Artenlexikon
Tapir (Flachlandtapir)

© 2020 WWF Finnland

Artenlexikon:

wissenschaftlicher Name
Tapirus terrestris
Icon Unterarten

Verbreitung

ARTENLEXIKON: Tapir (Flachlandtapir)         Die Fakten Bilder und MedienWeiterführende InfosNews

Tapir (Flachlandtapir)

Name:
Flachlandtapir

Wissenschaftlicher Name:
Tapirus terrestris

Lebensraum:
Tropische Regenwälder des Tieflandes, bis in Höhen von 2.000 Metern, stets in der Nähe von Wasser.

Geografische Verbreitung: Südamerika östlich der Anden, vom nördlichen Kolumbien bis zum südlichen Brasilien, Nordargentinien und Paraguay, einschließlich der Regenwälder des Amazonas- und Orinokobeckens.

Gefährdungsstatus:

  • IUCN: „Gefährdet“
  • CITES: Anhang II

Bestandsgröße: Keine genauen Bestandsangaben bekannt

 

Samenspediteur mit Rüsselnase

Tapire sind mit einem Gewicht bis zu 250 Kilogramm und einer Kopfrumpflänge von bis zu 220 Zentimetern, die größten heimischen Säugetiere Südamerikas. Ihr auffälligstes Merkmal ist die sehr bewegliche rüsselartige Nase. Die Zeichnung des Flachlandtapirs gilt als hervorragende Tarnung in seinem Lebensraum. Er bewohnt in Südamerika tropische Tieflandregenwälder und Bergregenwälder bis in Höhen von 2.000 Metern. Er fühlt sich auch in den überschwemmten Wäldern des Amazonas- und Orinokobeckens sowie in Flüssen und Seen wohl.

Flachlandtapire ernähren sich ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Besonders begehrt sind Palmenfrüchte. Die von ihnen aufgenommenen Samen verschiedener Pflanzen – vor allem Palmfrüchte – gedeihen besonders gut in ihrem Kot. Tapiren kommt daher eine wichtige Schlüsselfunktion bei der Vermehrung und Verbreitung von Pflanzen zu.

Es sind keine genauen Gesamtbestandsangaben der Flachlandtapire bekannt. Die Bestandszahlen sind jedoch aufgrund verschiedener Faktoren am Sinken. Der Flachlandtapir wird daher von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste der bedrohten Arten als „gefährdet“ eingestuft. Einer der Hauptbedrohungsfaktoren der Flachlandtapire stellt die Bejagung dar. In vielen Ländern Südamerikas ist die Jagd für Einheimische erlaubt. Genutzt werden das Fleisch und die Häute der begehrten Großsäuger für den eigenen Gebrauch oder den Verkauf auf Märkten. Vielerorts hat die Übernutzung der Bestände bereits zum lokalen Verschwinden der Tapire geführt. Andererseits ist auch die alarmierende fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums durch Waldrodungen eine Bedrohung für die Art. Infolge der Lebensraumzerstückelung durch Land- und Straßenbau werden die Populationen stark voneinander isoliert und können sich genetisch nicht mehr austauschen, was zu Inzucht und erhöhter Anfälligkeit von Krankheiten führt.

Der Schutz des Lebensraumes hat für alle bedrohten Tier-, und Pflanzenarten des Amazonas, nicht nur für den Flachlandtapir, absolute Priorität. Daher hat sich der WWF zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren den größten Teil der Biodiversität im brasilianischen Amazonasbecken durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk zu sichern. Nach einer Initiative des WWF gab die brasilianische Regierung 1998 das Versprechen, zehn Prozent des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes unter Schutz zu stellen und rief in der Folge eines der weltweit ambitioniertesten Naturschutz-Programme ins Leben – das „Amazon Region Protected Areas Programme“ (ARPA), dessen Umsetzung vom WWF maßgeblich mitgestaltet wird. Am Ende sollen 50 Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Spanien, dauerhaft geschützt sein. Mit dem Jahr 2007 verstärkt der WWF Deutschland sein Engagement für den Amazonas-Regenwald und übernimmt mit seinem neuen Projekt „Juruena-Nationalpark“ Verantwortung für einen wichtigen Teil des ARPA-Programmes.

Tags
Arten
Artenschutz
Geographisch
Regenwald
Südamerika
Thematisch
i

News

Aktuelle Beiträge zum Thema

WWF-Umfrage: 93 Prozent für mehr Naturschutz am Inn

WWF-Umfrage: 93 Prozent für mehr Naturschutz am Inn

Hohe Wertschätzung für Inn als Natur- und Erholungsraum – Verschmutzung, Verbauung und Flächenverbrauch als größte Gefahren wahrgenommen – Bevölkerung für Schutz und Wiederherstellung natürlicher Lebensräume – Mehrheit sieht Länder und Gemeinden in der Verantwortung – Hohe Bereitschaft, persönlich am Schutz mitzuwirken

mehr lesen