September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Anlässlich des Anfang Juni präsentierten Renaturierungsplans von Portugal fordert der WWF einen raschen und ausreichend finanzierten Wiederherstellungsplan für Österreich. Die portugiesische Regierung will bis 2030 durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Jahr in die Wiederherstellung der Natur investieren. Das entspricht rund 0,16 Prozent des dortigen Bruttoinlandsprodukts. Auf Österreich übertragen wären das laut WWF umgerechnet rund 840 Millionen Euro jährlich. „Portugal zeigt, wie ein ambitionierter Wiederherstellungsplan aussehen kann. Wenn ein wirtschaftlich schwächeres EU-Land 500 Millionen Euro pro Jahr für die Wiederherstellung der Natur einplant, sollte Österreich mindestens denselben Ehrgeiz zeigen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Der Begutachtungsentwurf Portugals umfasst 407 Maßnahmen und einen klaren Finanzierungsrahmen. Hingegen gibt es in Österreich bis heute keinen Gesamtentwurf, nur für den Bereich der Flüsse wurden bisher Inhalte veröffentlicht.
Der WWF fordert daher Umweltminister Norbert Totschnig und die Bundesländer auf, den gesamten Entwurf des Wiederherstellungsplans samt Finanzierung rasch vorzulegen und öffentlich zu diskutieren. „Es ist ein großes Versäumnis von Bund und Ländern, dass der gesamte Entwurf weniger als drei Monate vor der Abgabefrist noch nicht mit der breiten Öffentlichkeit und allen potenziell Betroffenen diskutiert worden ist. Das muss sich dringend ändern“, sagt Brangs.
Die Mitgliedstaaten müssen ihre Wiederherstellungspläne laut EU-Verordnung bis spätestens 1. September 2026 bei der EU-Kommission vorlegen. Aus Sicht des WWF geht es dabei nicht nur um die Erfüllung europäischer Vorgaben, sondern auch um konkrete, langfristig planbare Investitionen in die Klima- und Wassersicherheit. „Renaturierung ist Vorsorge gegen Trockenheit, Hochwasser und Hitze. Wiederhergestellte Flüsse, intakte Moore und entsiegelte Böden stärken die Sicherheit und Lebensqualität von morgen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Hintergrund-Informationen zum Plan Portugals
Die portugiesische Regierung hat Anfang Juni 2026 ihren nationalen Wiederherstellungsplan (Plano Nacional de Restauro da Natureza) vorgestellt. Der Entwurf umfasst laut einem Bericht der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa 407 Maßnahmen für terrestrische, marine, landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und städtische Ökosysteme, Flüsse und Bestäuber. Die Umsetzung erfordert laut Regierung bis 2030 durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Jahr. Nach der derzeit laufenden einmonatigen öffentlichen Konsultation soll die endgültige Fassung bis Ende August 2026 vorliegen.
Mit einem nominellen Bruttoinlandsprodukt von 306,8 Milliarden Euro liegt die Wirtschaftskraft Portugals deutlich unter jener von Österreich mit rund 512,8 Milliarden Euro (Eurostat 2025).
News
Aktuelle Beiträge
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung
WWF: Österreich verschwendet täglich rund 140 Lkw-Ladungen Lebensmittel
Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik
Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen







