Mobilität

Wiener Stadtstraße: WWF kritisiert die Räumung des Protestcamps

1. Februar 2022 | Team Panda News

Seit Monaten setzten sich viele junge Menschen friedlich gegen den Bau der Wiener Stadtstraße und der Lobau-Autobahn ein. Heute wurde dieser friedliche Protest der Umwelt- und Klimaschützer*innen durch eine von der Stadt Wien beauftragte polizeiliche Räumung des Camps beendet.

WWF-Bodenschutzsprecherin Maria Schachinger versteht dies auch als Zeichen, dass der versprochene „Dialog“ – also auf Augenhöhe miteinander zu sprechen – von den Politiker*innen zu keinem Zeitpunkt ernst gemeint war. Sie sagt: „Inmitten der Klimakrise ist der Bau einer neuen vierspurigen Straße verantwortungslos. Die Stadt Wien sollte endlich ihre auf Autos bezogene Verkehrspolitik beenden und auf sinnvolle, klimafreundliche Lösungen setzen!“

Obwohl Umweltministerin Leonore Gewessler die S1-Lobau-Autobahn bereits teilweise abgesagt hat, fordern die regierenden Wiener Politikerinnen und Politiker weiterhin, dass diese gebaut wird. Der Bodenverbrauch für diese Straßenprojekte wäre jedoch riesig und würde sehr viel Geld kosten. Der WWF fordert daher, dass mit den dafür vorgesehenen Milliarden von Euro lieber neue Radwege errichtet und die Öffis verbessert werden sollen.

Monika Spiekerman von der WWF-Jugendorganisation Generation Earth verfolgte die Räumung des Stadtstraßen-Protestcamps vor Ort mit: „Es werden bereits Bäume für den Bau der Stadtstraße gefällt. Wenn es nach der Stadt Wien geht, muss die Natur dem Straßenbau weichen. Wo bleibt da die Klimamusterstadt?“

Für den WWF ist klar: Auch wenn das Camp heute geräumt wurde: der Einsatz für eine klimafreundliche Mobilität *) geht weiter. Denn wissenschaftlich ist längt erwiesen, dass neue Straßen immer auch eines bedeuten: noch mehr Autos!

 

*) Unter „Mobilität“ wird die Bewegung von Menschen außer Haus, um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen, verstanden.

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