Artenlexikon
Brillenbär

© 2020 WWF Finnland

Artenlexikon:

wissenschaftlicher Name
Tremarctos ornatus
Icon Unterarten

Verbreitung

ARTENLEXIKON: Brillenbär         Die Fakten Bilder und MedienWeiterführende InfosNews

Brillenbär

Name:
Brillenbär

Wissenschaftlicher Name:
Tremarctos ornatus

Lebensraum:
Wälder subtropischer und tropischer Zonen, Busch- und Grasland

Geografische Verbreitung: Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela; Einzeltiere leben vermutlich auch noch in Nord-Argentinien und Panama

Gefährdungsstatus:

  • IUCN: „gefährdet“
  • CITES: Anhang I

Bestandsgröße:  Aktueller Bestand aufgrund mangelnder Daten nicht bekannt. Schätzungen (1999): etwa 18.000 Brillenbären

 

Der Andenbär

Der Brillenbär (Tremarctos ornatus) ist eine Raubtierart aus der Familie der Bären (Ursidae). Er lebt als einziger Bär in Südamerika.
Brillenbären sind Anpassungskünstler. Sie leben auf der Westseite der Anden in Peru beispielsweise in wüstenähnlichen Gebieten und kommen dort auch auf Gebirgswiesen bis in eine Höhe von 4.750 Metern vor. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt allerdings in den tropischen Bergregenwäldern der Andenstaaten Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela
Brillenbären haben ein dichtes und überwiegend schwarzes Fell. Sie zeichnen sich durch eine weiße bis gelbliche Zeichnung an der Schnauze sowie am Hals und auf der Brust aus. Oftmals sind auch die die Augen von weißen Zeichnungen umrandet, die einer Brille ähneln. Dieses besondere Zeichen, das bei jedem Tier unterschiedlich ist, verpasste ihnen den Namen „Brillenbären“.Der Brillenbär ist – nach dem Tapir – das zweitgrößte Landsäugetier Südamerikas. Er ernährt sich überwiegend pflanzlich und kann mit seiner starken Kaumuskulatur und den kräftigen Backenzähnen selbst zähes und fasriges Pflanzenmaterial zerkleinern. Nur selten frisst der Brillenbär Insekten, Vögel, Aas und in Ausnahmefällen auch größere Säugetiere wie Rinder oder Lamas.
Der Brillenbär ist ein ausgezeichneter Kletterer, der bei der Nahrungssuche regelmässig die obersten Kronenbereiche früchtetragender Bäume aufsucht, um sich dort zu verköstigen.Die Paarungszeit der Brillenbären liegt zwischen März und Oktober. Die genaue Dauer der Tragzeit ist allerdings nicht bekannt, da die befruchtete Eizelle mehrere Monate im Uterus der Mutter verweilen kann, bevor es zur Einnistung kommt, denn die Jungtiere werden jahreszeitlich so geboren, dass sie ein reichhaltiges Nahrungsangebot vorfinden, sobald sie Früchte fressen können. Durch die verzögerte Einnistung der befruchteten Eizelle in den Uterus, kann also der Geburtstermin beeinflusst werden.
Pro Wurf kommen ein bis drei Junge zur Welt. Wie alle Bärenkinder sind sie überraschend klein, wiegen nur etwa 300 bis 400 Gramm und sind völlig hilflos.Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Brillenbär als „gefährdet“ eingestuft. Wesentliche Bedrohungsfaktoren der Brillenbären sind der Verlust des Lebensraumes und Wilderei. Weideflächen für riesige Rinderherden, das Anlegen von Sojaplantagen und Maisfeldern sowie großflächige Kahlschläge der Regenwälder durch Holzkonzerne verkleinern den Lebensraum der Brillenbären stetig.

Der WWF und TRAFFIC setzen sich gemeinsam mit lokalen Naturschutz-Organisationen dafür ein, weitere Schutzgebiete in den Anden einzurichten, bestehende zu vernetzen und eine nachhaltige Nutzung der Natur zu fördern. Dazu wird intensiv Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und Lobbyarbeit auf Regierungsebene geleistet. Der Schutz der Anden-Regenwälder durch Nationalparks ist auch für Millionen Menschen von großem Nutzen, da die Bergregenwälder ein riesiger Trinkwasserspeicher sind. Arten wie der Brillenbär dienen in den Schutzbemühungen als Leitarten. Der Schutz des Brillenbären und seiner Lebensräume kommt gleichzeitig unzähligen weiteren Tier- und Pflanzenarten zugute. TRAFFIC und der WWF arbeiten außerdem mit Zollbehörden zusammen, um den Handel mit Brillenbären und Teilen von ihnen besser kontrollieren zu können.

Tags
Arten
Artenschutz
Bär
Bedrohte Arten
Geographisch
Südamerika
Thematisch
i

News

Aktuelle Beiträge zum Thema

WWF-Umfrage: 93 Prozent für mehr Naturschutz am Inn

WWF-Umfrage: 93 Prozent für mehr Naturschutz am Inn

Hohe Wertschätzung für Inn als Natur- und Erholungsraum – Verschmutzung, Verbauung und Flächenverbrauch als größte Gefahren wahrgenommen – Bevölkerung für Schutz und Wiederherstellung natürlicher Lebensräume – Mehrheit sieht Länder und Gemeinden in der Verantwortung – Hohe Bereitschaft, persönlich am Schutz mitzuwirken

mehr lesen