Artenlexikon
Malaienbär – düstere Zeiten für den „Sonnenbär“

Artenlexikon:

wissenschaftlicher Name
Helarctos malayanus
Icon Unterarten
Familie
Bären
Gefährdungsstatus
Gefährdet (IUCN, 2016)

Verbreitung

Asien
Östliches Indien und Teile Bangladeshs, Myanmar, Südl. China (Yunnan), Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Brunei, sowie in Indonesien (Sumatra und Borneo)
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Malaienbär

Der Malaienbär (Helarctos malayanus) ist die kleinste Art innerhalb der Familie der Großbären. Sein unverkennbares Zeichen: ein weißer bis rötlicher U-förmiger Brustfleck, dem er den Namen „Sonnenbär“ zu verdanken hat. Da Malaienbären wenig wiegen und lange starke Krallen an den Füßen besitzen, fällt es ihnen leicht, auf Bäume zu klettern. In den Baumkronen finden sie ein vielfältiges Nahrungsangebot: Früchte, aber auch Insekten, Vogeleier und Honig stehen auf ihrem Speiseplan. Dabei ist ihnen ihre bis zu 25 Zentimeter lange Zunge von großem Nutzen. Damit kommen Malaienbären auch an den Honig in tieferen Ritzen und Hohlräumen.

In den Monsun- und Tieflandregenwäldern Südostasiens ist der Malaienbär zu Hause – vom östlichsten Indien und Bangladesh im Westen über Myanmar, Thailand, Vietnam, Laos und Malaysia bis nach Sumatra und Borneo im Osten. Noch ist nicht viel über die Lebensweise und die genaue Verbreitung dieses meist nachtaktiven Einzelgängers bekannt. Daher kann man nur ungefähre Aussagen zu dessen Bestandsgrößen und Gefährdung machen. Eine Einordnung in die Kategorien der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN ist derzeit nicht möglich. Als sicher gilt jedoch, dass die Bestände in den letzten Jahren abgenommen haben. Vor allem die Wilderei, der illegale Tierhandel und die Vernichtung seines Lebensraums bescheren dem „Sonnenbär“ düstere Zeiten.

Lebensraum
tropischer Regenwald
Tieflandregenwälder
Tags
Arten
Artenschutz
Asien
Bär
Geographisch
Thematisch

Malaienbär und Mensch

Der Lebensraum des Malaienbären ist durch die massive Regenwaldzerstörung bedroht. Holz- und Papierindustrie haben schon riesige Waldflächen gerodet. Für das Anlegen von Ölpalmenplantagen wurden und werden große Flächen niedergebrannt. Auch die illegale Jagd auf Malaienbären führt zur Dezimierung der Bestände. Dabei geht es den Wilderern nicht nur um das Bärenfleisch. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und andere traditionelle asiatische Heilkunden versprechen sich von der Gallenblase des Malaienbären Heilmittel gegen Kopfschmerzen, Magengeschwüre und andere gesundheitliche Beschwerden. Um an den Gallensaft dieser Bären zu kommen, werden sie schonungslos verfolgt.

Projekte und Engagement des WWF

Der WWF engagiert sich schon seit vielen Jahren in Südostasien für den Erhalt der verbliebenen Regenwälder und gegen den illegalen Handel mit Bärengalle:

• TRAFFIC, das Artenschutzprogramm der IUCN und des WWF, leistet Aufklärungsarbeit und kontrolliert den Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen. TRAFFIC hilft den Staaten der Region, den illegalen Handel mit Bärengalle zu unterbinden. Dazu werden in der Region Handelsüberwachungen sowie Workshops für Naturschutzbehörden, Juristen und Zoll durchgeführt.

• Mit dem „Herz von Borneo“ möchte der WWF zusammen mit den Regierungen Indonesiens, Malaysias und Bruneis ein großes grenzüberschreitendes Regenwaldgebiet vor der Zerstörung bewahren, das neben Sumatra-Nashorn, Borneo-Zwergelefant und Orang-Utan auch der Malaienbären bewohnt.

• Auch auf Sumatra unterstützt der WWF die Einrichtung von Nationalparks, zum Beispiel im Regenwald von Tesso Nilo. Der WWF konnte inzwischen erreichen, dass ein Teil des Tesso Nilo-Regenwaldes zum Nationalpark erklärt wurde. Auch hier kommen Malaienbären vor.

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