Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Österreich darf nicht zum Land der toten Flüsse werden
Wien, 31. Juli 2009 – Der WWF kritisiert die Forderung des Vize-Generalsekretärs der Industriellenvereinigung (IV), Peter Koren, nach einem nationalen Schulterschluss für den Ausbau der Wasserkraft. „Klimaschutz und Naturschutz dürfen nicht gegenseitig ausgespielt werden“, warnt der WWF-Naturschutzdirektor Andreas Wurzer. „Wir brauchen keinen totalen Ausbau und damit die Zerstörung aller Flüsse und Bäche in Österreich für die Profitinteressen der Elektrizitätswirtschaft.
Österreich darf nicht zum Land der toten Flüsse werden!“, so Wurzer und betont, dass der technisch mögliche Ausbau der Wasserkraft in Österreich lediglich den zusätzlichen Energiebedarf der nächsten fünf Jahre abdecken würde. Es braucht daher ein Gesamtenergiekonzept für Österreich. Auch die Argumente der IV zur Standortsicherung und der Schaffung von Arbeitsplätzen lässt der WWF nicht gelten. „Auch Herr Koren von der IV weiß ganz genau, dass der Bau von Wasserkraftanlagen nur kurzfristig Arbeitsplätze schafft. Der WWF schlägt hingegen massive Investitionen im Bereich der Modernisierung bestehender Anlagen, für Einsparungs- und Effizienztechnik sowie für andere saubere Energieträger aus Wind, Sonne, Biomasse und Erdwärme vor. „Hier sollte sich die IV bemühen, dass Österreich zum grünen Standortkaiser und nicht zum Totengräber unserer heimischen Flüsse wird“, so die Forderung des WWF an die IV.
Der WWF startete heute in Wien eine bundesweite Kampagne zur Rettung der österreichischen Flüsse und Bäche. Ein Flüsse-Zelt und ein „Herz für Flüsse“ werden zwei Wochen lang durch Österreich touren. Der WWF fordert die Einhaltung des EU-Rechts und einen gesetzlichen Rahmen zum Schutz der Flüsse.
Für Rückfragen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF Österreich, Tel. 01-48817-231, Email: franko.petri@wwf.at.
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