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Kollektive Landschaftsprojekte für stabile Lieferketten
Neue WWF-Studie „Von Lieferkettenrisiken zu Resilienz“ zeigt, warum Zusammenarbeit jetzt entscheidet
Wasserknappheit, verschmutzte Gewässer und der Verlust an Biodiversität: Der Anbau vieler Agrarprodukte wird immer häufiger zur Herausforderung – mit direkten Folgen für den Lebensmitteleinzelhandel.
Die WWF-Studie zu Obst- und Gemüselieferketten in Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigt: Kollektive Maßnahmen auf Landschaftsebene sind hier ein wirksamer Lösungsansatz doch viele stehen vor bestimmten Herausforderungen bei der Umsetzung.
Fokus: Kollektive Landschaftsprojekte (CALPs)
Viele Händler beziehen ihre Produkte aus denselben Regionen – etwa Avocados aus Peru oder Erdbeeren aus Südspanien – und sind damit auch denselben Herausforderungen ausgesetzt.
Genau hier setzen sogenannte „Collective Action Landscape Projects“ (CALPs) an: Sie bringen Händler, Produzenten, NGOs und weitere Akteure zusammen, um Lösungen über einzelne Betriebe hinaus zu entwickeln. So können Umwelt- und Versorgungsrisiken in den jeweiligen Beschaffungsregionen wirksam und effizient bearbeitet werden.
Gemeinsam profitieren in Risikoregionen
Durch die Bündelung von Kräften kann beispielsweise gegen Wasserknappheit oder Biodiversitätsverlust vorgegangen werden, um gleichzeitig die eigenen Lieferketten zu stabilisieren. So können etwa Landwirte beim Anlegen von Uferrandstreifen unterstützt und Feuchtgebiete wieder vernässt werden, während gleichzeitig vulnerable Bevölkerungsgruppen in Entscheidungen einbezogen und Wasserkonzessionen an ökologische Mindestabflüsse geknüpft werden. Entscheidend ist, dass Unternehmen mit anderen Akteuren koordiniert und gemeinsam handeln.
Key Take Away Studie: Drei Hebel für mehr Wirkung
✅ Kritische Beschaffungsregionen gezielt priorisieren
✅ Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette intensivieren
✅ Einheitliche Standards für Umsetzung und Berichterstattung entwickeln
Bewusstsein steigt – Umsetzung hinkt hinterher
Kollektive Ansätze stärken nicht nur die Umwelt, sondern auch die Resilienz der gesamten Lieferkette. Dennoch bleibt es in der Praxis oft bei Pilotprojekten oder einzelnen Plattformmitgliedschaften.
Zehn Handelsunternehmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz wurden in der Studie untersucht. Grundlage waren ein Fragebogen, Interviews, sowie öffentlich verfügbare Informationen. Es zeigt sich: Das Problembewusstsein wächst. Auch neue regulatorische Anforderungen wie die EU-Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung tragen dazu bei, dass sich Unternehmen intensiver mit Risiken auseinandersetzen. Viele Händler analysieren bereits ihre Wasser- und teilweise auch Biodiversitätsrisiken.
Doch bei der Umsetzung gibt es große Lücken. Zertifizierungen bleiben das dominierende Instrument – stoßen aber dort an ihre Grenzen, wo es um großflächige ökologische Zusammenhänge geht. Strategische, groß angelegte Kooperationen in besonders kritischen Regionen sind bislang eher die Ausnahme.
Was bremst den Fortschritt?
Fehlende einheitliche Kennzahlen und Reporting-Standards erschweren die Vergleichbarkeit und Bewertung von Maßnahmen: Die Gründe für fehlendes Handeln sind vielfältig: Auch regulatorische Unsicherheiten, interne Budgetkonflikte und teilweise auch mangelnde Unterstützung auf Führungsebene sind ein Thema.
Hinzu kommt ein klassisches Dilemma: Viele Unternehmen zögern, stärker zu investieren, solange belastbare Erfolgsbeispiele fehlen oder Wettbewerber nicht mitziehen. Oft entsteht Bewegung erst dann, wenn akute Risiken – etwa Reputationsschäden – den Handlungsdruck erhöhen.
Kooperation wird zum Erfolgsfaktor
Fest steht: Kooperative, landschaftsbezogene Ansätze bieten großes Potenzial, um Lieferketten langfristig zu sichern. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und steigender regulatorischer Anforderungen wird Zusammenarbeit immer mehr zur strategischen Notwendigkeit.
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