Schatten und Licht, Klimaschutz oder nicht? WWF TEAM PANDA zum Ergebnis der Weltklimakonferenz

17. November 2021 | Team Panda News

Dass wir Menschen in den reichen Industriestaaten mit unserem Lebensstil dem Planeten schaden, wissen wir längst. Dass es höchste Zeit ist, die Erderhitzung zu stoppen, ebenfalls. Doch vom „darüber Reden“ zum „dagegen wirklich etwas Tun“ zu kommen und in allen Ländern ganz viel zu verändern, das geht leider viel zu langsam.

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow (Schottland) hat sich das wieder einmal gezeigt. Die COP 26 ging am 13. November zu Ende. Ganz zum Schluss verhandelten die rund 200 Länder die daran teilgenommen haben, besonders hart. Unsere Klimasprecherin Lisa Plattner war für den WWF dabei. Was ist aus ihrer Sicht herausgekommen?

Schatten: Drei schlechte Nachrichten

Lisa sagt: „Wir haben uns viel mehr erwartet. Besonders schlimm ist, dass viele Länder nach wie vor an der Stromerzeugung aus Kohle festhalten wollen. Wenn das so weitergeht, ist die Chance, das 1,5 Grad-Ziel des Klimagipfels von Paris zu erreichen fast schon vertan!“ 2015 wurde auf der COP in Paris beschlossen, dass alles getan wird, um die Erderhitzung auf eineinhalb Grad zu begrenzen. Dazu ist es aber notwendig, dass alle Staaten rasch und komplett aus der Nutzung von Kohle aussteigen. Jetzt wurde in Glasgow weiter verhandelt und ein Kompromiss festgeschrieben, durch den die Nutzung der Kohle zwar reduziert, aber eben nicht schnell genug beendet wird.

Auch bei der Klimagerechtigkeit blieb es in Glasgow bei Ankündigungen und Versprechen. Wieviel Geld reiche Länder den ärmeren Ländern geben werden um die Klimakrise auch dort zu bekämpfen, haben sie nicht gesagt. Lisa kritisiert, dass die Menschen in armen Ländern mit den Folgen der Klimakrise weiterhin allein gelassen werden. Es kostet enorm viel Geld, die Schäden für die Menschen, die Artenvielfalt und die letzten intakten Naturgebiete zu verringern oder zu reparieren, das diese Länder alleine nicht haben.

In Österreich läuft zwar einiges in die richtige Richtung, wie zum Beispiel beim Klimaticket oder dem Austausch von Ölheizungen, aber zu vieles läuft nach wie vor falsch. Unser CO2-Ausstoß und der Bodenverbrauch  sind sogar gestiegen, statt zu sinken. Damit sich der Trend endlich umkehrt, müsste mehr Geld der Steuerzahler*innen fürs Energiesparen und für erneuerbare Energie ausgegeben werden, als für Projekte die unsere Umwelt zerstören, wie neue Autobahnen. Außerdem brauchen wir endlich starke Gesetze für den Klimaschutz, für das Energiesparen, für mehr Wärmedämmung und für die Wiederherstellung von verbauter Natur.

Licht: Drei gute Nachrichten

100 Länder haben versprochen, die Zerstörung der Wälder und anderer wichtiger Naturräume bis 2030 zu stoppen. Höchste Zeit, denn weltweit wird ständig weiter sehr viel Wald gerodet. Darunter ist auch sehr wertvoller Regenwald, den wir als Grüne Lunge unseres Planeten brauchen. Der WWF wird auf der ganzen Welt weiter daran arbeiten, dass es hier nicht nur beim Versprechen bleibt!

Außerdem soll weniger vom extrem klimaschädlichen Treibhausgas Methan erzeugt werden. Es entsteht vor allem bei der Massentierhaltung von Rindern – mehr in diesem Video – sowie bei der Gewinnung und Verarbeitung fossiler Brennstoffe, allen voran bei Erdgas. Hier können wir alle unseren Beitrag leisten, indem wir weniger und dafür besseres Biofleisch essen und das Gas zum Heizen und Kochen super sparsam verwenden.

Der dritte Punkt ist: 24 Staaten, darunter auch Österreich, sowie einige Autoproduzenten und Städte haben angekündigt, keine Verbrennungsmotoren mehr herzustellen. Am besten ist es natürlich, zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren, dabei entstehen gar keine Treibhausgase. Danach kommen Bus, Straßenbahn, Zug und U-Bahn mit sehr geringen Emissionen. Aber auch der Plan, anstelle von Motoren die mit Diesel oder Benzin betrieben werden, Elektroantriebe zu nutzen, ist super für‘s Klima und verdient einen großen Applaus. Auch hier kannst du selbst was tun! Schau mal hier rein

Die Zusammenfassung

Um das Klima zu retten und die Erde nicht zu heiß werden zu lassen, braucht es echte, schnelle Taten statt nur die Ankündigung von „Arbeitsprogrammen“. Und hier kommen wir alle ins Spiel: Wir Klimaschützerinnen und Klimaschützer müssen das den Regierungen auf der ganzen Welt, in allen Städten und Gemeinden immer wieder sagen, und das so laut, dass sie es nicht mehr überhören können. Wir brauchen KLIMASCHUTZ JETZT, wir brauchen TATEN STATT WORTE, wir brauchen EINE GESUNDE ZUKUNFT !!

Pia Panda, die fröhlich eine Faust in die Luft wirft

Wir kämpfen für echten Klimaschutz! © WWF

 

 

 

Rückfragen

Weitere Neuigkeiten

Tiere in Not: So kannst du Igeln helfen!

Tiere in Not: So kannst du Igeln helfen!

Igel schützen - so gehts! Igel haben es nicht leicht: Sehr viele werden von Autos überfahren. In Wohngebieten finden sie immer seltener einen passenden Unterschlupf. Wollt ihr ihnen helfen? Hier findet ihr unsere Tipps: Igel brauchen Hecken, hohes Gras, Sträucher und...

mehr lesen
WWF-Aktion: Wiese und Bäume statt Beton!

WWF-Aktion: Wiese und Bäume statt Beton!

© Johannes ZinnerDer 20. Oktober 2021 ist ein wichtiger Tag für den Schutz unseres Bodens. Der WWF hat Vertreter*innen der Regierung, der Bundesländer und der Gemeinden an einen Tisch gebracht. Wir fordern: Politikerinnen und Politiker müssen den Flächen“fraß“ endlich...

mehr lesen
Am 29. Juli ist Welterschöpfungstag

Am 29. Juli ist Welterschöpfungstag

Am 29. Juli ist Welterschöpfungstag Der so genannte Earth Overshoot Day oder Welterschöpfungstag findet heuer bereits am 29. Juli statt. Es ist der Tag, an dem die Ressourcen der Erde - das heißt alle Naturgüter die wir zum Beispiel für Nahrung, Kleidung und Baustoffe...

mehr lesen
Spannende Auen-Rätselrallye

Spannende Auen-Rätselrallye

Mach mit und gewinne! Wenn du mit deiner Familie oder deinen Freund*innen das WWF-Reservat Marchegg besuchst, erlebst du den Auen-Dschungel hautnah und kannst viele Tiere beobachten! In dieser ganz besonderen Auenlandschaft leben über 500 gefährdete Tier- und...

mehr lesen
Kinder und Jugendliche vor den Vorhang

Kinder und Jugendliche vor den Vorhang

Willst auch du eine Aktion für bedrohte Tierarten starten? Berichte zum Beispiel deinen Schulkolleg*innen über ein Tier das dich besonders interessiert. Informiere deine Freund*innen mit einem Referat, einer Aktion oder Ausstellung. Vielleicht finden dann mehr Kinder...

mehr lesen
Sind Faultiere wirklich faul?

Sind Faultiere wirklich faul?

Wenn sich ein Faultier durch die Bäume hangelt, ist es mit einer Geschwindigkeit von acht bis zehn Metern pro Minute unterwegs. Die meiste Zeit bewegen sich Faultiere überhaupt nicht. Sie schlafen etwa 15 bis 18 Stunden am Tag! Ein Leben lang abhängen Im Regenwald von...

mehr lesen
Vincent Bueno schenkt dem Planeten seine Stimme

Vincent Bueno schenkt dem Planeten seine Stimme

Morgen startet das zweite Halbfinale des Eurovision Song Contest! Österreichs Teilnehmer Vincent Bueno wendet sich aus diesem Anlass mit einer Botschaft an alle Fans: „Ich gebe meine Stimme für den Planeten – werdet ihr es auch tun?“ #VoiceForThePlanet - eine stimmige...

mehr lesen
Der Komodowaran

Der Komodowaran

Die riesigen Echsen sehen den Dinosauriern ziemlich ähnlich. Eine direkte Verwandtschaft gibt es trotzdem nicht! Warane entwickelten sich nämlich erst viele Millionen Jahre, nachdem die Dinos von der Erde verschwunden waren. Die größte Echse unserer Zeit Der...

mehr lesen
Die bizarren Echsen der Welt

Die bizarren Echsen der Welt

Weltweit gibt es tausende verschiedene Arten von Reptilien. Dazu zählen etwa Krokodile und Schildkröten, oder die in Österreich heimische Ringelnatter und die Zauneidechse. Viel riesiger als unsere Eidechse ist ... Der Komodowaran Die größte Echse der Welt kann drei...

mehr lesen
Die 10 größten Geheimnisse von Löwen

Die 10 größten Geheimnisse von Löwen

1. Fast alle wilden Löwen leben in Afrika, aber eine kleine Gruppe.. ... existiert in Indien! Der Sasan Gir Nationalpark im Westen Indiens ist die einzige Region außerhalb Afrikas, in der noch freilebende Löwen zu finden sind. 2. Sie sind Schwergewichte Männchen...

mehr lesen
Fünf junge Luchse freigelassen!

Fünf junge Luchse freigelassen!

Lenka, Julija, Tris, Zois und Aida. So heißen die fünf Luchsinnen und Luchse, in die der WWF große Hoffnungen setzt. Sie sollen die julischen Alpen südlich von Kärnten wieder mit Luchs-Leben erfüllen. Wildtiere aus Slowenien, Italien und Österreich kommen in diesem...

mehr lesen