Fluss des Jahres 2026

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Gemeinsam für Österreichs Flussjuwele

Flüsse sind Lebensadern der Natur. Sie bieten bedrohten Arten Lebensraum, speichern Wasser und kühlen Landschaften. Doch viele stehen unter Druck: durch Verbauung, Wasserkraft, Hitze und Trockenheit.

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FLUSS DES JAHRES 2026

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Die nominierten Flussjuwele im Überblick

Neun Flüsse aus allen Bundesländern sind nominiert – ausgewählt nach ökologischem Zustand, Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf. Lernen Sie die Kandidaten kennen und erfahren Sie, welche Lebensräume, Arten und Besonderheiten sie auszeichnen.

Burgenland: Lafnitz

Wilde Lebensader im Südburgenland

An der Lafnitz finden Biber und Eisvogel wertvolle Lebensräume mit Mäandern, Uferabbrüchen und Feuchtflächen. In Trockenzeiten zeigt der naturnahe Tieflandfluss, wie wichtig intakte Flüsse für den Wasserrückhalt sind.

Kärnten: Lavant

Rückzugsort für streng geschützte Fischarten

Die Lavant ist Heimat für europaweit stark gefährdete Fischarten wie den Semling, auch Hundsbarbe genannt. Eingriffe in den Wasserhaushalt, Verbauung und ein Laugen-Störfall im Frühjahr zeigen, wie verletzlich dieses Flussjuwel ist. Zusätzlich trat im Frühjahr Lauge aus einer Fabrik aus und verschmutzte einen Teil des Flusses.

Niederösterreich: Kamp

Flussjuwel im Waldviertel

Mit wilden Felsformationen, Auen und urwaldähnlich bewachsenen Hängen zählt das Kamptal zu den eindrucksvollsten Flusslandschaften Niederösterreichs. Der Kamp bietet Eisvogel, Würfelnatter, Scharlachkäfer und Fischotter wertvollen Lebensraum. Unter Druck steht der Fluss durch Trockenheit und veränderte Abflüsse stören den Wasserhaushalt im ganzen Flusssystem. Außerdem gibt es einigen Renaturierungsbedarf.

Oberösterreich: Vöckla

Heimat des „Königs der Fische“

In der Vöckla findet der vom Aussterben bedrohte Huchen, der „König der Fische“, noch wichtige Lebensräume mit kühlem Wasser, Kiesbänken und vielfältigen Strömungen. Belastet ist der Fluss durch Wasserkraft, Querbauwerke und Niedrigwasser.

Salzburg: Saalach

Lebensraum für die bedrohte Äsche

In der Saalach ist die Äsche auf kühles, sauerstoffreiches Wasser und intakte Kiesbänke angewiesen. Beeinträchtigt wird der Alpenfluss durch die Verbauung ihres Ufers. Zudem ist sie gefährdet durch neue Wasserkraftpläne.

Steiermark: Schwarze Sulm

Wildes Wasser in großer Gefahr

Die Schwarze Sulm bietet Steinkrebs und Feuersalamander sauberes Wasser, Schluchten und strukturreiche Gewässer. Bedroht ist das Flussjuwel durch ein Wasserkraftprojekt.

Tirol: Lech

Wildfluss mit gefährdetem Zubringer

Der Tiroler Lech ist einer der letzten großen Wildflüsse Österreichs. Seine Kies- und Schotterbänke sind ein wichtiger Brutlebensraum für den Flussuferläufer und Heimat für die streng geschützte Deutsche Tamariske. Mit dem Namloserbach gehört ein gefährdeter Zubringer zum Flusssystem, der durch Wasserkraftpläne unter Druck steht.

Vorarlberg: Meng

Naturjuwel mit ungewisser Zukunft

Als einer der letzten naturnahen Alpenflüsse Vorarlbergs fließt die Meng durch die ökologisch besonders wertvolle Meng-Schlucht – eine Heimat vieler seltener Arten. Im Einzugsgebiet finden Feuersalamander, Wasseramsel und Fledermäuse wertvolle Lebensräume; hinzu kommen Orchideenarten wie das Rote Waldvöglein. Unter Druck steht der Fluss durch frühere Wasserkraftpläne, die erneut aufgegriffen werden könnten.

Wien: Donau

Lebensader für Stadt und Nationalpark

Die Donau verbindet Wien mit dem Nationalpark Donau-Auen, einer der größten weitgehend intakten Aulandschaften Mitteleuropas. Dort finden Seeadler, Biber, Eisvogel und viele Fischarten wertvolle Lebensräume. Der Unteren Lobau droht jedoch die Austrocknung: Die Eintiefung der Donau und der fehlende Wille der Stadt, die Lobau mit Wasser zu versorgen, schwächen den Wasserhaushalt.

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