Im August rund 90 Prozent der Pegelmessstellen mit sehr niedriger Wasserführung – Niederösterreich, Burgenland und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert Schutzprogramm und Renaturierung
WWF-Bericht warnt vor immer schwereren Waldbränden weltweit
Umwelt-Allianz fordert Schaffung eines starken Lieferkettengesetzes gegen Entwaldung – Online-Konsultation gestartet
Ein aktueller Bericht der Umweltschutzorganisation WWF warnt vor immer stärkeren und häufigeren Waldbränden weltweit. 2020 könnte ein Jahr mit noch heftigeren Bränden als 2019 werden, als auf vielen Kontinenten bereits eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Feuern und abgebrannter Fläche registriert wurden. So lag die Zahl der Feueralarme bereits im April dieses Jahres weltweit um 13 Prozent über der von 2019. Hauptursachen sind heißeres und trockeneres Wetter aufgrund der Erderhitzung in Kombination mit menschengemachter und außer Kontrolle geratener Brandrodung, die vor allem durch Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Flächen verursacht wird. Mindestens 75 Prozent aller Brände außerhalb von Siedlungen sind laut Bericht menschengemacht.
„Die Brände im Amazonas und anderswo werden meist gezielt gelegt, um Platz für großflächige industrielle Landwirtschaft zu schaffen. Die Nachfrage aus der Europäischen Union nach Rohstoffen aus diesen Gebieten trägt dazu genauso bei, wie extreme Dürre und Hitze“, sagt Georg Scattolin, Leiter des internationalen Programms beim WWF Österreich. “Schuld daran ist in beiden Fällen unsere globale Lebens- und Wirtschaftsweise.” Weltweit ist die EU durch ihren Verbrauch von Rohstoffen wie Fleisch, Milchprodukten, Soja für Tierfutter, Palmöl, Kaffee und Kakao für über zehn Prozent der Waldzerstörung verantwortlich. Der WWF Österreich fordert daher, dass europäische und österreichische Unternehmen ihre Lieferketten entwaldungsfrei gestalten und insbesondere keine Waren importiert werden, für die der Regenwald abgeholzt wurde.
Die Europäische Kommission hat sich verpflichtet, im Jahr 2021 neue, auch gesetzliche Regelungen gegen die von Europa ausgehende weltweite Entwaldung vorzuschlagen und hat dazu vor kurzem eine Konsultation gestartet. Anlässlich dessen rufen über 100 zivilgesellschaftliche Organisationen unter dem Motto #together4forests die Bevölkerung zu Unterschriften für ein starkes EU-Waldschutzgesetz auf. Ziel der Umwelt-Allianz ist es, die EU-Kommission zu einer möglichst strengen Regelung zu drängen, die Produkte, die mit Entwaldung, Waldbränden, Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang stehen, verlässlich vom europäischen Markt fernhält.
„Bei fast jedem Einkauf haben wir Produkte im Warenkorb, die mit Entwaldung in Verbindung stehen. Diesem Raubbau müssen wir dringend einen Riegel vorschieben. Wälder sind ein wichtiger Schutzschild gegen die Erderhitzung, Pandemien und den Verlust der biologischen Vielfalt. Bisher tritt die EU weltweit insgesamt eher als Verursacherin von Waldzerstörung denn als Waldschützerin in Erscheinung. Das muss sich ändern. In Zukunft dürfen keine Produkte mehr importiert werden, für die die Tropen und andere Wälder weiter abgeholzt werden“, fordert Scattolin. Die Entwaldung ist nach Angaben der Umweltorganisation weltweit die zweitwichtigste Quelle von Treibhausgasemissionen. 80 Prozent der Entwaldung gehe auf die Landwirtschaft zurück, häufig für Exportprodukte, für die die EU einer der wichtigsten Importmärkte ist.
Die Webseite der Kampagne #Together4Forests: wwf.at/together4forests
Rückfragehinweis:
Alexa Lutteri, MA BSc
Pressesprecherin WWF Österreich
+43 676 834 88 240
alexa.lutteri@wwf.at
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