In zehn Jahren über 3.300 Störe in der Unteren Donau illegal getötet – WWF warnt vor Kollaps dieser wichtigen Vorkommen in Europa und fordert konsequentere Strafverfolgung
Illegaler Wolfs-Abschuss: WWF fordert Aktionsplan gegen Wildtierkriminalität
Nachdem heute bestätigt wurde, dass ein am 11. Dezember im Mühlviertel tot aufgefundener Wolf illegal abgeschossen wurde, fordert der WWF Österreich einen bundesweiten Aktionsplan gegen die illegale Verfolgung geschützter Arten. „Solche illegalen Entnahmen sind eine direkte Folge der populistischen Stimmungsmache gegen den Wolf. Es braucht jetzt klare und strenge Gegenmaßnahmen, um zu zeigen, dass derartige Taten Konsequenzen haben”, sagt WWF-Artenschutz-Experte Christian Pichler. Besonders wichtig ist dabei eine gute Abstimmung zwischen Behörden, Naturschutzorganisationen und Justiz. Nur so kann Wildtierkriminalität konsequent verfolgt und der Schutz bedrohter Arten langfristig sichergestellt werden.
26 getötete Wölfe bei rund 100 nachgewiesenen Tieren
Der aktuelle Fall ist heuer bereits der 26. getötete Wolf in Österreich – bei einer Gesamtpopulation von rund 100 nachgewiesenen Tieren. Damit wurde etwa ein Viertel der heuer bestätigten Wölfe bereits getötet. Die Mehrheit der Tiere (22) wurde auf Basis EU-rechtswidriger Verordnungen abgeschossen. Hinzu kommen drei weitere illegale Abschüsse sowie ein getötetes Tier im Straßenverkehr. „Berücksichtigt man zusätzlich die erfahrungsgemäß hohe Dunkelziffer bei Wildtierkriminalität sowie natürliche Todesursachen wie Krankheiten, ergibt sich ein dramatisches Bild vom Zustand der Wolfspopulation in Österreich“, sagt Experte Christian Pichler. Statt sinnloser Abschüsse von Tieren, die für die heimischen Ökosysteme wichtig sind, fordert der WWF eine Rückkehr zu wissenschaftlich fundierten Lösungen im Umgang mit dem Wolf. Zentrale Maßnahme dafür sei eine umfassende Herdenschutz-Offensive, die Konflikte präventiv entschärft und damit eine friedliche Koexistenz ermöglicht.
Verdachtsfälle melden
Verdächtige Funde oder andere Hinweise auf Wildtierkriminalität bitte sofort über die WWF-Hotline +43 676 444 66 12 melden. Per E-Mail ist dies unter meldung@wildlifecrime.at möglich. Gerne können Meldungen auch anonym und diskret bearbeitet werden.
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