Im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich beobachten wir einen Anstieg der Luchspopulation. Eine schöne Bestätigung für den grenzüberschreitenden Artenschutz!
Hunde-Spaziergang am Inn: Wie man Vogel-Nachwuchs schützen kann
Der Tiroler Inn ist nicht nur ein wunderschöner Ort für einen Spaziergang. Auch seltene Vögel schätzen die Kiesbänke des Flusses als Brutplatz. Das gilt auch etwa für die Schotterbänke im Nationalpark Donauauen. Flussuferläufer (im Bild) und Flussregenpfeifer lassen sich zum Brüten auf den Kiesbänken nieder, wo sie ihre Eier direkt zwischen die Steine legen.
Doch naturnahe Flüsse mitsamt Schotterbänken sind in Österreich stark verbaut worden, weshalb die Brutplätze fehlen. Die beiden Vogelarten sind dadurch in Bedrängnis geraten: Der Flussregenpfeifer ist gefährdet, der Flussuferläufer sogar stark gefährdet.
Und auch an den verbleibenden Brutplätzen am Inn gibt es leider Gefahren für die brütenden Vögel und ihren Nachwuchs. So ist etwa vielen Hundehalter:innen nicht bewusst, dass freilaufende Hunde die Brut stören können. Die Hunde werden von den Vögeln als Beutegreifer erkannt. Selbst wenn ein Hund die Vögel nicht direkt jagt, kann das die Vögel bereits so stark stressen, dass die Brut verloren geht. Doch die guten Nachrichten: Ein angeleinter Hund stört die Vögel weit weniger. Mit ausreichend Abstand und rücksichtsvollem Verhalten kann man die Natur am Inn genießen, ohne die Vögel zu stören.
WWF Österreich, BirdLife und das Land Tirol setzen sich für Rücksichtnahme entlang des Inns ein. Damit Hundebesitzer:innen und Spaziergänger:innen informiert werden, gibt es nun Schilder mit Warnhinweisen. Dort, wo Flussuferläufer oder Flussregenpfeifer brüten, werden im Rahmen des grenzübergreifenden Projekts INNsieme connect Hinweistafeln aufgestellt. Auf den Schildern wird darauf hingewiesen, dass die Kiesbänke und Inseln während der Brutzeit bis Ende Juli nicht betreten werden dürfen. Das gilt für Menschen, aber auch für Hunde, die von ihren Besitzer:innen in den sensiblen Naturräumen von der Leine gelassen werden. Denn jedes einzelne Brutpaar ist für das Überleben der seltenen Vogelarten von essenzieller Bedeutung.
Bereits seit mehreren Jahren führt BirdLife Erhebungen zu Flussuferläufern am Inn durch. Positiv ist, dass sich die Bestände in den letzten Jahren erholt haben und auch die Zahl der Reviere zugenommen hat. Seit 2024 wird auch in Pfunds und Fließ wieder gebrütet. Acht der zwölf besiedelten Flussabschnitte liegen in renaturierten Gebieten – ein deutlicher Beweis, dass die Maßnahmen wirken. Dennoch stagniert der Anteil der Reviere mit Jungvögeln seit 2020 bei rund 40%. An manchen Renaturierungsabschnitten konnten noch kaum Erfolge beim Brüten verzeichnet werden, da es besonders oft zu Störungen kommt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Menschen Rücksicht auf die seltenen Vögel nehmen.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Studie: Massiv gefährdete Donaustöre beinahe täglich Opfer von Wildtierkriminalität
In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
Schaf mit „Kettenhemd“: WWF kritisiert Kärntens Versäumnisse beim Herdenschutz
Debatte über Schutznetz für Schafe geht am Kernproblem vorbei – Land fördert derzeit keine anerkannten Herdenschutzmaßnahmen – WWF fordert Kurswechsel
WWF zum Tag der Haie: 80 Arten leben im Mittelmeer – und brauchen besseren Schutz
Über 60 Prozent der Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind bedroht – Überfischung und Verschmutzung als Ursache – Haifleisch oft versteckt auf Touristenmenüs – WWF ruft zu Vorsicht beim Fischkonsum auf und fordert strengere Kontrollen der Fischerei
Google-Rechenzentrum wird größer: WWF fordert strenge Umweltauflagen
Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf













