Prof. Kromp-Kolb im Interview © WWF

Was sagt Österreichs führende Klimaforscherin zur Klimakrise? Im Gespräch mit Prof. Helga Kromp-Kolb

8. Januar 2020 | Team Panda News

Professor Helga Kromp-Kolb, Österreichs führende Klimaforscherin, hielt einen Vortrag beim Mitgliederforum des WWF Österreich. Das TEAM PANDA war dabei und hat ihr fünf Fragen gestellt. Lies hier die Antworten:

1.Halten Sie das Demonstrieren der Kinder im Rahmen von Fridays for Future, für unnötiges Schulschwänzen?
Mit Schulschwänzen hat das nichts zu tun. Es ist eigentlich ein Skandal, dass ihr Kinder und Jugendlichen um eure Zukunft kämpfen müsst, für die eigentlich wir Erwachsenen sorgen sollten. Ich freue mich, dass endlich Bewegung in die Sache gekommen ist. Ich warne seit 30 Jahren vor dem Klimawandel und bekomme jetzt so viele Anfragen und Unterstützung dazu wie nie zuvor!

2.Was nützt es, wenn ich weniger Fleisch esse, aber manche Politiker den Klimawandel leugnen?
Als prominentes Beispiel wäre etwa Donald Trump zu nennen. Aber trotz seiner Aussagen tun zum Beispiel der Bundesstaat Kalifornien oder die Stadt New York viel für den Klimaschutz. Hoffentlich folgen viele andere ihrem guten Beispiel! Was das Fleisch anlangt, ist es nicht nur klimafreundlicher, wenn alle weniger davon essen, sondern auch gesünder.

3.Österreich macht ohnehin schon viel für den Klimaschutz

Das stimmt leider nicht, es gibt noch so viel mehr Möglichkeiten die nicht genutzt werden. Und gute Beispiele gibt es sogar in China. So dürfen dort in einigen Riesenstädten mit Millionen von Einwohnern nur noch Autos oder Busse mit Elektroantrieb fahren. Dort ist die Luft schon viel besser geworden. Bei uns wird das Auto oft für ganz kurze Strecken benutzt, die man auch bequem mit dem Rad, dem Roller oder zu Fuß zurücklegen könnte.

4.Was passiert, wenn es nicht gelingt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen?
Dann passieren Veränderungen die nicht mehr zu stoppen sind wie ganz große Waldbrände, das Abschmelzen der Gletscher und der Pole oder das Austrocknen des Amazonas-Regenwaldes. Man kann dann nur noch darum kämpfen Hitze, Trockenheit und Unwetter zu überleben. Daher müssen jetzt weltweit die notwendigen Maßnahmen gesetzt werden, denn in 10 Jahren ist es dafür vielleicht schon zu spät.

5.Glauben Sie persönlich, dass es noch möglich ist?

Diese Frage stelle ich mir nicht, und für Pessimismus haben wir keine Zeit mehr. Wir müssen jetzt handeln, mit voller Kraft voraus! Ich habe Vertrauen zu den Menschen. Wenn sie sich etwas vornehmen, dann schaffen sie Unglaubliches – das sieht man auch am Beispiel von Greta Thunberg.

Frau Professor, herzlichen Dank für das Gespräch!

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