Artenlexikon
Jangtse-Glattschweinswal

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Artenlexikon:

wissenschaftlicher Name
Neophocaena phocaenoides ssp. asiaeorientalis
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Verbreitung

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Jangtse-Glattschweinswal

Name:
Jangtse-Glattschweinswal

Wissenschaftlicher Name:
Neophocaena phocaenoides ssp. asiaeorientalis

Lebensraum:
Süßwasser, vor allem im mittleren Abschnitt des Jangtse und dort meist vor und hinter Inseln, an Zuflüssen zu Seen und Nebenflüssen

Geografische Verbreitung: Lebt ausschließlich in einem etwa 1.700 Kilometer langen Abschnitt des Jangtse in Zentral- und Ostchina (und in den angeschlossenen Seen)

Gefährdungsstatus:

  • IUCN: „Stark gefährdet“
  • CITIES: Anhang I

Bestandsgröße: 1.100 bis 1.200 Individuen

 

Wale im Jangtse?!

Genau, im Jangtse lebt eine kleine Süßwasserwalart, der Jangtse-Glattschweinswal. Seinen Namen verdankt er zum einen seinem beschränkten Verbreitungsgebiet – er kommt ausschließlich im Jangtse in China vor. Zum anderen fehlt ihm eine Rückenflosse, dadurch sieht er beim Auftauchen „glatt“ aus. Zusammen mit der grau-braunen Körperfarbe ist der Glattschweinswal im trüben braunen Flusswasser so kaum auszumachen. Glattschweinswale erreichen eine Länge von maximal 1,90 Metern und werden etwa 40 Kilogramm schwer. Sie haben schmale Brustflossen und eine sichelförmige Schwanzflosse.

Das Verbreitungsgebiet der Art ist begrenzt auf einen 1.700 Kilometer langen Abschnitt des Jangtse in Zentral- und Ostchina. Dieser reicht von der Mündung ins Ostchinesische Meer nahe Shanghai bis zum Mittellauf nahe dem Drei-Schluchtenstaudamm. Auch früher reichte das Verbreitungsgebiet der Glattschweinswale nicht über diesen Flussabschnitt hinaus, da sich daran Stromschnellen als natürliches Hindernis anschlossen.

Heute ist der Bestand der Glattschweinswale stark gefährdet. Nach einer Expedition im Winter 2006 geht man von 1.100 bis 1.200 Tieren aus. In den letzten zehn Jahren ist die Population somit um etwa die Hälfte zurückgegangen und sie geht weiterhin um sieben bis neun Prozent jährlich zurück. Die Gefahren für die Glattschweinswale sind erheblich. Der stark gestiegene Schiffsverkehr führt häufig zu Kollision mit den Walen und beeinträchtigt durch den großen Lärmpegel ihre Kommunikation und Orientierungsfähigkeit. Viele Glattschweinswale verenden auch als Beifang in Netzen oder sterben durch illegale Fischfangmethoden. Die Sandbaggeraktivitäten auf dem Jangtse verändern den Flussgrund und beeinträchtigen darin lebende Kleinstlebewesen und die Beutefische der Wale. Durch die Überfischung wird die Beuteknappheit für den Schweinswal zusätzlich verstärkt. Vereinzelt kommt es auch zu Umweltunfällen am Jangtse, die im schlimmsten Fall zur Vergiftung ganzer Walgruppen führen.

Der WWF setzt sich daher seit Jahren für den Schutz des Jangtse als Süßwasserökosystem ein. Dazu gehören Renaturierungsmaßnahmen, die Wiedervernetzung des Flusses mit Seen und die Einrichtung von Schutzgebieten. Ein spezielles Glattschweinswal-Schutzgebiet ist u.a. „TianEZhou“, der „Schwaneninsel“-Altlauf, ein 21 Kilometer langer Altarm des Jangtse. In dieser halbnatürlichen Umgebung leben 30 Glattschweinswale. TianEZhou soll als Beispiel für bereits eingerichtete staatliche Schutzgebiete am Jangtse dienen. Unter Einbeziehung der Bevölkerung und Durchführung sozialer Maßnahmen soll der dauerhafte Schutz der Glattschweinswale und ihres Lebensraums gewährleistet werden.

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