Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
Nach Aus für Kraftwerk Kaunertal: Natura 2000-Schutz für Venter und Gurgler Ache!
Presseaussendung WWF
Innsbruck, 21. September 2015 – Das jahrelange Tauziehen um die Nutzung der Flüsse des hinteren Ötztals und der engagierte Einsatz von Umweltverbänden und Kaunertaler BürgerInnen vor Ort, hat ein Ende: Der längst fällige Stopp des UVP-Verfahrens durch die Tiroler Landesregierung, ist der erste Schritt zum endgültigen Aus für das Prestigeprojekt des scheidenden TIWAG-Chefs Bruno Wallnöfer. „Für uns war es der einzig logische Schritt, das Kraftwerk Kaunertal nun aufs ewige Eis zu legen“, kommentiert Christoph Walder vom WWF die Entscheidung der Landesregierung vom vergangenen Freitag.
Seit Monaten hatten sowohl der Verwaltungsgerichtshof als auch das Bundesverwaltungsgericht klargestellt, dass die Wasserrechte für das Kraftwerk Kaunertal nicht bei der TIWAG, sondern bei der Gemeinde Sölden liegen. Auch eine WWF-Beschwerde gegen die UVP- Entscheidung des Landes Tirol für das Kraftwerk Gurgler Ache ist noch anhängig. „Es liegt auf der Hand, dass das Monsterkraftwerk Kaunertal nicht nur ökologisch unverträglich, sondern auch sozial nicht umsetzbar wäre“, so Walder. Zu viele offene Verfahren im Streit um das Ötztaler Wasser stünden einer Einigung entgegen, wie Landesrätin Ingrid Felipe endlich richtig erkannt hat. „Jetzt ist der Weg frei für einen dauerhaften Schutz der letzten alpinen Wildnislandschaften im Tiroler Oberland!“, erklärt Walder.
Der WWF regt an, die gewonnene Zeit als Nachdenkpause zu nützen, um über die weiteren Ausbaupläne der Wasserkraft in Tirol zu beraten. „Eine Eingliederung der Venter und Gurgler Ache in das Natura 2000-Gebiet Ötztaler Alpen wäre eine sinnvolle Verbindung von Naturschutz mit Tourismus, denn gerade im hinteren Ötztal, in Verbindung mit dem Bergsteigerdorf Vent ist die unverbaute Natur das Kapital für die Zukunft“, so Walder.
Europaweit bedeutende Flüsse wie die Venter und Gurgler Ache und Hochtäler, die wichtige natürliche Vorkommen bedrohter Arten beherbergen, dürfen nicht für die Profitgier eines Energieversorgers geopfert werden. „Die TU Wien hat in einer brandaktuellen Studie nachgewiesen, dass Speicherkraftwerke wie im Kaunertal geplant, in Zukunft gar nicht gebraucht werden, um die Klimaziele Österreichs und damit die Energiewende zu schaffen“, so Walder abschließend.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, Pressesprecherin, WWF, Tel. +43 (01) 488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.
WWF-Bericht: Klimaschäden bald nicht mehr versicherbar
Bericht zeigt großen Handlungsbedarf bei der Vorsorge gegen klimabedingte Schäden – WWF legt 4-Punkte-Plan gegen aufgehende Versicherungslücke vor
Hochseeabkommen tritt in Kraft: WWF sieht „historische Chance” für den Meeresschutz
Rund zwei Drittel der weltweiten Meeresoberfläche ab Samstag erstmals unter Schutz – WWF begrüßt das Abkommen und fordert lückenlose Umsetzung
Mehrwertsteuer-Senkung: WWF fordert Fokus auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
Bundesregierung sollte Steuern vor allem auf pflanzliche Lebensmittel senken – Etwaige Subventionierung des Fleischabsatzes wäre klimaschädlich und gesundheitspolitisch falsch
Neue UBA-Prognose: WWF fordert Sofortprogramm zum Erreichen der Klimaziele
Österreich droht Klimaziele zu verfehlen, Strafzahlungen in Milliardenhöhe möglich – WWF fordert Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie Natur- und Bodenschutz-Offensive
Winterzeit ist Ruhezeit: WWF gibt Tipps zum Schutz von Wildtieren
Störungen in der kalten Jahreszeit gefährden heimische Arten – WWF ruft zu rücksichtsvollem Verhalten in der Natur auf
Kaunertal-Kraftwerk: Tiwag verweigert Auskünfte zu möglichen Sicherheitsrisiken
WWF-Informationsfreiheits-Anfrage nur lückenhaft bis gar nicht beantwortet: Landesenergiekonzern will Gefahrenberichte, Flutwellen-Szenarien und Hangrutsch-Monitoring im Kaunertal geheim halten













