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© Rubens Matsushita/ICMBio

COP17, GBF und CBD? Wir erklären das Wichtigste zur Weltnaturkonferenz

Von 19. bis 30. Oktober 2026 findet die 17. Weltnaturkonferenz (CBD COP17) statt. Dafür treffen sich die Mitgliedstaaten des UN-Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD) im armenischen Jerewan. Schon seit den 1990er Jahren gibt es dieses Abkommen. Wir haben für Sie zusammengefasst, was hinter diesen Schlagworten steckt und was Sie über die heurige Weltnaturkonferenz wissen müssen.

Was ist das UN-Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)?

Im Jahr 1992 kam es auf der UN-Weltkonferenz in Rio de Janeiro zu einem historischen Moment: Die Mitgliedstaaten verabschiedeten das Übereinkommen über die biologische Vielfalt. Bis heute ist es das wichtigste Abkommen für die Biodiversität und das erste internationale Regelwerk, das alles Lebendige in unserer Umwelt schützt und dies mit der nachhaltigen Nutzung biologischer Ressourcen verbindet. Dazu gehören also Tiere, Pflanzen, aber auch Ökosysteme.

Die CBD berücksichtigt die biologische Vielfalt in allen Lebens-, Wirtschafts- und Nutzungsbereichen des Menschen. Sie verfolgt drei große Hauptziele:

  1. Den Erhalt der Biodiversität: Die Vielfalt von Tierarten, Pflanzenarten, Lebensräumen und aller Gene muss unbedingt geschützt werden.
  2. Die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen in unserer Umwelt: So müssen etwa Wälder, Flüsse und Pflanzen so genutzt werden, dass sie auch für zukünftige Generationen bestehen bleiben.
  3. Die gerechte Aufteilung von Gewinnen: Wenn die Ressourcen des Planeten genutzt werden, sollen nicht nur einige wenige von den Vorteilen profitieren.

Das Abkommen ist völkerrechtlich verbindlich, die Mitgliedstaaten sind zur Umsetzung verpflichtet, können aber nicht gezwungen werden.

 

© WWF-Madagascar/Rakotondrazafy A. M. Ny Aina

 

Was ist die UN-Weltnaturkonferenz (COP)?

Die erste UN-Weltnaturkonferenz, also die COP1, fand 1994 auf den Bahamas statt. Die Mitgliedstaaten treffen sich alle zwei Jahre, um den Schutz der Biodiversität auf unserem Planeten zu besprechen.

Bei der COP15 haben sich die Staaten auf ein neues globales Abkommen für die biologische Vielfalt geeinigt, das Weltnaturabkommen. Bei der COP17 steht die globale Halbzeitbilanz zur Umsetzung des Weltnaturabkommens auf der Tagesordnung. Laut dem globalen Fortschrittsbericht reichen die bisher gesetzten Maßnahmen der Mitgliedsstaaten nicht aus, um die Biodiversitätsziele bis 2030 zu erreichen.  

Was ist das Weltnaturabkommen (GBF)?

Das Weltnaturabkommen oder auch Globale Biodiversitätsabkommen (GBF) setzt messbare Ziele bis 2030 fest, um die Ursachen des Artensterbens und des Verlusts der biologischen Vielfalt zu bekämpfen. So haben die Mitgliedstaaten darin festgeschrieben, dass das Artensterben bis 2030 aufgehalten und eine Trendumkehr eingeleitet werden muss. Auch die Forderung, dass 30% der Landes- und Meeresfläche auf der Welt unter Schutz gestellt wird, wurde vereinbart.

Vier Jahre nach Beschluss des Abkommens zeigt der Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Weltnaturabkommens jedoch, dass die bisherigen Maßnahmen der Staaten nicht ausreichen, um diese Ziele zu erreichen. Es fehlt Geld für die Umsetzung. Gleichzeitig werden noch immer Förderungen vergeben, die der Natur schaden. Dieses Geld würde dringend gebraucht, um Arten und Lebensräume besser zu schützen. Auch die Ursachen für den Verlust von Arten und Lebensräumen werden nicht ausreichend bekämpft. Damit die Ziele des Weltnaturabkommens bis 2030 noch erreicht werden können, müssen sich alle Länder wesentlich mehr anstrengen. 

Wie gut schützt Österreich seine Natur? 

Auf den ersten Blick wirkt Österreich bei der Umsetzung des Weltnaturabkommens auf Kurs: Rund 29 % der Landesfläche stehen offiziell unter Schutz. Doch nur etwa 3 % sind streng geschützt, zum Beispiel in Form von Nationalparks oder Wildnisgebieten. Etwa 15 % sind Europaschutzgebiete (Natura 2000 Gebiete). Diese können grundsätzlich guten Schutz bieten, werden in der Praxis aber oft nicht ordentlich umgesetzt. Die übrigen Schutzgebiete bieten seltenen Tieren und Pflanzen oft nicht ausreichend Schutz, da sie nicht die Natur, sondern das Landschaftsbild erhalten sollen..  

Das große Problem in Österreich ist, dass Naturschutz in der Politik nur einen kleinen Wert hat. Naturschutzziele dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Sie müssen auch in der Landwirtschaft oder bei Energieprojekten eine viel größere Rolle spielen. Außerdem stellt Österreich zu wenig Geld und Personal für den Naturschutz zur Verfügung und es wird zu wenig kontrolliert, ob Schutzmaßnahmen tatsächlich wirken. Deshalb sind viele Arten und Lebensräume in Österreich in der Praxis schlechter geschützt, als es die Zahlen vermuten lassen. 

Zahlen & Fakten

  • Die COP17 findet von 19. – 30. Oktober 2026 im armenischen Jerewan statt.
  • Das Weltnaturabkommen setzt messbare Ziele bis 2030 fest, um die Ursachen des Artensterbens und des Verlusts der biologischen Vielfalt zu bekämpfen.
  • Auf der COP17 steht die erste globalen Überprüfung der Umsetzung des 2022 beschlossenen Weltnaturabkommens auf der Agenda.
  • Die bisher gesetzten Maßnahmen der Länder reichen nicht aus, um die Ziele des Weltnaturabkommens zu erreichen. 

 

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