Die Alpen und die Karpaten, Europas größte Gebirgszüge, zählen zu den artenreichsten Ökoregionen auf der Erde. Es ist nicht lange her, dass große waldbevorzugende Großsäuger wie Rotwild, Bär, Wolf oder Luchs, und mit ihnen die breite Palette anderer Wald-Arten, zwischen den Alpen und den Karpaten ohne große Hindernisse migrieren konnten.
PDF-Downloads:Habitatvernetzung im Alpen-Karpaten-Korridor Marchbarkeitsstudie Alpen-Karpaten-Korridor Projekt Studie: Priorisierung von Standorten zur Nachrüstung von Grünbrücken Studie: Wildökologische Korridore in der österreichischen Raumplanung Link: mehr zu Habitatvernetzung in Österreich Es wird eng für die Natur
Diese international bedeutsame Migrationsroute reicht von den östlichen Ausläufern der Alpen kommend, vom Rosaliengebirge über das Leithagebirge, den Maria Ellender Wald, die Donau- und Marchauen über die westslowakische Tiefebene bis zu den Kleinen Karpaten. Sie quert somit den Raum zwischen Wien, Bratislava und Sopron – ein Raum, welcher zu den wirtschaftlich dynamischsten in Europa zählt.
Alpen-Karpaten-Folder Zerschnitten und verinselt
Durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft, der immer schnelleren Ausdehnung der Siedlungen und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, vor allem die der Autobahnen ist dieser traditionelle Wanderkorridor heute jedoch vielfach zerschnitten.
Wenn die Wanderung zwischen Populationen durch Barrieren verhindert wird und Lebensräume zu Inseln degradieren, kann dies aufgrund des fehlenden genetischen Austauschs zur genetischen Verarmung und in Folge über kurz oder lang zum Aussterben kleinerer Populationen führen.
So konnte etwa mithilfe einer Studie des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur nachgewiesen werden, dass die Rotwildpopulation der Donau-Auen isoliert zwischen den nahe liegenden Populationen der Marchauen und des Leithagebirges liegt und somit kein genetischer Austausch mehr zwischen diesen besteht.
Der Alpen-Karpaten-Korridor – Das Projekt
Mit internationaler Unterstützung der IUCN, der UNEP, der Alpen- und Karpaten-Konvention führt das Land Niederösterreich als Leadpartner ein großes grenzüberschreitendes EU-Projekt durch.
Ziel ist es den Alpen-Karpaten-Korridor für Wildtiere wieder durchgängig zu machen und somit eine ökologisch funktionsfähige Landschaft wiederherzustellen.
Der WWF beteiligt sich als Partner an diesem Projekt und bringt vor allem seine Expertise im Bereich Umweltbildung und Managementplanung in das Projekt ein. Das Projektgebiet reicht vom Rosaliengebirge bis zu den Kleinen Karpaten und hat eine Laufzeit von 2009 bis 2012.
Das übergeordnete Ziel ist es, sektoren- und grenzübergreifende Aktivitäten für die Sicherung der Lebensraumvernetzung entlang des Alpen-Karpaten Korridors durchzuführen und auszulösen. Damit soll in Zukunft die Wanderung und somit der genetischen Austausch von Wildtierpopulationen wieder ermöglicht werden. Damit wird die nachhaltige Entwicklung des Raums durch den Ausgleich verschiedener Raumansprüche verbessert. Das Projekt trägt damit zur Umsetzung relevanter rechtlicher Vorgaben (FFH-Richtlinie, Biodiversitätskonvention) bei und fügt sich in den Rahmen existierender räumlicher Entwicklungskonzepte (Jordes+, Centrope).
Offizielle Projekthomepage: www.alpenkarpatenkorridor.at 