Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel

6. Oktober 2026 | Flüsse, Österreich, Politische Arbeit, Presse-Aussendung

September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg - Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig - WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF Expertin Bettina Urbanek

Wien, am 6. Oktober 2026 – Der Wassermangel in Österreich hält auch im Herbst an: Im September verzeichneten über 80 Prozent der ausgewerteten Flusspegel sehr niedrige Abflüsse. Zugleich wiesen knapp 90 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Wasserstände auf. Darauf macht die Naturschutzorganisation WWF auf Basis des neuen Wasserhaushaltsberichts des Umweltministeriums aufmerksam. „Der anhaltende Wassermangel setzt unsere Gewässer und ihre Artenvielfalt massiv unter Druck. Bund und Länder müssen natürliche Wasserspeicher schützen und geschädigte Flusslandschaften wiederherstellen“, sagt WWF-Expertin Bettina Urbanek. Der WWF fordert dafür eine ambitionierte Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung mit gesicherter Finanzierung.

Besonders angespannt ist die Lage an mehreren Flüssen in Niederösterreich: Die Leitha bei Deutsch Haslau führte im Schnitt um 93 Prozent weniger Wasser als im langjährigen September-Mittel. An der Thaya bei Raabs betrug das Defizit 89 Prozent, am Kamp bei Zwettl 85 Prozent. Im Burgenland führte die Raab bei Neumarkt nur rund ein Fünftel ihrer üblichen Wassermenge. An der Sulm bei Leibnitz in der Steiermark fehlten fast 80 Prozent der üblichen Wassermenge, an der Traun bei Wels in Oberösterreich 70 Prozent.

Auch im Westen blieben die Defizite groß: An der Bregenzerach in Vorarlberg fehlten 78 Prozent der üblichen Wassermenge, am Rhein bei Lustenau fast 70 Prozent. Der Bodensee erreichte am Pegel Bregenz Ende September den niedrigsten bisher gemessenen Wasserstand für diesen Zeitpunkt im Jahr. Am Neusiedler See lag der Wasserstand zum Monatsende 45 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel.

WWF fordert bundesweites Niedrigwasser-Schutzprogramm

Der WWF fordert Bund und Länder auf, besonders gefährdete Flüsse mit einem verbindlichen Niedrigwasser-Schutzprogramm abzusichern. Dazu gehören ausreichend Restwasser in Wasserkraftstrecken und klare Beschränkungen für Wasserentnahmen in Trockenphasen. Zugleich müssen Nebenarme und Auen wieder an die Flüsse angebunden, Ufergehölze erhalten und geschädigte Feuchtgebiete renaturiert werden. So kann Wasser länger in der Landschaft bleiben, während natürliche Gewässerstrukturen Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen bieten. „Ein Schutzprogramm muss akute Hilfe bei Niedrigwasser mit langfristiger Renaturierung verbinden“, sagt WWF-Expertin Urbanek.

Bundesländer-Überblick: Auffällige Referenzpegel im September 2026

Besonders starke Abweichungen vom langjährigen September-Mittel gab es an den folgenden Referenzpegeln:

Niederösterreich: Leitha/Deutsch Haslau: 93 Prozent; Thaya/Raabs: 89 Prozent; Kamp/Zwettl: 85 Prozent; March/Angern: 79 Prozent
Burgenland: Raab/Neumarkt: 81 Prozent; Pinka/Oberwart: 74 Prozent
Steiermark: Sulm/Leibnitz: 79 Prozent; Enns/Admont: 71 Prozent; Mur/Mureck: 71 Prozent; Lafnitz/Rohrbach: 71 Prozent
Vorarlberg: Bregenzerach/Kennelbach: 78 Prozent; Rhein/Lustenau: 69 Prozent
Oberösterreich: Traun/Wels-Lichtenegg: 70 Prozent; Enns/Steyr: 64 Prozent; Vöckla/Vöcklabruck: 64 Prozent
Tirol: Kitzbüheler Ache/St. Johann in Tirol: minus 66 Prozent
Kärnten: Lavant/Krottendorf: 61 Prozent; Drau/Lavamünd Ort: 60 Prozent; Gurk/Gumisch: 58 Prozent
Salzburg: Salzach/Salzburg-Nonntal: 58 Prozent

Quelle: BMLUK, Wasserhaushalt Österreich, Monatsbericht September 2026

Pressebilder von WWF-Expertin Bettina Urbanek sind HIER abrufbar.

Rückfragen

Mag. Volker Hollenstein
Politischer Leiter, WWF Österreich

News

Aktuelle Beiträge

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

Rechtgrundlage dafür ist unser berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) und deine Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO ) zur Nutzung bestimmter Cookies. Diese kannst du über den entsprechenden Link im Footer der Website jederzeit überprüfen.

Ausführliche Informationen zur Nutzung, Speicherdauer und Übertragung ihrer personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit den von uns verwendeten Cookies finden sie in unserer Datenschutzerklärung im Bereich 8.Verarbeitungsvorgänge.

HINWEIS:
Bei Cookies von Drittanbietern die in den USA niedergelassen sind, werden diese ebenfalls nur nach Ihrer Einwilligung gesetzt da den USA vom Europäischen Gerichtshof kein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt wird. So besteht insbesondere das Risiko, dass Ihre Daten dem Zugriff durch US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken unterliegen und dagegen keine wirksamen Rechtsbehelfe zur Verfügung stehen.