Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
Google-Rechenzentrum ohne UVP: WWF fordert rasche Gesetzesreform
Wien/Linz, am 15. Juli 2026. Dass das stark wachsende Google-Rechenzentrum in Kronstorf keiner Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterliegt, zeigt aus Sicht des WWF eine „gravierende Gesetzeslücke“. Die Umweltschutzorganisation fordert daher die Bundesregierung auf, große Rechenzentren als eigenen Tatbestand im UVP-Gesetz zu verankern. Der neue UVP-Tatbestand müsse insbesondere den Strom- und Wasserbedarf sowie den Bodenverbrauch erfassen und es ermöglichen, sämtliche Ausbaustufen gemeinsam zu bewerten. „Das UVP-Gesetz muss mit neuen Großprojekten Schritt halten. Wer enorme Mengen an Energie, Boden und Wasser beanspruchen will, muss auch höchste Umweltstandards erfüllen“, sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories.
Der rasche Ausbau digitaler Infrastruktur verschärft aus Sicht des WWF den gesetzlichen Handlungsbedarf. Strenge Schwellenwerte sollten daher in Zukunft gewährleisten, dass ressourcenintensive Rechenzentren frühzeitig geprüft und alle Ausbaustufen gemeinsam betrachtet werden. Damit könnten auch die kumulierten Auswirkungen auf Energieversorgung, Wasser, Böden und regionale Infrastruktur bundesweit einheitlich erfasst und bewertet werden.
Für das laufende Behördenverfahren des Google-Projekts fordert der WWF eine strenge und transparente Prüfung durch das Land Oberösterreich. Vor jeder weiteren Genehmigung müssen der gesamte Flächen-, Strom- und Wasserbedarf aus Sicht des WWF offengelegt und unabhängig bewertet werden. Das gilt ebenso für die Auswirkungen auf das Stromnetz und die Region sowie für die Kosten notwendiger Infrastruktur und die Frage, wer diese trägt. Zudem braucht es verbindliche Auflagen für höchste Effizienzstandards, einen sparsamen Umgang mit Boden und Wasser sowie eine umfassende Nutzung der Abwärme.
„Die Gesamtauswirkungen des Projekts müssen auf den Tisch, bevor weitere Ausbaustufen genehmigt werden. Die Landesregierung sollte ihre Prüf- und Auflagenmöglichkeiten vollständig ausschöpfen, anstatt dem Projekt von vornherein den roten Teppich auszurollen“, sagt Simon Pories vom WWF.
News
Aktuelle Beiträge
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
WWF: Renaturierungsprojekte auf über 67 Kilometern im „Amazonas Europas“
WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor








