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Renaturierung: Hier bringt der WWF Europas Natur zurück​

Übernutzt, verschmutzt, verbaut: Unsere Natur ist nah an der Belastungsgrenze – und in vielen Fällen schon darüber. Trotzdem plant die EU-Kommission einen Kahlschlag bei der europäischen Umwelt- und Naturschutzgesetzgebung. Als WWF ziehen wir hier eine klare Grenze und auch Sie können uns dabei unterstützen, indem Sie unsere Petition #handsoffnature unterzeichnen.

Der WWF setzt in ganz Europa Renaturierungsprojekte um. Das bedeutet, dass wir Ökosysteme wieder in einen naturnahen Zustand bringen, nachdem sie geschädigt oder zerstört wurden. Wir zeigen einige Beispiele unserer Arbeit.

1. Österreich: Konik-Pferde in den March-Thaya-Auen

Im WWF-Auenreservat Marchegg darf die Natur wieder aufblühen. Das über 1.100 Hektar große Schutzgebiet an der österreichisch-slowakischen Grenze vereint Auwälder, Feuchtgebiete und Wiesen. Vor mehr als 10 Jahren siedelte der WWF dort halbwilde Konik-Pferde an. Die Tiere grasen, zertreten Pflanzen und düngen den Boden. So entstehen unterschiedliche Lebensräume auf engem Raum. Die Pferde bleiben auch im Winter im Gebiet und ernähren sich dann unter anderem von Sträuchern, Ästen und Rinde. Diese Renaturierungsmaßnahmen sind ein voller Erfolg: Dass die Konik-Pferde das Gebiet seit einem Jahrzehnt beweiden, sorgt für einen wahren Arten-Boom mit mehr Insekten, mehr Pflanzen und mehr Störchen.

2. Slowenien: Erfolgreiche Revitalisierung der Mur

Der WWF konnte gemeinsam mit slowenischen Partnern mehrere Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abschließen. Diese wurden im Rahmen des Projekts LIFE RESTORE for MDD durchgeführt. Eine der Maßnahmen fand direkt an einem Murabschnitt an der Grenze zu Österreich statt. Ihre positive Wirkung reicht nun bis in die Steiermark: Durch Flussaufweitungen hat die Mur mehr Platz für ihre natürliche Dynamik zurückbekommen. Umliegende Auwälder werden besser mit Wasser versorgt und wertvolle Lebensräume kehren zurück. Insgesamt profitiert von den Maßnahmen eine Fläche von rund 100 Hektar artenreichem Auwald. Dieser ist ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl an Vögeln, darunter Eisvögel und Uferschwalben, sowie Amphibien, Insekten und Fische.

3. Schottland: Rückkehr der Austern und Seegraswiesen

Nach rund 100 Jahren sind Europäische Flachaustern wieder in die schottische Meeresbucht Firth of Forth zurückgekehrt. Im Projekt „Restoration Forth“ wurden über 60.000 Austern ausgewildert. Das ist besonders bedeutend, denn die Austern spielen eine entscheidende Rolle bei der Renaturierung von Meeren: Sie stabilisieren den Meeresboden, binden Kohlenstoff und fördern die Artenvielfalt. Auch Seegras soll in dem Gebiet wieder Fuß fassen: Freiwillige haben etwa 186.000 Samen ausgebracht. Zusätzlich wurden 760 bereits gewachsene Seegraspflanzen samt Sediment verpflanzt.

4. Kroatien: Drei neue Seitenarme für die Drau

Der WWF Österreich arbeitet seit den 1990er Jahren daran, die Flusslandschaft Mur-Drau-Donau zu schützen und zu erhalten. Und die Arbeit zeigt beachtliche Erfolge. Einer davon: Seit 2024 fließt wieder Wasser durch drei neue Seitenarme der kroatischen Drau. Der WWF Österreich hat im EU-Projekt „DRAVA LIFE“ seit 2015 mit Partnern in Kroatien an der Wiederherstellung dieser Flusslandschaft gearbeitet. Die wieder angebundenen Seitenarme geben der Drau mehr Raum und bringen Bewegung in den Fluss. In den kommenden Jahren können dadurch Schotter- und Kiesbänke entstehen, die für gefährdete Arten wie die Zwergseeschwalbe wichtig sind.

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