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WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Wien, 28. Juli 2026 – Angesichts des dramatischen Zustands der europäischen Meere fordert der WWF die EU auf, den geplanten EU Ocean Act für einen wirksamen und verbindlichen Meeresschutz zu nutzen. Denn ein neuer Bericht des European Topic Centre on Biodiversity and Ecosystems (ETC BE) zeigt: gibt es enormen Handlungsbedarf. „Europas Meere leiden unter einer dreifachen Krise aus Artensterben, Klimawandel und Umweltverschmutzung. Gemeinsam mit Überfischung und der Zerstörung wertvoller Lebensräume gefährden diese Belastungen die Widerstandskraft mariner Ökosysteme – mit weitreichenden Folgen für Biodiversität, Klima, Ernährungssicherheit und Wirtschaft“, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich. Der Bericht bestätigt die langjährigen Forderungen des WWF nach einem konsequenten Schutz der Meere. So befindet sich nur jeder dritte bewertete Fisch- und Schalentierbestand in einem guten Zustand. Gleichzeitig weisen die meisten europäischen Meeresgebiete bereits erhebliche ökologische Schäden auf. Auch beim Schutz und der Wiederherstellung mariner Lebensräume bleibt die EU deutlich hinter ihren eigenen Zielen zurück: Derzeit stehen nur rund 14 Prozent der europäischen Meeresflächen unter Schutz, lediglich ein Prozent ist streng geschützt. Obwohl die EU-Mitgliedstaaten bereits bis 2020 verpflichtet gewesen wären, einen guten Umweltzustand ihrer Meeresgewässer zu erreichen, wurde für bislang kein einziges europäisches Meer dieses Ziel erreicht.
Der WWF fordert daher, im EU Ocean Act ein verbindliches Ziel für den Schutz von mindestens 30 Prozent der europäischen Meeresflächen zu verankern, davon mindestens zehn Prozent unter strengem Schutz. Darüber hinaus muss eine verpflichtende Kartierung von ökologisch besonders wichtigen Gebieten Teil der maritimen Raumplanung werden. So sollen die Auswirkungen menschlicher Nutzungen besser gesteuert und die ökologischen Belastungsgrenzen der Meere eingehalten werden. „Der EU Ocean Act bietet die einmalige Chance, den Schutz der Meere ins Zentrum der europäischen Politik zu rücken. Er muss sicherstellen, dass bestehende Gesetze endlich konsequent umgesetzt werden und die Widerstandsfähigkeit der Meeresökosysteme gesichert wird“, sagt Scattolin vom WWF.
Mehrfachbelastungen gefährden wichtige Meeres-Lebensräume
Denn gesunde Meere sind unverzichtbar für unser Leben auf der Erde. Intakte Meeresökosysteme leisten einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung, sichern die Ernährung, schützen Küstenregionen und bilden die Grundlage für das Einkommen von Millionen von Menschen. Der Bericht macht jedoch deutlich, dass diese Leistungen nur erhalten bleiben, wenn die Meere besser geschützt werden.
Besonders besorgniserregend ist das Zusammenwirken mehrerer Belastungen. Schadstoffe, intensive Fischerei, Klimawandel, Eingriffe in den Meeresboden und Nährstoffeinträge wirken gleichzeitig auf die Ökosysteme ein, verstärken sich gegenseitig und erschweren ihre Erholung. Alarmierend ist insbesondere die Zunahme mariner Hitzewellen: Im besonders unter der Klimakrise leidenden Mittelmeer treten sie heute immer häufiger auf und dauern länger an. „Gesunde Meere sind keine Option, sondern die Grundlage einer nachhaltigen Wirtschaft und eine unserer wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise“, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich.
Über den EU-Ocean-Act:
Der EU Ocean Act ist ein geplantes EU-Gesetz, das den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere verbessern soll. Ziel ist es, die bisher verstreuten EU-Regeln zur Meerespolitik in einem gemeinsamen Rahmen zusammenzuführen und ihre Umsetzung zu vereinfachen. Der Ocean Act ist Teil des European Ocean Pact. Die Europäische Kommission plant, den Gesetzesvorschlag bis Ende 2026 vorzulegen.
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