WWF Artikel mit bestimmten Darstellungsformen: Manuell (Sonderformate)

 

© AdobeStock_373024950

„Omnibus“ gegen Umweltschutz: Wieso Europas Naturschutzgesetze so wichtig sind

5. Mai 2026

Übernutzt, verschmutzt, verbaut: Unsere Natur ist nah an der Belastungsgrenze – und in vielen Fällen schon darüber. Auch in Österreich spürt man die Konsequenzen der Klimakrise bereits deutlich, etwa durch Unwetter, Überschwemmungen und Murenabgänge. Umso problematischer ist es, dass in der Europäischen Union derzeit wichtige Naturschutzgesetze aufgeweicht werden sollen.

Was sind die „Omnibus“-Vorschläge der EU?

Im Zuge von Omnibus-Schnellverfahren – also ohne wissenschaftliche Folgenabschätzungen und seriöse Einbindung der Öffentlichkeit – will die EU-Kommission wichtige Umweltregeln schwächen oder ganz streichen. Und das zugunsten kurzfristiger Wirtschaftsinteressen einzelner Branchen. All das geschieht unter dem Deckmantel eines vermeintlichen Bürokratieabbaus und einer angeblichen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas. Auf dem Spiel stehen nun sauberes Wasser, geschützte Arten und einzigartige Naturschätze.

Arten, Bodenschutz, Flüsse: Diese EU-Umweltgesetze wackeln

Betroffen ist unter anderem die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die gefährdete Arten wie Biber, Luchs und Fischotter sowie ihre Lebensräume schützt. Dabei hängt die Gesundheit von Millionen Menschen an einer intakten Biodiversität: an lebendigen Flüssen, gesunden Böden und Wäldern samt der dort lebenden Schlüsselarten.

Ebenso auf dem Verhandlungstisch liegt die Industrieemissionsrichtlinie, die sicherstellt, dass unsere Luft und Umwelt nicht unnötig mit Schadstoffen belastet wird. Planungs- und Genehmigungsverfahren, die regeln, dass die Umwelt nicht durch unter anderem Bauvorhaben gefährdet werden darf, wackeln ebenso. Weitere Verschlechterungen drohen durch das geplante EU-Industriepaket, das auch neue Privilegien für große Bauprojekte bringen soll – auf Kosten der Natur.

Auch das Verschlechterungsverbot für Flüsse und das Grundwasser könnte gestrichen werden. Dadurch drohen wieder deutlich mehr Verschmutzung und Naturzerstörung. Zudem wollen Vertreter der Chemie-, Bergbau- und Agrarlobby das Ziel eines guten Zustands aller Gewässer bis 2027 um Jahre verschieben.

Warum der Verlust von Natur die Zukunft Europas gefährdet

Die Natur vollbringt Leistungen, von denen die Menschheit abhängig ist – diese werden Ökosystemleistungen genannt. Dazu zählen unter anderem die Versorgung mit Nahrung und frischem Wasser, die Regulierung des Klimas und das Bereitstellen von Ressourcen wie Holz. Kurz gesagt: Die Natur ist für uns überlebenswichtig. Wenn die Natur zerstört oder geschädigt wird, werden auch diese wichtigen Leistungen beeinträchtigt oder gehen verloren.

Die nun angegriffenen europäischen Umweltgesetze sind ein wichtiges Schutzschild für Biodiversität, Klima und Lebensqualität. Daher ist es sehr riskant, kurzfristige wirtschaftliche Interessen über langfristige ökologische Stabilität und Sicherheit zu stellen. Statt einer Deregulierung und Abschwächung fordern wir gezielte Verbesserungen innerhalb bewährter Verfahren. Dazu zählen etwa eine bessere personelle Ausstattung von Behörden, um Verfahren effizient zu beschleunigen, bessere nationale Gesetze und eine frühzeitige Planung, um Konflikte zwischen Infrastrukturprojekten und Naturschutz zu vermeiden.

Petition unterzeichnen: Gemeinsam Europas Natur schützen

Wir als WWF sagen: Hände weg vom Naturschutz! Wir fordern von unseren europäischen Politiker:innen, die bestehenden Naturschutzgesetze zu verteidigen und weiterzuentwickeln, statt sie auszuhöhlen. Denn wenn unsere Natur zerstört wird, trifft das uns alle: heute, morgen und alle kommenden Generationen. Es geht um die Zukunft von 450 Millionen Menschen in Europa. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition. Entscheiden Sie mit. Geben Sie der Natur eine Stimme.

z

Petition #handsoffnature

Lies hier mehr

COP16, GBF und CBD? Wir erklären das Wichtigste zur Weltnaturkonferenz
Bedrohte Arten: Was genau ist die Rote Liste der IUCN?
Nature Restoration Law:
Die wichtigsten Fragen & Antworten zum EU-Renaturierungsgesetz
Österreich
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

Rechtgrundlage dafür ist unser berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) und deine Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO ) zur Nutzung bestimmter Cookies. Diese kannst du über den entsprechenden Link im Footer der Website jederzeit überprüfen.

Ausführliche Informationen zur Nutzung, Speicherdauer und Übertragung ihrer personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit den von uns verwendeten Cookies finden sie in unserer Datenschutzerklärung im Bereich 8.Verarbeitungsvorgänge.

HINWEIS:
Bei Cookies von Drittanbietern die in den USA niedergelassen sind, werden diese ebenfalls nur nach Ihrer Einwilligung gesetzt da den USA vom Europäischen Gerichtshof kein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt wird. So besteht insbesondere das Risiko, dass Ihre Daten dem Zugriff durch US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken unterliegen und dagegen keine wirksamen Rechtsbehelfe zur Verfügung stehen.