Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform

Wien/Linz, am 15. Juli 2026. Dass das stark wachsende Google-Rechenzentrum in Kronstorf keiner Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterliegt, zeigt aus Sicht des WWF eine „gravierende Gesetzeslücke“. Die Umweltschutzorganisation fordert daher die Bundesregierung auf, große Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz zu verankern. Der neue UVP-Tatbestand müsse insbesondere den Strom- und Wasserbedarf sowie den Bodenverbrauch erfassen und es ermöglichen, sämtliche Ausbaustufen gemeinsam zu bewerten. „Das UVP-Gesetz muss mit neuen Großprojekten Schritt halten. Wer enorme Mengen an Energie, Boden und Wasser beanspruchen will, muss auch höchste Umweltstandards erfüllen“, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.
Der rasche Ausbau digitaler Infrastruktur verschärft aus Sicht des WWF den gesetzlichen Handlungsbedarf. Strenge Schwellenwerte sollten daher in Zukunft gewährleisten, dass ressourcenintensive Rechenzentren frühzeitig geprüft und alle Ausbaustufen gemeinsam betrachtet werden. Damit könnten auch die kumulierten Auswirkungen auf Energieversorgung, Wasser, Böden und regionale Infrastruktur bundesweit einheitlich erfasst und bewertet werden.
Für das laufende Behördenverfahren des Google-Projekts fordert der WWF eine strenge und transparente Prüfung durch das Land Oberösterreich. Vor jeder weiteren Genehmigung müssen der gesamte Flächen-, Strom- und Wasserbedarf aus Sicht des WWF offengelegt und unabhängig bewertet werden. Das gilt ebenso für die Auswirkungen auf das Stromnetz und die Region sowie für die Kosten notwendiger Infrastruktur und die Frage, wer diese trägt. Zudem braucht es verbindliche Auflagen für höchste Effizienzstandards, einen sparsamen Umgang mit Boden und Wasser sowie eine umfassende Nutzung der Abwärme.
„Die Gesamtauswirkungen des Projekts müssen auf den Tisch, bevor weitere Ausbaustufen genehmigt werden. Die Landesregierung sollte ihre Prüf- und Auflagenmöglichkeiten vollständig ausschöpfen, anstatt dem Projekt von vornherein den roten Teppich auszurollen“, sagt Simon Pories vom WWF.
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