Studie der Uni Graz zeigt steigende Kosten des Nicht-Handelns – WWF fordert verbindliche Klimaziele, Abbau klimaschädlicher Förderungen und mehr natürlichen Schutz vor Extremwetter
Entsiegeln statt versiegeln: WWF fordert Hitzeschutz-Programm

Wien, am 14. August 2025 – Anlässlich der anhaltenden Hitze in weiten Teilen Österreichs fordert der WWF ein „natürliches Hitzeschutz-Programm“ von der Bundesregierung. Zu den wesentlichen Eckpunkten zählen eine österreichweite Entsiegelungs-Offensive, mehr Begrünung in den Städten und vorbeugender Bodenschutz. „Aufgrund der Klimakrise werden Hitzewellen häufiger und stärker. Daher muss die Bundesregierung rasch für wirksamen Natur- und Bodenschutz sorgen. ‚Natur statt Beton‘ muss jetzt das Motto sein“, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Konkret schlägt die Umweltschutzorganisation vor, dass die Bundesregierung die “Umwidmungsabgabe” zweckwidmet, um Städte und Gemeinden bei der Entsiegelung und Renaturierung zu unterstützen. Ebenso braucht es laut WWF eine rasche und konsequente Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung und eine Reform der Raumordnung durch die Bundesländer. Generell müssten natürliche Schutzmaßnahmen mehr Priorität bekommen.
Bodenschutz als Frage der Krisensicherheit
Wie der aktuelle WWF-Bodenreport zeigt, wurden im Schnitt der vergangenen zehn Jahre täglich elf Hektar Boden verbraucht, etwa die Hälfte davon versiegelt. Je mehr Boden zubetoniert oder asphaltiert ist, desto größer ist auch das Risiko bei Extremwetter-Ereignissen. Hitzewellen wirken sich demnach in dicht verbauten Städten besonders stark aus. Es entstehen sogenannte „Hitzeinseln“, die in der Nacht bis zu neun Grad Celsius wärmer sein können als das Umland. Laut einer Studie der Geosphere Austria kann die Umwandlung einer Ackerfläche in ein Industriegebiet bis zu zwölf Sommertage (Tage mit mindestens 25°C) pro Jahr zusätzlich verursachen. Zugleich kann die Umwandlung einer Straße in eine Grünfläche zu einer Reduktion von bis zu acht Sommertagen jährlich führen. Gleichzeitig können sogenannte „grüne Inseln“ wichtige Brut- und Rückzugsorte für Tierarten bilden sowie Wasser speichern. „Breit angelegte Entsiegelung schafft eine Win-win-win-Situation für Gesundheit, Klima und Artenvielfalt“, sagt Simon Pories vom WWF.
Bundesregierung gefordert
Die Bundesregierung hat großen Handlungsbedarf: Beim Bodenschutz fehlen bisher wirksame Maßnahmen und verbindliche Ziele, die gemeinsam mit den Ländern umgesetzt werden müssen. Der wichtige Biodiversitätsfonds wurde stark gekürzt, während umweltschädliche Subventionen sogar noch ausgeweitet werden. “Ein natürliches Hitzeschutz-Programm ist ein Gebot der Stunde.
Darin enthalten sein sollte insbesondere eine Obergrenze für den Bodenverbrauch, eine Entsiegelungs-Offensive und die rasche Umsetzung von Renaturierungsprojekten”, sagt WWF-Experte Simon Pories. “Punktuelle und kosmetische Maßnahmen reichen nicht. Denn die Klimakrise wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen”, warnt Pories.
Aktuelle Zahlen, Beispiele und Lösungsvorschläge enthält der aktuelle WWF-Bodenreport.
Beispielbilder sowohl zu Versiegelung als auch Begrünung in der Stadt finden Sie hier.
News
Aktuelle Beiträge
Niederösterreich: WWF plant Rückbau von sechs Flussbarrieren
Rund 24 Kilometer von Fugnitz und Fellingbach sollen für Fische wieder durchgängig werden: WWF-Projekt stärkt wertvolle Lebensräume im Thayatal
Waldbrände auf Borneo: WWF fordert Soforthilfe für Orang-Utans
Feuer und Rauch bedrohen Menschenaffen – Zerstörte Wälder verschärfen Nahrungsmangel – Regierungen sollen bei Weltnaturkonferenz Mittel für Rettung und Waldschutz zusagen
Bagger am Pitztaler Gletscher: WWF fordert strengeren Gletscherschutz
Naturschutzorganisation warnt vor immer neuen Eingriffen durch Gletscherschwund – Land Tirol soll Ausnahmen einschränken und verbindliche Ausbaugrenzen festlegen
Good News: Finn ist neuer WWF-Naturschutzhund
Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Schäferhund-Mischling unterstützt Polizei-Ermittlungen durch Suche nach Tierkadavern und Giftködern – Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark
WWF-Analyse: Zu wenig Bodenschutz bei neuen Betriebsgebieten
Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen









