Fotostrecke: Fischotter
Mythen rund um den nachtaktiven Wassermader

© M. Boulton / 4nature
1. Ein Fischotter am Flussufer

© Gerhard Egger / WWF
Mythos 1: Gefahr für den Wildfischbestand
Österreichs Flüsse und Bäche sind aufgrund von Wasserkraftwerken und Verbauungen in einem schlechten ökologischen Zustand und nur noch selten natürlich oder naturnah. Die Verbauung der Flüsse führt dazu, dass Fließgewässer als Lebensraum für Fische und andere dort heimische Arten immer weniger geeignet sind. Es fehlt den Fischen z.B. Schotter, Kies und Sand in der richtigen Korngröße um ihren Laich abzulegen, oder Steine und Wurzeln, die ihnen Zuflucht oder Deckung vor ihren Fressfeinden bieten. Damit Angler ihrem Hobby nachgehen können, werden regelmäßig schnellwachsende Zuchtfische wie die amerikanische Regenbogenforelle ausgesetzt. Solche künstlichen Besatzfische sind im Gegensatz zu Wildfischen einfach zu fangen und auch für den Fischotter leichte Beute, da sie schlichtweg nicht wissen, wie man sich in fremden Gewässern vor Feinden versteckt. Hält der Otter die Besatzfische in Schach, ist das aus ökologischer Sicht positiv, weil diese ausgesetzten Fische die ohnehin kleinen Wildfisch-Bestände weiter zurückdrängen.

© by Andreas Hartl
Mythos 2: Fischotter rotten Amphibien, Krebse und Muscheln aus
Der Fischotter ernährt sich größtenteils von Fisch, doch auch Amphibien, Krebse und Muscheln gehören zwar zum Beutespektrums des Fischotters, verantwortlich für deren Ausrottung ist er aber mit Sicherheit nicht. Der Zusammenbruch von Amphibienbeständen in den letzten Jahrzehnten ist eine Folge von flächendeckend vorgenommenen Trockenlegungen von Feuchtgebieten sowie Verbauungsmaßnahmen an Gewässern. Heimische Krebsbestände hingegen leiden vor allem an der Krebspest, die durch den Besatz mit amerikanischen Krebsen in heimische Gewässer eingeschleppt wurde. Flussperlmuscheln wiederum leiden unter der schlechten Gewässerqualität.

© by H. Glader / 4nature
Mythos 3: Fischotter vermehren sich rasant
Das Gegenteil ist der Fall. Die Reproduktionsrate des Fischotters ist gering: Junge Fischotter werden von ihrer Mutter ungewöhnlich lange, nämlich mindestens ein Jahr, betreut, sodass ein Weibchen nur etwa alle 2 Jahre Junge bekommt. Von diesen erreichen nur etwa 50% das Erwachsenenalter. In ihrem Leben bekommt ein Otterweibchen durchschnittlich zweimal Junge. Daraus ergibt sich ein sehr langsames Wachstum der Fischotterbestände.

© by Sanchez&Lope / WWF-Canon
Mythos 4: Fischotter wurden ausgesetzt
Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Wiederansiedlung oder einen Besatz des Fischotters in Österreich gegeben. Die Wiederausbreitung des Fischotters in Teilen Österreichs erfolgte ausschließlich auf natürlichem Weg, ausgehend von einigen wenigen überlebenden Tieren in den 1980er Jahren in Österreich und in angrenzenden Gebieten unserer Nachbarstaaten.

© by Jutta Jahrl / WWF
Mythos 5: Es gibt schon zu viele Fischotter
Nach seiner fast völligen Ausrottung im 20. Jahrhundert, erholt sich der Bestand seit den 1990ern langsam wieder. Der Fischotter genießt international besonderen Schutz u.a. durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. Wie viele Fischotter es in Österreich gibt ist schwierig zu sagen, da sich Fischotter nicht einfach zählen lassen. Die Bestandsangaben sind Schätzungen, die auf indirekten Nachweisen (v.a. Kot) beruhen. Mancherorts haben sich die Bestände schon gut erholt, jedoch in vielen Gegenden gibt es noch wenig Fischotter.

© by W. Bajohr / 4nature
Mythos 6: Es braucht natürliche Feinde, um den Fischotter-Bestand zu regulieren
Erwachsene Fischotter sind Einzelgänger. Sie beanspruchen jeweils eigene Streifgebiete und gehen sich aus dem Weg. Durch ihre territoriale Lebensweise reguliert sich der Fischotter-Bestand durch das Angebot an Lebensraum und Nahrung. Außerdem regulieren Faktoren wie Hochwasser oder jahreszeitlich bedingte Nahrungsknappheit die Zahl der Tiere. Auch ohne Vorhandensein von natürlichen Feinden stabilisiert sich die Population deswegen an einem bestimmten Punkt und wächst nicht mehr weiter. Abschüsse durch den Menschen wären kontraproduktiv, denn wird ein Fischotter-Revier frei, wird es bald darauf vom nächsten Fischotter besetzt. Genau deshalb braucht es andere Lösungen für die Konflikte mit Fischern und Teichwirten. Bitte unterstützt unsere Petition: Erwachsene Fischotter sind Einzelgänger. Sie beanspruchen jeweils eigene Streifgebiete und gehen sich aus dem Weg. Durch ihre territoriale Lebensweise reguliert sich der Fischotter-Bestand durch das Angebot an Lebensraum und Nahrung. Außerdem regulieren Faktoren wie Hochwasser oder jahreszeitlich bedingte Nahrungsknappheit die Zahl der Tiere. Auch ohne Vorhandensein von natürlichen Feinden stabilisiert sich die Population deswegen an einem bestimmten Punkt und wächst nicht mehr weiter. Abschüsse durch den Menschen wären kontraproduktiv, denn wird ein Fischotter-Revier frei, wird es bald darauf vom nächsten Fischotter besetzt. Genau deshalb braucht es andere Lösungen für die Konflikte mit Fischern und Teichwirten.
PETITION: Nein zur Massentötung von Fischottern!
Bitte unterstützt unsere Petition: www.wwf.at/fischotter-petition

