Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF: Sulmkraftwerk nach Beschluss der Donauländer nicht mehr möglich
Wien, 24. Juni 2013 – Immer engmaschiger wird das Netz an nationalen und internationalen Vorgaben gegen eine Errichtung des umstrittenen Kraftwerks an der Schwarzen Sulm. Jüngst haben hochrangige Vertreter der Donauanrainerstaaten unter Beteiligung der E-Wirtschaft den Beschluss gefasst, dass Wasserkraftwerke im gesamten Donaueinzugsgebiet nur mehr errichtet werden dürfen, wenn sie besondere Kriterien erfüllen und nicht in No-Go Areas liegen. Auch nach diesem Prüfschema fällt das Sulmkraftwerk eindeutig durch. „Es gibt selten Kraftwerksprojekte, bei denen so klar auf der Hand liegt, dass der Flussschutz Vorrang vor allen anderen Interessen haben muss“, ist Christoph Walder vom WWF überzeugt. „Die Resolution der internationalen Donauschutzkommission ist ein wichtiger Schritt, um bei der Wasserkraft die Spreu vom Weizen zu trennen.“
Umweltminister Nikolaus Berlakovich soll jetzt endlich die vom Steirischen Landeshauptmann Franz Voves selbst geforderte Weisung erteilen, damit an der Sulm ein Baustopp verhängt werden kann. „Wenn jemand so oft um Hilfe bettelt wie Voves, sollte dem Mann geholfen werden!“, so Walder. Berlakovich müsse nun die Verantwortung für einen der wertvollsten Naturräume Österreichs übernehmen und somit der Rechtsstaatlichkeit und der ökologischen Vernunft zum Durchbruch verhelfen.
Die Schwarze Sulm ist aufgrund ihrer ökologischen Einzigartigkeit ein Österreichisches Flussheiligtum von europäischem Rang. Der strenge Natura 2000-Schutz muss demnächst aufgrund einer EU-Beschwerde sogar noch erweitert werden, um den seltenen Steinkrebs zu erhalten. Das Umweltministerium hat den positiven Wasserrechtsbescheid des Landes Steiermark bereits aufgehoben, weil das Kraftwerk nicht „im öffentlichen Interesse“ liegt und mit dem modernen Österreichischen Wasserrecht somit nicht in Einklang zu bringen ist.
„Nun verstößt das Projekt auch noch gegen die internationale Donauresolution, die sogar von der heimischen E-Wirtschaft mitgetragen wird“, schüttelt Walder vom WWF den Kopf. „Landeshauptmann Voves kann sich jetzt eigentlich nur noch lächerlich machen, wenn er sich weiterhin am Gängelband zweier Privater halten lässt, die das Kleinkraftwerk zum Schaden Österreichs bauen wollen.“
Umsichtige Landespolitik müsse sich nach objektiven Kriterien und nicht nach einer „Mir-san-mir-Mentalität“ orientieren, so der WWF.
Bekanntlich kann die Republik Österreich durch die Errichtung des Sulmkraftwerkes in eine EU-rechtliche Verurteilung schlittern, die hohe Strafzahlungen nach sich ziehen würde.
Rückfragehinweis: Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel.: 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus
Tirol: Gericht bestätigt Absage an Kalserbach-Kraftwerk
Landesverwaltungsgericht weist Beschwerde der Gemeinde Kals ab – Natura 2000-Schutz kann Vorrang vor Wasserkraft-Ausbau haben – WWF fordert endgültigen Projektstopp
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Google-Ausbau: WWF fordert rasche Reparatur des UVP-Gesetzes
Neue Zahlen: Möglicher Stromverbrauch entspricht fast einem Drittel des Stromverbrauchs von ganz Oberösterreich – Gesamter Ausbau muss Umweltprüfung durchlaufen – Stromhunger darf nicht auf Natur abgewälzt werden
Huchensterben in der Ybbs: WWF warnt vor tödlichen Wanderhindernissen
Fotos zeigen stark gefährdete Fische vor Kraftwerksbarrieren – WWF fordert funktionsfähige Fischaufstiege und durchgängige Flüsse als Schutz vor zunehmender Hitze
WWF-Erfolg: Tiwag muss Gefahrenanalysen herausgeben
Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gibt dem WWF recht: Die Tiwag muss wichtige Dokumente rund um den geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal herausgeben. Dazu zählen auch Flutwellenberechnungen und Gefahrenszenarien.
WWF-Untersuchung: Wildfluss-Heuschrecken am Tiroler Inn verschwunden
Drei stark gefährdete Arten nur noch am Zubringer Ötztaler Ache nachweisbar – Flussverbauungen und Wasserableitungen setzen letzte Lebensräume unter Druck – WWF fordert großflächige Renaturierungen
WWF: Gericht verpflichtet Tiwag zur Herausgabe von Gefahrenanalysen
Landesverwaltungsgericht gibt WWF recht: Landesenergiekonzern muss Untersuchungen zu klimabedingten Naturgefahren, Flutwellenberechnungen, Alarmpläne und Gefahrenszenarien zum Gepatsch-Speicher herausgeben
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz verankern – Umweltorganisation verlangt Gesamtprüfung und strenge Umweltauflagen für Google-Ausbau in Kronstorf













