© Ola Jennersten/ WWF-Sweden
FFH- und Vogelschutzrichtlinie unter Druck: Europas Naturschutz braucht Ihre Stimme
Sauberes Wasser. Gesunde Wälder. Artenreiche Landschaften. Viele der schönsten und wertvollsten Naturgebiete Europas werden durch zwei EU-Gesetze geschützt: die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und die Vogelschutzrichtlinie. Sie bilden das Fundament des europäischen Naturschutzes. Doch genau diese Gesetze stellt die EU-Kommission aktuell im Rahmen eines „Stresstests“ erneut auf dem Prüfstand.
Naturschutz-Abschwächung unter dem Deckmantel „Vereinfachung“
Offiziell geht es darum zu untersuchen, ob die Gesetze vereinfacht werden können. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen jedoch: Unter dem Schlagwort „Vereinfachung“ wurden bereits mehrfach Umweltstandards geschwächt.
Werden Sie zur starken Stimme für Europas Natur
Der WWF setzt sich mit vielen Partnerorganisationen im Rahmen von #HandsOffNature dafür ein, dass Europas Naturschutz nicht geschwächt, sondern konsequent umgesetzt wird. Dabei brauchen wir Ihre Unterstützung!
Bis zum 10. August können Bürger:innen im Rahmen einer öffentlichen Konsultation der EU-Kommission ihre Meinung einbringen. Je mehr Menschen deutlich machen, dass sie hinter Europas Naturschutz stehen, desto schwerer wird es, Schutzstandards aufzuweichen. Stehen Sie unserer Natur zur Seite?
So einfach machen Sie mit!
Mit dieser einfachen Schritt-für-Schritt Anleitung stärken Sie Europas Naturschutzgesetze in nur wenigen Minuten.
- Öffnen Sie die Konsultationsplattform der EU-Kommission. Wählen Sie oben rechts „Deutsch“ als Sprache aus.
- Melden Sie sich mit Ihrem EU-Login an oder erstellen Sie kostenlos ein Konto.
- Klicken Sie auf „Sämtliche Initiativen“ und suchen Sie nach dem Stichwort: „Vogelschutzrichtlinie“ und wählen Sie anschließend die Konsultation „Vogelschutzrichtlinie und Habitat-Richtlinie – Stresstest“ aus. Oder nutzen Sie direkt diesen Link.
- Lesen Sie die Kurzbeschreibung der Konsultation und klicken Sie auf: „Zur Konsultation“ Anschließend scrollen Sie nach unten und wählen: „Fragebogen beantworten“.
- Stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und beantworten Sie die Fragen des Fragebogens.
- Klicken Sie auf „Absenden“.
Vielen Dank, dass Sie Europas Natur eine Stimme geben!
Was sind die FFH- und die Vogelschutzrichtlinie?
Die Vogelschutzrichtlinie schützt Europas wildlebende Vogelarten und ihre Lebensräume. Die FFH-Richtlinie schützt bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie wertvolle Lebensräume wie Moore, Flüsse, Wälder oder Küsten.
Gemeinsam bilden sie die Grundlage für das Natura-2000-Netzwerk. In Österreich gehören mehr als 350 Schutzgebiete dazu – vom Neusiedler See über die March-Thaya-Auen bis ins Rheindelta.
Diese Gebiete schützen nicht nur seltene Arten. Sie helfen auch dabei,
- Wasser sauber zu halten
- Überschwemmungen abzumildern
- Kohlenstoff zu speichern,
- Erholung in der Natur zu ermöglichen
- unsere Lebensgrundlagen zu sichern.
Warum sind die FFH- & Vogelschutzrichtlinie so wichtig?
Europas Natur steht unter Druck. Viele Lebensräume sind in schlechtem Zustand, Arten verschwinden und Ökosysteme geraten aus dem Gleichgewicht. Gerade deshalb brauchen wir starke Naturschutzgesetze. Denn Naturschutz schützt auch uns Menschen.
Die FFH- und die Vogelschutzrichtlinie sorgen dafür, dass Natur nicht einfach verdrängt oder zerstört werden kann. Sie schaffen klare Regeln und schützen Orte, die für Tiere, Pflanzen und Menschen unverzichtbar sind.
Warum engagiert sich der WWF für die FFH- und Vogelschutz-Richtlinie?
Die Fauna-Flora-Habitat- und die Vogelschutzrichtlinie sind der Rechtsrahmen für das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 – das Herzstück des europäischen Naturschutzes. Österreichweit gibt es mehr als 350 FFH- und Vogelschutzgebiete auf rund 15,4 % der Landfläche. Ein zusammenhängendes Netzwerk von Schutzgebieten ist zentral für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Natura 2000 ist eines der wichtigsten Instrumente, die Europa dafür geschaffen hat. Angesichts des schlechten Zustands vieler Lebensräume und Arten wäre eine Aufweichung der Schutzstandards fatal. Statt die Richtlinien abzuschwächen, braucht es ihre konsequente Umsetzung.
Deshalb setzt sich der WWF gemeinsam mit vielen Partnern dafür ein, Europas Naturschutz eine starke Stimme zu geben.
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