-Programms“, so WWF-Naturschutzexperte Bernhard Kohler.
„Die knapp 200 Naturwaldreservate Österreichs müssen langfristig abgesichert und erweitert werden“, betont Buchautor Matthias Schickhofer. In seinem neuen Bildband legt er eine umfassende Fotodokumentation über die letzten Ur- und Naturwaldgebiete Mitteleuropas vor. Er präsentiert dabei Orte ganz in unserer Nähe, die viele Menschen hier gar nicht mehr vermuten. Mit dem Buch will er die Ur- und Naturwälder Mitteleuropas stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Auch die heimischen Naturwälder sind bedroht. WWF und Schickhofer appellieren an Umweltminister Rupprechter die nötigen Mittel für das Naturwaldreservate-Programm aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung zu stellen, bevor wertvolle Naturparadiese für immer verloren gehen.
Rückfragehinweis:
Matthias Schickhofer, Buchautor, Tel.: + 43 699 11297184,
E-Mail: matthias.schickhofer@supportingchange.org
Bernhard Kohler, WWF-Naturschutzexperte, Tel. + 43 1 488 17-281,
E-Mail: bernhard.kohler@wwf.at
Termine: Buchpräsentationen in der Hauptbücherei Wien und bei Thalia
Hauptbücherei Wien, 14. Oktober 2015:
Öffentliche Erst-Präsentation des Buches „Unser Urwald“.
Beginn: 19 Uhr.
Adresse: Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien (U6 Burggasse-Stadthalle).
Programm-Ablauf:
Multimedia-Präsentation von Matthias Schickhofer, anschließend Diskussion mit dem Autor und Bernhard Kohler (WWF Österreich).
Moderation: Sonja Bettel (Wissenschaftsjournalistin).
Eintritt frei.
Thalia / W3, 27. Oktober 2015:
Multimedia-Präsentation „Unser Urwald“ von Matthias Schickhofer.
Beginn: 19 Uhr.
Adresse: Landstraßer Hauptstraße 2a/2b, 1030 Wien.
Eintritt frei.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
March erstmals über 30 Grad: WWF warnt vor Hitzestress für Fische
Neuer Höchstwert von 30,3 Grad bei Hohenau – Bisheriger Rekord aus 2018 deutlich überschritten – WWF fordert Ausweitung von Renaturierungsprojekten
WWF-Kritik an Linzer “Österreich-Deklaration”: Stillstand beim Bodenschutz wird zementiert
Zitierte ÖROK-Zahlen zeigen massive Zielverfehlung von Bund und Ländern
Hitze – WWF fordert Sonderbudget für Entsiegelung und Renaturierung
Bund und Länder sollen Gemeinden beim Umbau stark versiegelter Orte unterstützen – Zusätzliche Mittel für Begrünung, naturnahe Gewässer und mehr Wasserrückhalt – EU-Renaturierungsgesetz ambitioniert umsetzen
WWF und BirdLife fordern „Aktion scharf gegen Giftköder“
Grausame Geier-Vergiftung im Lesachtal muss Konsequenzen haben – Verbotenes Nervengift für 90 Prozent aller nachgewiesenen Wildtier-Vergiftungen verantwortlich – Seit Jahrzehnten verboten, aber bis heute eingesetzt
WWF: Anhaltende Hitzewelle belastet Wildtiere
Hitze und Trockenheit setzen Amphibien, Jungvögeln und Schmetterlingen besonders zu – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und gibt Tipps, um Wildtieren zu helfen
llegaler Tigerhandel: Neuer Report zeigt Schwächen in Südostasiens Justizsystemen
WWF, GuArdean und TRAFFIC analysieren Strafverfolgung in sieben Tiger-Verbreitungsstaaten – Drahtzieher und Geldgeber werden bisher zu selten belangt – WWF fordert verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Italienischer Top-Experte kritisiert Tiroler Wolfsabschuss: WWF fordert lückenlose Aufklärung
Zoologe Marco Apollonio bezeichnet Abschuss von Forschungswolf Mirco als „dumm und unnötig“ – WWF verlangt vollständige und transparente Aufklärung durch die Tiroler Landesregierung.
WWF-Erfolg: Mehr Wasser für den Mühlbach
Mehr Wasser, mehr Artenvielfalt: Dank der erfolgreich umgesetzten Maßnahme an der Grenzmur führt der Mühlbach heute mehr als doppelt so viel Wasser wie früher.













