Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Vergiftete Gänsegeier: Neue Spuren im Kärntner Giftfall
Im Fall der im April vergifteten Gänsegeier im Kärntner Lesachtal gibt es neue Erkenntnisse. Zumindest drei der verendeten Vögel hatten Fleisch vom Rotwild im Magen, berichten der WWF und BirdLife Österreich auf Basis neuer Analysen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI). Genetisch untersucht wurden die Nahrungsreste in den Mägen der Gänsegeier.
„Die neuen Erkenntnisse erhärten den Verdacht auf einen gezielten Giftanschlag gegen geschützte Wildtiere. Rotwild zählt zur Hauptbeute von Wölfen, die wiederholt Ziel von Vergiftungen gewesen sind. Daher liegt der Verdacht nahe, dass auch im Lesachtal Wölfe getroffen werden sollten“, sagt WWF-Expertin Christina Wolf-Petre. Historisch zählten Vergiftungen zu den Hauptursachen für die ursprüngliche Ausrottung des Wolfs in Österreich. Erst im April wurden in Italien zumindest 18 Wölfe mit dem EU-weit verbotenen Carbofuran vergiftet.
„Gänsegeier spüren Kadaver über große Distanzen auf und nutzen sie als Aasfresser. Ein gezielter Anschlag auf die Geier ist zwar nicht ausgeschlossen, aber bisher deutet Vieles darauf hin, dass es sich um einen Kollateralschaden handelt, der in Kauf genommen wurde“, sagt Johannes Hohenegger, Greifvogelexperte bei BirdLife Österreich.
„Der Fall zeigt die besondere Gefahr von Giftködern: Sie wirken völlig unkontrollierbar und können zahlreiche geschützte Arten treffen. Ein einziger präparierter Kadaver kann Wölfe, Geier, Greifvögel und andere Wildtiere gefährden“, sagt Christina Wolf-Petre vom WWF.
Carbofuran ist ein hochgiftiges Nervengift und in der Europäischen Union seit 2008 verboten, wird aber bis heute immer wieder illegal eingesetzt. Bereits geringe Mengen können nicht nur für Wildtiere, sondern auch für Haustiere und Menschen gefährlich sein. Der WWF und BirdLife fordern daher mehr Ressourcen für die ermittelnden Behörden und eine konsequente Verfolgung von Wildtierkriminalität.
Meldemöglichkeiten
Für eine lückenlose Aufklärung sind Hinweise aus der Bevölkerung essenziell. Wer verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit Wildtierkriminalität macht oder Hinweise auf illegale Tötung geschützter Arten hat, wird gebeten, sich zu melden. Jede Information kann helfen, die Täter:innen zur Rechenschaft zu ziehen.
- Landespolizeidirektion Kärnten: +43 59 133 20 33 33
- WWF-Hotline: +43 676 444 66 12
- BirdCrime-Hotline: +43 660 869 2327
- E-Mail: meldung@wildlifecrime.at
- Anonyme Meldeplattform: Zur Meldestelle https://c07.aygonet.org/anonymemeldeplattform-fuer-wildtierkriminalitaet/
Bildmaterial finden Sie hier zum Download.
Hintergrund-Informationen: Grenzüberschreitendes EU-LIFE-Projekt „wildLIFEcrime“
Im Rahmen des EU-geförderten wildLIFEcrime-Projekts (LIFE22-GIE-DE-wildLIFEcrime) arbeiten 13 Organisationen aus Österreich und Deutschland an der Reduktion der Wildtierkriminalität. Eine Koalition aus Naturschutzverbänden, Polizei, Universitäten, Behörden und Veterinärmedizinern setzt sich für den besseren Schutz gefährdeter Arten ein, wodurch dieses Projekt bis 2028 dazu beitragen soll, die Wildtierkriminalität in Deutschland und Österreich zu reduzieren.
Weiterführende Links:
https://wildlifecrime.info/projekt
https://www.birdlife.at/birdcrime
https://www.wwf.at/das-schuetzen-wir/bedrohte-arten/wildtierkriminalitaet/

News
Aktuelle Beiträge
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen
Sanierungsoffensive: WWF sieht zu wenig Schub für die Wärmewende
Umweltschutzorganisation bewertet Regierungspaket als „sinnvollen, aber zu schwachen Impuls“ – WWF fordert mehrjährige Sanierungsförderung und verbindlichen Zeitplan für fossilen Heizungsausstieg
WWF: Nationaler Renaturierungsplan lückenhaft und ambitionslos
Zum Ende der Begutachtung: Zentrale Maßnahmen fehlen, Finanzierung ungeklärt – Weitreichende Ausnahmen bei Stadtbegrünung – WWF fordert grundlegende Überarbeitung
WWF-Städtecheck: Große Lücken bei Stadtbegrünungsplänen
14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung










