Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF kritisiert Ausverkauf von Tiroler Naturschätzen
Innsbruck, am 20. August 2025 – Der WWF kritisiert die von der Tiroler Landesregierung geplante Schwächung des Naturschutzes als “völlig falsches Signal” und warnt in seiner Stellungnahme vor den negativen Folgen. “Damit wird den Verbauern Tür und Tor geöffnet. Sie können sich in letzter Konsequenz jeden Naturschatz, der noch nicht geschützt ist, unter den Nagel reißen und für Geld zerstören. Es ist untragbar, dass ein solcher Ablasshandel inmitten der Klima- und Biodiversitätskrise ermöglicht werden soll”, sagt Maximilian Frey vom Tiroler WWF-Büro zur geplanten Novelle des Naturschutzgesetzes. Das mehrere Bereiche umfassende Gesetzespaket spiele vor allem Konzernen wie der Tiwag in die Hände, die sich in Zukunft unter bestimmten Bedingungen von Naturschutz- oder Ausgleichsmaßnahmen freikaufen können.
Der WWF verweist beispielhaft auf das Ausbauprojekt Kraftwerk Kaunertal, wofür das Platzertal geflutet werden soll. „Kein Geld der Welt bringt ein Naturjuwel wie das Platzertal wieder zurück. Aber mit der Novelle droht ein rechtlicher Dammbruch für die Zerstörung von einzigartigen Moor- und Feuchtgebietslandschaften. Klimaschutz und Energiewende funktionieren nur mit der Natur, nicht gegen sie”, sagt Maximilian Frey vom WWF unter Verweis auf eine besonders fatale Klausel im Paket.
Zudem geht die Landesregierung mit ihren Entwürfen weit über europarechtliche Vorgaben hinaus und will mehrere Naturschutzbestimmungen schwächen, die gar keinen Bezug zum Ausbau erneuerbarer Energien haben. “Das verdeutlicht die wahren Ziele der Gesetzesflut: Es geht vor allem um neue Privilegien für die Verbauer des Landes, während die Landesregierung ihre eigenen Hausaufgaben im Klimaschutz nur unzureichend oder gar nicht löst”, kritisiert Maximilian Frey vom WWF.
WWF fordert bessere Ausstattung der Behörden
Grundsätzlich warnt die Naturschutzorganisation vor einer überschießenden Deregulierung und dem Schwächen der Bürger:innenbeteiligung in Verfahren. “Das birgt das Risiko von Planungschaos, fehlende Rechtssicherheit für Projektbetreiber sowie wachsendem Widerstand in der Bevölkerung. All das führt in der Praxis erfahrungsgemäß nur zu längeren Verfahren”, sagt Maximilian Frey vom WWF. Stattdessen fordert der WWF eine verbindliche naturverträgliche Planung sowie eine bessere Ausstattung der zuständigen Behörden.
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
WWF: Renaturierungsprojekte auf über 67 Kilometern im „Amazonas Europas“
WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor
Good News: Nachwuchs in Inas ausgewilderter Bison-Herde
Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
WWF: Vorarlberg schwächt Naturschutz und Rechtssicherheit
Scharfe Kritik zum Begutachtungsende: Kontrollrechte bei Großprojekten fallen weg – Naturschutzanwaltschaft an 20 Stellen beschnitten – Schutzstreifen an naturnahen Ufern auf fünf Meter reduziert
WWF-Umfrage: Führungskräfte sehen ökologischen Umbau als Wettbewerbsvorteil
Europäische Führungskräfte befragt: 55 Prozent bewerten Folgen der EU-Deregulierung negativ oder gemischt – WWF fordert verlässliche Umweltpolitik statt Zick-Zack-Kurs










