Trommelmeister, Hirschkäfer und Co.

Auf und im Baum ist ordentlich was los!

Einige Beispiele von Tierarten, die in einem gesunden Wald vorkommen:

Der Trommelmeister

Schwarzspecht, © by Wild Wonders of Europe / Varesvuo / naturepl.com
Schwarzspecht © Wild Wonders of Europe / Varesvuo / naturepl.com

Der Schwarzspecht ist der größte unter den Spechtarten und baut seine Bruthöhlen vor allem in ganz alten Laubbäumen. Wenn ein Specht mit seinem Schnabel gegen einen Baumstamm klopft, entsteht ein regelrechter Trommelwirbel. Bis zu 20 Schläge pro Sekunde (!) kann er dabei ausführen. Forscher beobachteten, dass manche Spechtarten so bis zu 12.000 Schläge am Tag durchführen. Schädel, Halswirbel und Schnabel der Spechte sind gut an diese Bewegung angepasst. Durch dieses Klopfen kann der Specht die Baumrinde aufmeißeln, um Nahrung zu finden oder sich eine Höhle bauen. Sein schallendes Trommeln hilft dem männlichen Specht auch dabei, Weibchen anzulocken und sein Revier zu markieren.

Der mit dem Geweih

Hirschkäfer, © by Wild Wonders of Europe / Benvie / naturepl.com
Hirschkäfer © Wild Wonders of Europe / Benvie / naturepl.com

Hirschkäfer sind die größten Käfer Mitteleuropas. Die Weibchen legen ihre ca. 20 Eier bevorzugt in alte Eichen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven und diese ernähren sich bis zu 8 Jahre lang (!) vom Totholz.  Hirschkäfer Männchen werden besonders groß – bis zu 90 mm – und haben bis zu 3 cm lange Oberkiefer, die aussehen wie ein Geweih. Als Käfer leben sie dann nur mehr ca. 4 bis 8 Wochen.

Der Einsiedler

Eremit, © by Matthias Schickhofer
Eremit © Matthias Schickhofer

Den Eremit sieht man fast nie. Deshalb passt auch der Name sehr gut zu ihm. Er lebt sehr zurückgezogen in Baumhöhlen. Besiedelt werden keine gesunden Bäume, sondern alte Stämme, die möglichst große Höhlen mit feuchtem Mulm – so nennt man sich zersetzendes Holz – haben. Solche Höhlen bilden sich bei Eichen ab einem Alter von etwa 150 bis 200 Jahren. Der Eremit ist eine „Schirmart“: das bedeutet, dass er anzeigt, dass auch viele andere Arten die auf Totholz angewiesen sind, dort leben wo er vorkommt. Totholz? Was ist das denn?

Der Einsame

Habichtskauz, © by WWF Canon_Mima Junkichi
Habichtskauz © WWF Canon_Mima Junkichi

Nach dem Uhu ist der Habichtskauz mit einer Flügelspannweite von 115 bis 125 cm die zweitgrößte Eule. Der beste Lebensraum für den Habichtskauz sind lichte Wälder mit alten Bäumen in denen er viele kleine Säugetiere zum Jagen findet. Auch Waldlandschaften mit Wiesen, sind für ihn wichtig. Tagsüber ist der Habichtskauz nur im Winter zu entdecken, oder wenn er seine Jungen aufzieht. Er ist dämmerungs- und nachaktiv! Weil dieser Kauz aus Österreich verschwunden war, siedelt man ihn seit einigen Jahren im Wildnisgebiet Dürrenstein in NÖ und im Biosphärenpark Wienerwald wieder an.

Der Schönste

Alpenbock im Karwendel, © by A. Heufelder-Alpenpark Karwendel
Ein Alpenbock  © A. Heufelder/Alpenpark Karwendel

Totholz ist auch die Lebensgrundlage des Alpenbocks. Von Juni bis September legen die weiblichen Bockkäfer ihre Eier in Borkenrisse absterbender, bzw. bereits toter – aber möglichst noch nicht umgefallener – Buchen. Drei bis vier Jahre dauert die Entwicklung vom Ei über mehrere Larvenstadien und der Puppe bis hin zum Käfer! Da es in wirtschaftlich genutzten Wäldern meistens das Totholz fast ganz entfernt wird, sind der Alpenbock und auch andere holzbewohnende Arten gefährdet.

Die Wilde

Wildkatze, © by Nationalpark Thayatal
Eine Wildkatze © Nationalpark Thayatal

Die Wildkatze hat ein sandfarbenes Fell und auffällige schwarze Streifen am Rücken. Sie war in Österreich schon ausgestorben. Aber in den letzten Jahren gibt es wieder öfter Wildkatzen-Sichtungen, zum Beispiel in Niederösterreich im Nationalpark Thayatal!

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