© Emmanuel Rondeau / WWF France

Artenschutz weltweit
Erhalt der Vielfalt ist unsere beste Versicherung!

Wildtierbestände seit 1970 weltweit um durchschnittlich  68 % geschrumpft

Unsere Welt befindet sich an einem kritischen Punkt: Das Artensterben hat eine neue Dimension erreicht. Die Biodiversität und unsere natürlichen Lebensräume gehen zurück und stehen unter nie gekanntem Druck. Heute sind wir in der Lage, den Zustand unseres Planeten und der Artenvielfalt sehr genau einschätzen zu können. In der wichtigsten WWF Publikation, dem Living Planet Report, finden sich alarmierende Zahlen. Tatsächlich sind die untersuchten Bestände von Wirbeltierarten (Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien) seit 1970 im Schnitt 68 % gesunken.

Größtes Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier

Wir befinden uns heute mitten im größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Mehr als 32.000 Arten finden sich bereits auf der Roten Liste. Ein Viertel der Säugetierarten, jede achte Vogelart, mehr als 30 % der Haie und Rochen sowie 40 % der Amphibienarten sind bedroht. Um dem Artensterben Einhalt zu gebieten und die Biodiversität zu erhalten, engagiert sich der WWF weltweit für ein Ende der Wilderei, den langfristigen Erhalt von Lebensräumen oder die Ausweitung von Schutzgebieten.

Vielfalt für einen lebenswerten Planeten

Die biologische Vielfalt ist das vielleicht wichtigste Gut unseres Planeten. Je unterschiedlicher, lebendiger, bunter, reichhaltiger die Lebewesen und Lebensräume auf dieser Welt, desto sicherer ist es für alles Leben auf der Erde – auch für unser eigenes. Doch die Vielfalt der Arten und Lebensräume auf der Erde nimmt in rasantem Tempo ab. Weltweit sind Tiere durch die Abholzung der Wälder, Wilderei, iden llegalen Handel oder durch die Folgen der Klimaveränderungen bedroht.

Z

Zahlen & Fakten

  • Die vielfältigsten Gebiete unserer Erde sind die Regenwälder und die Korallenriffe, doch auch die Tiefsee birgt unglaublich viel Leben
  • Mehr als 32.000 Arten finden sich auf der Roten Liste
  • Wir erleben das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren

Tierwelt

Ungefähr 2 Millionen beschriebene Arten gibt es heute auf unserem Planeten. Viele weitere kennen wir vermutlich noch nicht einmal. Der WWF engagiert sich besonders für bedrohte Arten, wie:

…weitere Tierarten finden Sie im WWF-Artenlexikon

Bedrohungen

Das bedroht die Arten und biologische Vielfalt auf der Welt

Bedrohung 1: Lebensraumverlust

Der Verlust von Lebensraum stellt weltweit die größte Bedrohung für die Arten dar. Wälder, Sümpfe, Seen und andere Lebensräume verschwinden in rasantem Tempo, um für den menschlichen Verzehr abgeerntet, umgewandelt und gerodet zu werden, um Platz für Landwirtschaft, Wohnraum, Straßen, Pipelines und andere Zeichen der industriellen Entwicklung zu schaffen. Etwa die Hälfte der ursprünglichen Wälder der Welt ist heute bereits verschwunden, und sie werden immer noch mit einer Geschwindigkeit abgeholzt, die 10-mal höher ist, als die Rate des Nachwachsens. Ohne einen starken globalen Plan, zur Schaffung von Schutzgebieten auf dem Land und im Meer, werden weiterhin wichtige ökologische Lebensräume verloren gehen.

Deforestation Regenwald bei Borneo

Bedrohung 2: Wilderei

Die Wilderei – also die verbotene Jagd auf streng geschützte Tierarten – hat in den letzten 10 Jahren zugenommen. Verantwortlich dafür ist vor allem die gestiegene Nachfrage in den Abnehmerländern Ost- und Südostasiens. Allein 2015 töteten Wilderer rund 20.000 Elefanten. Besonders schmerzlich ist nicht nur der Verlust an Individuen und der Artenvielfalt, sondern auch der Umstand, dass Wilderei und Wildtierkriminalität ganze Staaten destabilisiert. Etliche Probleme in den Heimatländern der betroffenen Tiere – wie große Armut oder Korruption – begünstigen das illegale Töten noch zusätzlich. Neben der Wilderei („direkte Übernutzung“) sind Tierarten durch nicht-nachhaltige Entnahmen wie z. B. durch die Fischerei und Jagd bedroht. Unzählige Tiere werden zudem ohne direkte Absicht getötet, so wie beim Beifang in der Fischerei („indirekte Übernutzung“).

SCHÄTZUNGSWEISE 300.000 WALE UND DELFINE STERBEN JÄHRLICH IN FANGGERÄTEN

Bedrohung 3: Klimakrise

Die Klimakrise zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Ein ungebremster Klimawandel ist tödlich. Für uns Menschen, für Tiere und die Natur. Steigende Temperaturen sind vielfach Ursache für verändertes Wanderungs- und Reproduktionsverhalten. Dies ist schon jetzt bemerkbar. Die Klimakrise zwingt bereits Arten dazu, in Gebiete auszuweichen, in denen für sie noch geeignete Temperaturen und Lebensbedingungen herrschen. Viele Arten werden entweder aussterben oder stark dezimiert, da die von uns Menschen ausgelösten Veränderungen um ein vielfaches schneller ablaufen als natürliche Anpassungsprozesse.

schmelzendes Gletschereis

Lösungen

So können wir die Arten und biologische Vielfalt auf der Welt schützen

Lösung 1: Lebensräume erhalten und wiederherstellen

Um dem Artensterben Einhalt zu gebieten, engagieren wir uns als WWF für den Erhalt und Wiederherstellung wertvoller Lebensräume sowohl in Schutzgebieten, als auch außerhalb (Trittsteinbiotope, Wanderkorridore, naturnahe Kulturlandschaft).

Außerdem ist die Zusammenarbeit mit Regierungen, Gemeinden und Unternehmen hochrelevant für die Einführung von integrierten Schutzmaßnahmen, die nicht nur die Erhaltung der biologischen Vielfalt, sondern auch die Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, nachhaltige Entwicklung und Bildung umfassen.

Renaturierung der March Thaya Auen

Lösung 2: Ein grundlegender Systemwandel

Unser Leben und Wirtschaften muss innerhalb der planetaren Grenzen geschehen. Denn der Raubbau an der Natur befeuert das Artensterben und die Erderhitzung. In letzter Konsequenz leiden auch wir Menschen darunter. Nicht zuletzt in Form weiterer Seuchen und Pandemien. All das spricht für einen grundlegenden Systemwandel. Es braucht dafür nicht weniger als einen neuen Naturschutzpakt, den die Politik auf den Weg bringen muss – weltweit, in Europa und auch in Österreich. Vom Energiesystem über die Industrie und die Landwirtschaft bis zur Ernährung muss der Grundsatz gelten: „Das Richtige tun, das Falsche unterlassen“.

Pangolin in Steppe

Lösung 3: Klimakrise lösen

Wir müssen deutlich weniger Energie verbrauchen, auf naturverträglich erzeugte erneuerbare Energien umsteigen und die Wälder und Ozeane zur Klimaregulierung schützen. Die Politik muss langfristige Zielsetzungen und zuverlässige politische Rahmenbedingungen schaffen. Die Wirtschaft muss ihre Verantwortung noch viel ernster nehmen: In Energieeffizienz investieren, erneuerbare Energien verstärkt verwenden, mehr Produkte und Dienstleistungen anbieten die das Klima schützen. Alle müssen Verantwortung übernehmen. Unsere Einkäufe, unsere Autofahrten und Flüge, unsere Müllberge, sie alle sind die Treiber der wirtschaftlichen Entwicklungen und auch der Fehlentwicklungen. Wir sind alle beteiligt, daher müssen wir auch alle etwas dagegen tun.

Wir halten die Erde
Vielfalt statt Einfalt muss unser Ziel sein, wenn wir eine lebenswerte Umwelt erhalten wollen.
Georg Scattolin

Leiter des internationalen Programms, WWF Österreich

Projekte

So arbeitet der WWF weltweit für den Artenschutz

Zahl wildlebender Tiger verdoppeln – TX2

In weniger als einem Jahrzehnt hat der Königliche Manas-Nationalpark in Bhutan einen großen Sieg für den Tigerschutz errungen. Von nur 10 Tigern im Jahr 2010 ist seine Population auf 22 Individuen angewachsen. Dies ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zum Ziel, die Anzahl aller wildlebenden Tiger auf der Welt bis 2022 zu verdoppeln. Denn bei einer weltweiten Population von gerade einmal 3.900 wilden Tigern kommt es auf jedes einzelne Populationswachstum an. Singye Wangmo, Manager des Königlichen Manas-Nationalparks, führt die Zunahme auf die großartige Teamarbeit zurück. Dazu gehören eine starke grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Kollegen im indischen Manas-Nationalpark, Partnerschaften mit lokalen Gemeinden und dem WWF sowie die Führung der Königlichen Regierung Bhutans zum Schutz der bedrohten Raubkatze.

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Menschen befähigen, Wildtiere zu schützen

Das Engagement der lokalen Bevölkerung ist zentral für den Erfolg des Artenschutzes und es wichtig für die Gemeinden, die natürlichen Ressourcen um sie herum aktiv zu verwalte, um das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen zu verbessernn. Die gemeindebasierte Naturschutzarbeit des WWF spiegelt heute diese grundlegende Realität wider. Wir arbeiten in einer Vielzahl von Gemeinschaften und passen unsere Arbeit an die spezifischen Bedürfnisse und Interessen eines bestimmten Ortes an, wobei wir die besonderen Schutzgüter und Herausforderungen jeder Region berücksichtigen.

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Schließung der asiatischen Elfenbeinmärkte

Illegales Töten von Elefanten für Elfenbein dezimiert die globalen Populationen. Schätzungen zufolge schlachten Wilderer jedes Jahr fast 20.000 Elefanten, meist wegen ihrer Stoßzähne. Diese grassierende Wilderei wird durch eine stetige Nachfrage der Verbraucher nach Elfenbein angeheizt. Insgesamt sehen wir eine steigende Nachfrage auf den ost- und südostasiatischen Märkten, wobei die größte Nachfrage in China, Hongkong, Singapur und Thailand besteht. Der WWF engagiert sich gegen den illegalen Wildtierhandel und setzt sich für die Schließung der illegalen Märkte in Thailand ein. Indem diese Märkte jetzt im Rahmen eines gesamtasiatischen Ansatzes angegangen werden, will der WWF Chinas jüngste Maßnahmen zum Verbot des Elfenbeinhandels nutzen, um eine weitere Verlagerung des derzeitigen chinesischen Elfenbeinhandels in nahe gelegene Länder zu verhindern.

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Retten Sie bedrohte Tierarten mit einer

Wildlife-Patenschaft!

Gemeinsam können wir Wilderei, Artenhandel und Lebensraumverlust bekämpfen. Ihre Patenschaft macht den Unterschied!

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Dawna Tenasserim
Mekong
Wildtierkriminalität
Schwerpunkte Weltweit

Aktuelles zum Artenschutz weltweit

WWF warnt vor tierischen Souvenirs im Urlaub

WWF warnt vor tierischen Souvenirs im Urlaub

Wien, am 12. August 2021 – Urlaubssouvenirs erinnern an die schönste Zeit des Jahres, können bei der Rückreise aber zu bösen Überraschungen und empfindlichen Strafen führen. Unzählige Mitbringsel werden jährlich an den Landesgrenzen beschlagnahmt – insbesondere geschützte Tiere, Pflanzen oder Produkte aus ihnen.

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