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Wie Tiere voneinander lernen
Beobachten und Nachahmen – so lernen wir von anderen Menschen mehr, als wir durch eigene Erfahrungen jemals lernen könnten. Aber wie lernen Tiere? Richtig. Tiere machen dasselbe wie wir Menschen. Sie lernen hauptsächlich voneinander. Ganz schön clever, was? Erfahre, welche coolen Lerntricks sie auf Lager haben!
Smartphones wären nie erfunden worden, hätte man nicht auf dem Wissen früherer Generationen aufbauen können. Die Fähigkeit des Menschen, voneinander zu lernen, ermöglicht uns ein außergewöhnliches Leben. Tiere können zwar keine Raketen bauen, um zum Mond zu fliegen. Aber es wurde schon oft bewiesen: Auch sie lernen voneinander, um ein besseres, einfacheres und sicheres Leben zu führen. Manchmal lernen sie sogar vom Menschen!
„Monkey see, monkey do“
Diese englische Redewendung beschreibt es ganz gut. „Affe schau, Affe mach!“ Durch Beobachtung und Nachahmung lernen Affen bestimmte Verhaltensweisen voneinander. Es ist dokumentiert, wie sich Schimpansen den Einsatz neuer Werkzeuge abschauen. Um Wasser aus Baumhöhlen zu holen, verwenden sie Schwämme aus Moos. Wie sie es zuvor bei einem Schimpansen-Männchen aus ihrer Gruppe beobachtet haben.
Sie schauen sich sogar die Mode voneinander ab. Schimpansin Julie aus einem Schutzgebiet in Sambia kam auf eine fesche Idee: Sie steckte sich einen Grashalm ins Ohr und trug ihn wie Schmuck. Andere Affen in Julies Gruppe fanden das offensichtlich gut. Nach einem Jahr liefen acht der zwölf Gruppenmitglieder mit einem Grashalm im Ohr herum. Andere Schimpansen im selben Reservat kannten diesen Mode dagegen nicht.
Da Affen dem Menschen sehr ähnlich sind, ist ihre große Lernfähigkeit keine Überraschung. Bei Menschenaffen konnte man einige Tausend solcher Verhaltensweisen beobachten, die sie sich voneinander abschauen. Bei Menschen liegen die Möglichkeiten jedoch im Milliardenbereich!
Wie? Wer? Was? Wo? Wann?
Auch viele andere Säugetiere geben Wissen weiter. Wale zum Beispiel: Wenn sie kommunizieren, hört sich das oft an als würden sie singen. Buckelwal-Populationen können ganze Lieder von anderen Populationen erlernen. Hunde schauen sich sogar vom Menschen ab, wie man Türen öffnet.
Neben Säugetieren lernen auch Vögel, Fische, Reptilien, Amphibien und Insekten voneinander. Aber auch von anderen Arten. Manche Singvögel (in menschlicher Gefangenschaft) ahmen die Geräusche elektronischer Geräte nach, etwa Handy-Klingeltöne. Graugänse beschäftigen sich länger und erfolgreicher mit geschlossenen Dosen, wenn sie zuvor beobachtet haben, dass Menschen mit ihnen hantiert haben.
Von einigen Fischarten weiß man, dass sie ihre Wanderrouten und Aufenthaltsorte in der Gruppe lernen, um besser Nahrung finden zu können. Überhaupt erfahren viele Tierarten durch Beobachtung, wann sie wo etwas zum Essen finden. Z. B.: „Früchte gibt es hier im Herbst“. Voneinander zu lernen ist auch entscheidend für die eigene Sicherheit. Krähen bringen ihren Nachkommen etwa bei, von wem sie sich besser fernhalten sollen.
Wer sich wie mit was, wo und wann verhält – all das können Tiere voneinander lernen. Manche Arten haben größere, andere kleinere Lernfähigkeiten. Aber eines ist klar: Wir Menschen sind nicht die einzigen „Blitzgneißer“ auf diesem schönen Planeten.
Ein Leben lang lernen – das tun Tiere und Menschen. Was Umweltschutzorganisationen wie der WWF gelernt haben: Unsere Erde ist einzigartig und verletzlich. Wir müssen gut auf sie aufpassen und sie schützen. Damit alle Lebewesen ein gutes Leben führen können.



